Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 8 (4.1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 331 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 332 aus Asconä, Hiddensee, dem Berliner Tiergarten, die ein und denselben Landschaftsausschnitt mit Vorliebe in den verschiedensten Stimmungen zeigen. Als tüchtige Landschafterin ist ferner noch Alice Michaelis zu nennen, die vorübergehend bei Corinth und Baluschek gearbeitet hat, im Wesentlichen aber als Autodidaktin anzusprechen ist. Sie ist groß und bestimmt in der Form, etwas wohltuend Beruhigendes strahlt von ihren Bildern aus. Während sie bedeutende Motive, z. B. solche aus dem Hochgebirge bevorzugt, geht die Segal-Schülerin Frieda B r ä d t mit besonderer Liebe den „unbesungenen Schönheiten etwa eines Vorstadtwinkels oder verwilderten Obstgärtchens nach und versteht es mitunter, verwehen- 4en Glanz in einem Bilde festzuhalten. Dr. Margot Riess Die Ausbildungsarbeit der judischen Haushaltungsschule Die Erkenntnis, welch hohen Wert Haushaltungsschulen, Schulküchen, Kochkurse u. s. w. haben ist durch die Zeitereignisse noch vertieft worden und in immer weitere Kreise gedrungen. Die unabweisbare Notwendigkeit, den jungen Mädchen eine umfassende Ausbildung in allen Zweigen der Hauswirtschaft zu geben, hatte zur Folge, daß sämtliche Kurse der Schule stets gut besucht waren. Die grosse Geldknappheit weiter jüdischer Kreise brachte es mit sich, daß vielen Anmeldungen Gesuche auf Ermässigung beilagen, denen die Verwaltung, soweit es tragbar war, zu entsprechen versuchte. Nur durch alleräusserste Sparsamkeit war es möglich, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Ostern 1934 wurde ein Kursus für 14jährige Haushaltlehrlinge eingerichtet. Diese jungen Mädchen werden turnusmässig im Kochen, Hausarbeit, Nähen, Ausbessern, Waschen und Bügeln unterrichtet, erhalten den notwendigen theoretischen Unterricht und sind auf Grund dieser einjährigen guten Ausbildung befähigt, ihren Lebensunterhalt als Hausangestelle zu verdienen. Zur Erweiterung der Arbeitsgebiete diente das Herstellen der Mahlzeiten für die jüdische Anlernwerkstätte und den jüdischen Kinderhort, sodaß den Schülerinnen Gelegenheit gegeben wurde, auch Massenküche zu erlernen. Wie alljährlich fand ein einjähriger Haushaltpflegerinnenkurs statt; die Teilnehmer legten wie üblich das staatliche Examen vor Vertretern der hiesigen Schulbehörden ab. Die einjährigen und halbjährigen Haustöchterkurse, sowie die Einzelkurse in Kochen und Schneidern, welche letztere nach wie vor ein wichtiges Ausbildungsmittel in der Hauptsache für im Beruf stehende junge Mädchen und junge Hausfrauen sind, waren ausserordentlich gut besucht, die für die Haustöchterkurse abgehaltenen Examen sind befriedigend verlaufen In einer ebenfalls Ostern 1934 neu eingerichteten gewerblichen Klasse ist den Besucherinnen dieses Lehrgangs die Möglichkeit gegeben, in einjähriger Ausbildung Nähen und Zuschneidern gründlich zu erlernen; bei einer späteren beruflichen Ausbildung im Schneidern kann diese Ausbildung auf die Lehrzeit angerechnet werden. An alle jüdischen Hausfrauen Schwerer denn je ist heute die Berufswahl für die jüdischen Mädchen. Hauswirtschaftliche Ausbildung bietet ihnen die sicherste Zukunft. Jede jüdische Hausfrau kann hierbei mitwirken. Darum. Hausfrauen, nehmt jüdische junge Mädchen zur Erlernung des Haushalts auf. Ihr helft damit nicht nur unserer jüdischen weiblischen Jugend, sondern' Ihr erzieht Euch auch eine geeignete Hausgehilfin. Meldungen und Auskunft bei dem Unentgeltlichen Arbeitsnachweis der weiblichen Fürsorge, Hans Handwerkstrasse 3 {Tel. 25462, Sprechstunden täglich nachm. von 3-6 Uhr) und in den Sprechstunden der Hauswirtschaftlichen Kommission der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes Dienstag vorm. von 11-12 Uhr und Mittwoch nachm. von 4-5 Uhr Hans Handwerkstrasse 3. Eine Prämierung von treuen Hausangestellten durch die Hausfrauengruppe des Jüdischen Frauenbundes fand am 12. März statt. Es war eine Feier von warmherziger Schlichtheit und würdiger Fröhlichkeit. 23 Jubilarinnen wurden diplomiert, die zwischen 3 und 37 Jahren ein und derselben Familie in treuer Pflichterfüllung verbunden sind. — Nach einer musikalischen Einleitung ergriff Frau Forchheimer das Wort zu einer kurzen aber eindrucksvollen Ansprache und hielt der jungen Generation jüdischer Mädchen, deren Berufswahl heutzutage so eng begrenzt ist, die treuen hauswirtschaftlichen Helferinnen als richtunggebendes Beispiel vor Augen. Dem ernsten Teil folgten Gesangs- und Klaviervorträge von Alice Baehr und Fr- Mannheimer und humoristische Plaudereien von Liesel Simon, die großen Beifall fanden. Jüdischer Frauenbund Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. macht darauf aufmerksam, daß in ihrem an die Mitglieder verschickten Programm zwei Irrtümer unterlaufen sind: Der Vortrag von Frl. Jolowicz „Wirtschaftsfrägen" findet nicht am 22. April, sondern D i en s t a g, den 30. April, 20% Uhr, Hans Handwerkst r. 3 statt, und die monatliche Arbeitssitzung nicht am 25. April, sondern Donnerstag, den 2. M a i, 16^: Uhr, HansHandwerkstr. 3. Zum bevorstehenden Pessachfeste C h ar I otte-Sc h m u c k Charlotte-Geschenke für jeden Geschmack und .... billig f^h^rlo+fo ROSSMARKT 17 v_xl ICH iULLu neben Salamander Eine Anzeige in dieser Größe kostet nur Mk. 3.85 Der echte Frigidaire Der Kühlschrank für Haushalt und Gewerbe in allen Grössen. Niederlage in Haifa Tel. 32554 Geoeral-Vertretüflg: Johannes Repp, jetzt: Bürgerst!-. 13 3h Frankfurt am Jflain