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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-05-01 · 9 (5.1935) · p. Seite 353

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
9 (5.1935)
Date
1935-05-01
Page
Seite 353 (sequence 15)
Language
German
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Seite 353 Literarische Rundschau Max Brod: Heinrich Heine. Mit 10 Bildtafeln. E. P. Tal & Co. Verlag Leipzig/Wien 1934. Ein Dichter — von einem Dichter gesehen! Man kann die Feststellung machen, daß in den letzten Jahren die Würdigung großer dichterischer Persönlichkeiten aus der behutsamen Behandlung der zünftigen Literarhistoriker in die leidenschaftlichen Hände künstlerisch-schöpferischer Menschen übergegangen ist: Gundolf — Stefan Zweig — Max Brod u. a. So wichtig und notwendig auch die philologische Einzelforschung für das wissenschaftliche Erfassen der Tatsachen ist, so wird doch das Geheimnis der Künstlerpersönlichkeit, die Tiefe ihrer Intuition, das Irrationale des Schöpferischen nur von einem nachschaffenden, selbst um das Dichterische wissenden Geist erkannt und herausgestellt werden können. So ist auch das neue Werk von Max Brod das tief eindringende Nachzeichnen einer Persönlichkeit, deren dichterischer Keichtum und menschliehe Problematik immer wieder zu Darstellungen gereizt hat. Man wird verstehen, daß der Verfasser von „Heidentum, Christentum, Judentum" auch in diesem Werk auf dem Boden des nationalen Judentums steht, und daß er Heines Wesen aus diesem Boden und aus diesem Blut zu erklären versucht. Max Brod erweitert das Schicksal des Dichters zum jüdischen Schicksal seiner Epoche: „Heine steht allein, ohne Hintergrund. Das Judentum in seinem damaligen Entwicklungsstadium bot keine Eingliederungsmöglichkeit, keinen Trost". Dabei ist der Verfasser objektiv genug, neben dem jüdischen Element in Heine auch den christlichen Einfluss, den deutschen und den französischen Seelenanteil entsprechend zu würdigen. Es spricht für die Wissenschaftlichkeit des Werkes, daß auch das Negative in diesem Leben nicht verschwiegen wird, daß eine massvolle Heine-Verehrung den Verfasser nicht blind macht gegenüber den Schwächen des Autors. Und so stark auch Max Brod überall den nationaljüdischen Standpunkt betont, so sehr ist er der echte Humanist, der von Plato und Goethe herkommt, der Verfechter eines „Nationalhumanismus", einer Seelenhaltung, die ihre Wurzeln im eigenen Volkstum, ihre Wipfel im All-Menschlichen hat. Das Buch enthält epische Kapitel, die der Romaneier gestaltet hat, so die einleitenden und die letzten spannenden Pariser Jahre, andere geistesgeschichtliche, die der Philosoph und Historiker geschrieben hat. Immer ist es reizvoll, sich vom Schriftsteller und Dichter Max Brod durch die verschlungenen Wege Hehieschen Denkens und Dichtens führen zu lassen. Das Werk, das mit zahlreichen Belegen 'aus Heines Schriften und 10 Bildtafeln versehen ist, stellt eine bedeutsame Bereicherung der Heine-Literatur dar. Prof. Dr. Marx, Karlsruhe Eisenstein, Aron: Die Stellung der Juden in Polen im 13. und 14. Jahrhundert. Cieszyn (Polen) 1934. Selbstverlag. 167 S. Die Anfänge der Geschichte der Juden in Polen bis zum 13. Jahrhundert bilden die Einleitung der vorliegenden Schrift. Sie trägt mit großem Fleiß die letzten Ergebnisse der Forschung zusammen und ordnet sie in übersichtlicher Weise. Besonders lehrreich ist die Stellung der Juden, sowohl nach der politischen wie wirtschaftlichen Seite. Wir erfahren manches über die soziale Lage, über ihre innere Organisation, über die Abgaben, ihre Erwerbszweige, ihren Handel und ihre Kreditoperationen. Die Schrift füllt eine Lücke aus in unserer Kenntnis der Geschichte der Juden im Osten. Fr. Ahron Marcus. Jüdische Chronologie. Heft 1. Verlag Jacob M. Marcus, Frankfurt a. Main, Ostendstrasse 9. Als erstes Heft einer großangelegten jüdischen Chronologie des im Jahre 1916 in hohem Alter hier verschiedenen Ahron Marcus ist soeben ein Band erschienen, der die frühesten Zeiten - unserer geschichtlichen Zeitrechnung umfasst. Der Autor setzt sich darin mit den Ergebnissen der Geschichtswissenschaft auseinander und unternimmt den Versuch, die biblischen Daten mit den historischen in Uebereinstimmung zu bringen. Dabei wird ein erstaunlich umfassendes geschichtliches und religionsgeschichtliches Wissen des Autors offenkundig. Weitere Hefte sind vorgesehen. . 'Die moderne, sportliche ßinie finden Sie in den Kleidern. Mänteln Blusen u. ^ullopern bei DAMEN-MODE* GOETHESTRASSE 1 TEL. 2966Q I PELZ »AUFBEWAHRUNG HANCKE&LOHSE Steinweg 81- (dir. a d. Hauptw.) Inserieren nrlnol Gewinn HUT GUT GfosseAuswohl modischer Forben und Formen bei : CflRSCH Damenu. Herrenfriseur H. Schwedt König swa t t e rstr. 2 Wasseru. Fönwellen, Scheitel-F,isieren BBOHRMANN ■ - NACHFOLGER Sandweg 21 empfehlen ihre schwer versilberten Talen, Bestecke u. Lnxnsworen in der seit 1865 bekannten Ia Qualität. Iniefts Bettfedern Steppii. Daunendecken | Koltern, Bettstellen, Matratzen] Betten-Bing Relneckstraße 13 neben Porzellan- Decher Uebei HXhtata». im Familii» toiitz

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