Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 6 (2.1935)
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 237 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3094266-3094412-3094418--4535-3099330- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2S7 beherrschen und häufig ihre Informationen über das Land erst durch die deutsch-jüdische Presse erfahren. Die religiöse Situation im Lande wurde bisher charakterisiert durch eine starke Abneigung der Arbeiterschaft zu eigentlich religiösem Leben. Immerhin ist auch hier durch die starke Ausweitung der Sabbatheiligung ein neuer Ansatzpunkt für eine stärkere geistige Verbindung zwischem altem und neuem Jischuw gegeben. In seinem Schlusswort betonte der Vorsitzende, Dr. Mainzer, die Notwendigkeit, tatkräftig für die jüdischen Menschen in Deutsehland einzutreten, eine Aufgabe, deren Durchführung der Centrai-Verein als seine vornehmste Pflicht ansähe. Von der Arnold Lazarus-Halle Am 29. Dezember 1934 veranstaltete Alfred Auerbach in Gemeinschaft mit seinen Schülern einen Scenen-Abend, der dem verdienten Künstler als Dichter, Kegisseur und Schauspieler reichen Beifall eintrug. Zuerst wurde ein Hörspiel „Börne — Heine — Mendelssohn" aufgeführt, das in 9 Bildern aus dem Leben der drei grossen Künstler einen Querschnitt durch die kulturelle Situation der Juden jener Zeit darbot. Sodann spielte 4man ein heiteres Stückchen „Das Wunderbaby", und den Schluss bildeten „Schwäbische Schnurren" auf Schallplatten. Am 5. Januar 1935 hielt E. G u t einen Vortrag über „Jüdische Gestalten in der neueren Literatur". (Sven Hedin, Karl Ewald, Andersen, Rosegger, Hermine Villinger, Rudolf Binding.) Bettina Fei11 er sang, von Max Firnberg begleitet, slavische Volkslieder voll schlichter Innerlichkeit. Am 12. Januar fand ein Unterhaltungsabend statt, bei dem Hans Assenheim die Regie führte. Siegfried Würzburger spielte die Mondscheinsonate von Beethoven und die Peer Gynt- Suite von Gries:, Alfred Auerbach trug zwei Kapitel seines neuen Romans „Wanderer wohin?" vor. Hans Assenheim sang, begleitet von Dr. Willy S a 1 o m o n, Lieder von Schumann und Brahms. Sofie Seligmann rezitierte die "Novelle „Der Shylock von Barnow" v. K.E. Franzos und eine Ballade von Kisch. Am 19. Januar versetzte Dr. Eduard Strauß die Hörer in die Welt „des jüdischen Märchens". Frau Elsbeth Strauß-Weiler sang Mozart, Schumann und Brahms. Die Begleitung hatte Siegfried Würzburger, der auch den Bajazzo-Prolog vortrug. Die jugendliche Hilde Ponimoni tanzte von Frau Dr. Bachracb. begleitet, ein Menuett und einen Strauß'schen Walzer. Buntes Allerlei Die Kapelle Manfred Kuttner hatte zu einem geselligen Abend „Buntes Allerlei" im Vereinshaus Eschersheimerland=traße eingeladen. Den zahlreich Erschienenen wurde ein reichhaltiges, buntes Programm geboten, das mit grossem Beifall aufgenommen wurde. Der erfolgreiche Abend stand unter der Leitung von Fritz Wolf, dem Mitbegründer der Kapelle Manfred Kuttner. Die jüdischen Tonkünstler Frankfurts Die jüdischen Tonkünstler Frankfurts haben sich zu einer losen Interespensremeinschaft zusammengeschlossen, die vor allem der wirtschaftlichen Beratung und Sicherung der Berufsgenos5-?n dienen will. Fast alle in Frankfurt tätigen jüdischen Mxisiker und Musikpädagogen haben hier eine Möglichkeit gefunden, durch Aussprache und gemeinsame Wahrung ihrer Interessen innerhalb der jüdischen Öffentlichkeit, ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lage entsprechend, sich zur Geltung zu bringen. Als erste wichtige Leistung der Gruppe „Die iüdischen Tonkünstler Frankfurts" ist ein Nachweis von Partnern für Hausmusik zu verzeichnen: durch diesen Nachweis kann jeder gewünschte Vokal- oder Instrumental partner für Hausmusik zu angemessenen Preisen in Erfahrung gebracht werden. Der Nachweis erfolgt unentgeltlich unter Tel. 77694 (Benno Ziegler). Solistenabend der jüdischen Tonkünstler Frankfurts Die jüdischen Tonkünstler Frankfurts beabsichtigen im Laufe dieser Saison einige Konzerte zu veranstalten, mit dem Zweck ihre künstlerische und wirtschaftliche Existenz zu stützen. Das erste Konzert findet in Form eines Solisten abends am 2. Februar 20 Uhr im großen Saal des Vereinshauses Eschersheimerlandstr. 27 statt. Es kommen zur Aufführung Werke von Bach, Händel, Gluck, Mozart, sowie von Rosy Geiger-Kullmann, Dr. Willy Salomon, Max Wolff. Als Mitwirkende sind gewonnen die Damen Anneliese Bender, Paula Levi, Leni Morgenstern- Lorsch, Alice Rosenbaum, Lilly Scwarz-Mayerhofer, Lieselotte Wiesner, die Herren Hans E r 1, Dr Willy Salomon, Rolf Sander, Benno Zi e g 1 e r. Jugend musiziert Unter diesem Motto veranstalten die jüdischen Tonkünstler Frankfurts am 17. Februar ihren ersten Schüler-Abend. Es spielen Klavier: Schüler von Hedwig Bergmann, Heida Hermanns- Holde, Alice Rosenbaum, Lilly Schwarz-Mayerhof er, Siegfried Würzburger. Es singen: Schüler von Alice Baehr. Rose Loenmg, Benno Ziegler. Einführende Worte spricht Dr. Willy Salomon. — Eintrittskarten (Unkostenbeitrag) zu 20 Pf. ab 4. Februar bei Drogerie Loeb, Goethestrasse 4, und den beteiligten Lehrkräften. Mittwoch - Konzerte Um den konzertierenden jüdischen Künstlern Frankfurts die bisher fehlende Gelegenheit geregelten beruflichen Wirkens zu ermöglichen und um andererseits einer kunstlie^enden Hörerschaft Gelegenheit zu geben, hochwertige Kunst in stilvollen Programmen zu für Jedermann erschwinglichen Preisen zu hören, haben die iüdischen Tonkünstler Frankfurts eine neue, bef?rüssenswerte Einrichtung geschaffen. Ab Mittwoch, den 6. Februar 1935, 20.15 Uhr finden jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat „Mittwoch Konzerte" statt. Der Vorstand der Arnold Lazarus-Halle, Königswarterstrasse 26, hat in liebenswürdiger Weise seinen 250 Personen fassenden Vortraffssaal für diese Abende zur Verfügung gestellt und die Herren Benno Ziegler, Hans Assenheim und Dr. Willy Salomon mit der künstlerischen Leitung beauftragt. Das Programm aller Mitwnch- Konzerte wird durch Ai.ishang in den öffentlichen Gebäuden innerhalb der israelitischen Gemeinde (Schulen, Svnagosren. Heimen und Locen) bekanntgegeben. Das Programm kostet 20 Pfennig Als UnkostenbeUrag werden 20 Pfg. pro Person und Abend erhoben. Dem Publikum entstehen keinerlei sonstige Kosten. Vorverkauf bei: Drogerie Schneemann. Schillerütras=e. Btichhandlung Schatzki. Börsen<=trasse. Cafe Falk und Cafe Freimark. Als erstes Mittwoch-Konzert findet am 6. Februar 1935, 20.15 Uhr ein Heine-Abend statt. Solisten sind: Hans Assenheim (Bariton) Sofie Selicmann (Rezitation) Dr. Willy Salomon (am Flügel). Zur Aufführung gelangt der Liedercyklus „Dichtei-Uebe" von Schumann sowie Dichtungen von Heine. Lieder- und Arienabend Der Frankfurter Baritonist Ernst Wolff, über dessen grosse Erfolge in England wir berichtet haben, veranstaltet am Sonntag, den 3. Februar im Vereinsbaus einen Lieder- und Arienabend mit Werken von Schubert, Wolf, Lotti, Verdi, Giordano, Tschaikowsky u. a. Gemeinschaft der Musikfreunde Die Gemeinschaft der Musikfreunde (Kammerstreichvereinigung und Singgemeinschaft) hat mit der Einstudierung des biblischen Oratoriums „B a 1 a k xi n d B i I e a m" für Soli, gemischten Chor, Streichorchester und Klavier von Hugo Oucfje in oorttelfjmer. SluSfü^rung ^etrcttjimmer Speifeahttmer Sdtfafätmmer entl. gefäjloff. ©ausmalt %u kaufen. a.%oHen^erger@d3manenTtr.7 Io. Kanarieohaüne Vogelkäfige. Zierfische u. Futter, bestes Vogelfutter für alle Vögel Gg. Müller Weißfrauenstraße 12 i Telefon Hansa 21765 DAS JÜDISCHE BLUMENGESCHÄFT BOCKENHEIMERLANDSTR. 17 TELEFON 79554 (Nähe Opernplatz) INH. A. HENDLISCH 7*3? LWbg. mit Küche in ruhigem Hause, auch Kniestock, f. einzelne Dame per 1.4« gesucht Zuerfr.Tel.574iO Eine Anzeige in dieser Gtöße kostet nur 5.— w*«*.2TtKS-