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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-04-01 · 8 (4.1935) · p. Seite 306

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
8 (4.1935)
Date
1935-04-01
Page
Seite 306 (sequence 16)
Language
German
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Seite 306 wird er die Feststellung machen müssen, daß es um die Tonreinheit und den rhythmischen Elan der vielköpfigen Sängerschar weit besser bestellt war als um Klangschönheit und geistige Durchformung. Besonders die Kinder (Samson Raphael Hirsch-Schule und Israelitische Volksschule) entwickelten mit Hingabe aller Lungenkraft eine oft schwer erträgliche Massivität der Tongebung. Der langanhaltende Beifall nach Chören aus Mehuls „Josef und seine Brüder" und Händeis i, Judas Makkabaeus" zeigte aber, daß auch eine auf äussere Dynamik angelegte Wiedergabe bei einem großen Teil des Publikums Gefallen erwecken kann. Für den musikalisch empfindlicheren Hörer bewährte sich der Dirigent Max N e u m a n n mehr in den Psalmen von Levandowski. Hohe künstlerische Linie wurde in den Solopartien von Benno Z i e g 1 e r gehalten, während Heinrich Bornstein die für italienische Arien unerlässliche Stimmkultur noch vermissen Hess. Ein Knabe, Josi Brandstädter, fand sich überraschend geschickt mit der Aufgabe einer Partie aus „Josef und seine Brüder" ab, ohne jedoch von der Richtigkeit dieses Experiments zu überzeugen. Die Konzertdarbietungen lasteten allzusehr auf dem den zweiten Teil der Veranstaltung füllenden Dichtwerk „Jehuda Haie v i" von Alfred Auerbach. Der Autor bezeichnete es als eine „Sprechsinfonie". In einer bald epischen, bald dramatisch bewegten, dann wieder lyrisch schwingenden Form schildern Sprecher, unter ihnen, den Mittelpunkt bildend, Jehuda Halevi selbst, das Schicksal des großen Poeten. Die Lebensphasen in Spanien und im heiligen Lande mit ihren äusseren Ereignissen und religiösen Erschütterungen ziehen an dem Hörer vorbei. Durch die edle Melodie seiner Sprache und durch das Ethos seiner Weltanschauung vermag Auerbach, ihn zu fesseln. Die Neuartigkeit im Aufbau der Dichtung wird noch durch Einschaltungen charakteristischer Abschnitte aus den Werken Haievis betont, ausserdem durch Einfügung musikalischer Szenen und durch hymnische Steigerungen eines Sprechchors. Die von Auerbach selbst vorbereitete Aufführung hatte viele starke Momente. Rudolf Ganz gestaltete den Jehuda Halevi mit überzeugender Elastik, Sofie Seligmann kontrastierte gut durch zartere Gefühlstöne. Sänger — Benno Ziegler, Heinrich Bornstein — und Willy Salomon an der Orgel führten dem Dichtwerk von der Musik her Wärme und Kraft zu. Das Echo in der Hörerschaft war mit vollem Recht sehr stark. A. H. „Jüdische Tonkünstler" und „Jüdische Musik" Das zweite größere Konzert der „Jüdischen Tonkünstler Frankfurts" zeigte das gleiche erfreuliche Niveau wie der erste Abend, litt aber ebenso unter einem zu ausgedehnten Programm. Es war z. B. gewiss nicht nötig, in einer Veranstaltung fünf Sänger — darunter nicht weniger als vier Sopranistinnen — herauszustellen. Sowohl die von Artur Holde zu discipliniertem Musizieren angehaltene Kammerstreich Vereinigung (die besonders hübsch die sechs entzückenden Gesellschaftsmenuette Beethovens spielte) wie der von Dr. N. Ehrenreich gegründete und trefflich geleitete „Jüdische Kammerchor" erfreuten mit Werken alter Kunst. Theo R a t n e r bewährte solides geigerisches Können als Solist bei der — mit dem Orchester gespielten — „Teufelstrillersonate" Tartinis. — Dem Schaffen jüdischer Frankfurter Komponisten der Gegen- AMEN-MOOEh GOETHESTRASSE 1 TEL. 29660 O Sriti« da4 gute, fcefömmlid?e WineraU £afe(tt>aff<r Unter SluffidjtSergeitellt Scd&fjeftfee Seffeäaw jo riDB er&eten! 35al> Gilbet Xtl 06439 Wäscherei Baßmaiin MUSIKANTENWEG 66 Eingang im Nedergäßchen Damen-, Herren-u. Haushaltungswäsche in Pfundwäsche schrankfertig (gebügelt) Pfd. 25 Pfg. Inserieren Drill Gewinn! Kulturbund Deniscber Juden Bezirk Rhein-Main Frankfurt a. M. - Gärtnerweg 62 - Telefon 52638 Das Pesachgeschenk! 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