Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 6 (2.1935)
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 219 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 219 Die jüdischen Philologen in Preuss^n von Dr. Hermann Weil Vor einigen Tagen erschien das im amtlichen Auftrage herausgegebene Philologen-Jahrbuch (Kunzes Kalender der Lehrer der höheren Schulen) für das Schuljahr 1934/35. Im Anschluss an meine früheren diesbezüglichen statistischen Untersuchungen (letzte Veröffentlichungen darüber im „Morgen", März 1934 und in der „Jüdischen Schulzeitüng", Juni 1934) sollen nunmehr auf Grund des vorliegenden Materials die neuesten Zahlen für die jüdischen Philologen an öffentlichen höheren Schulen Preussens erstmalig zusammengestellt werden. Wir lassen dabei die jüdischen Philologen und Oberschullehrer an den beiden öffent- I i e h e n höheren jüdischen Schulen Preussens, dem Philanthropin und der Samon-Raphael-Hirsch Schule, beide in Frankfurt/M., ausser Betracht. (Demnächst soll von mir eine grössere Statistik über die jüdischen Lehrer und Lehrerinnen an den jüdischen Schulen Deutschlands überhaupt gebracht werden.) Im Schuljahr 1933/34 hatten wir einen Bestand von 62 jüdisch e n P bi 1 o 1 o g e n an öffentlichen staatlichen und städtischen höheren Schulen zu verzeichnen. (Zusammengestellt aus dem Philologen-Jahrbuch 1933/34) Das ergab unter 16524preussischen Philologen (ohne Oberschullehrer und Studienreferendare) einen statistischen Wert von „4 vom Tausend". Vor der nationalen R e v olution betrug-der Anteil der jüdischen Philologen in Preussen rund 1 vom Hunderj. Die letzten nunmehr vorliegenden Dienstalterslisten des PhilologenrJahrbuches mit dem Stand vom 1. Mai 1934, aber mit wesentlichen Nachträgen bis Mitte November 1934 versehen, ermöglichen eine neue Berechnung dieses Wertes wie folgt: A) Betrachten wir zunächst die zu Anfang und während des Schuljahres 1934/35, das ja noch bis Ostern 1935 läuft, Ausgeschiedenen. Es sind verstorben: 2, in den Ruhestand getreten: 3, sonst ausgeschieden: 38 (1 Oberstudienrat und 37 - Studienräte). Diese auf Grund des Berufsbeamtengesetzes ausgeschiedenen 38 jüdischen Philologen sind nachweisbar jüdischen Bekenntnisses und auf Grund der namentlichen Listen aller ausgeschiedenen Philologen ermittelt worden. Im ganzen sind 1) 3 3 5 Festangestellte auf Grund des Berufsbeamtengesetzes ausgeschieden und zwar durch Entlassung oder Pensionierung und zwar nach § 2 a: 5, nach § 3 (Nichtarierparagraph): 5 3, nach § 4: 151 und nach § 6: 12 6. Der Anteil der nach dem Berufsbeamtengesetz ausgeschiedenen jüdischen Philologen beträgt somit 11,3 vom Hundert. Ferner schied bis jetzt noch 1 Philologe auf eigenen Antrag aus dem Schuldienst aus. 2) Von den Nichtfestangestellten (Assessoren) mussten 6 6 infolge des Berufsbeamtengesetzes ausscheiden, auch wieder durch Entlassung oder Pensionierung von insgesamt 153 preussischen Assessoren insgesamt, deren Ausscheiden sich nach folgenden Paragraphen vollzog: nach § 2 a: 4, nach § 3: 68, nach § 4: 12, nach §' 6: 6 9. Mithin sind 43,1% jüdische Assessoren unter den Ausgeschiedenen. Auf eigenen Antrag ist 1 Assessor (der übrigens Inhaber des E K 1. Klasse ist) ausgeschieden. B) Gehen wir nunmehr zur Untersuchung der Frage über, wieviel jüdische Philologen auf Grund der Ausnahmebestimmungen des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums im Amt verblieben sind, so ergibt sich folgendes Bild: I) Unter 864 Oberstudiendirektoren und Studiendirektoren gibt es keinen Juden (auch hier sind selbstverständlich die jüdi- ERICH WIENER GENERAL-AGENT DER „VICTORIA ZU BERLIN" GXRTNERWEO 5, TEL. 54460 herein sur ftitfUeueröng Weiter ifrael. Sfirgerttöcgfer -- & s.- S)ie ©ergebung einet 25raufausfleuer aus ber 3repfua=3feibel3'ftf>en ■2Iu0ffeuerungs«©fif(ung finbef bemnäcfjp fiatt. 3uc Bemerkung finb nm$ ben ©afjungen ber ©fiffung jugelaffen: 1. QTtadjfommen ber (Slfern bet GSfiffer: 3faac unb 3fabiifce Orepfufl geb. 23ernbeim auö <5ieren<$ im (Slfajj unb Oltofes unb 95unfe yeibels geb. Pfeiffer aus ZBürjburg. 2. .fiiefige 23ürgersfodE>fer, bie ben Scbingungen ber §§ I unb 2 ber ©agungen unteres Vereins entfptecfjen. 2Inmetbungen baben bei ..ßerrn QSJoIfgong Uuetbad), Jpiet, ©erbinus» flraße 10 bis fpäfefiens 25. ftebruar 1935 ju erfolgen. Sranlfurt o. 311., ben 25. Januar 1935. . . ©er tforlfattö. b) Studienräten: c) Oberschullehrer: a)+b)+c) Festangestellte sehen Schulen nicht mitgerechnet), unter 45 9 Oberstudienräten ist 1 Jude, unter 1140 5 Studienräten sind 31 Juden, (darunter 3 in Oberschlesien und 1 im Saargebiet) Diese angegebene Zahl von 31 jüdischen Studienräten in Preussen an nicht jüdischen Anstalten ergibt sich aus der im Jahrbuch angegebenen Zahl von 3 6 minus der Anzahl 5, der durch Anmerkung im Jahrbuch oder mir inzwischen privat bekannt gewordenen Abgänge. In Prozentwerten ergibt sich dann folgendes: a) in gehobenen Stellungen unter sind Juden (Direktoren und Oberstudienräten) 132 3 1 =0,08% oder „8 vom Zehntausend'' 11405 31 0,27% oder „2,7 vom Tausend" 2074 0 0% 14802 32 0,22% oder „2,2 vom Tausend" II) Unter 3 464 nichtfestangestellten Philologen (Assessoren) sind 2 jüdische Anwärter, die zunächst aus der Liste gestrichen, jetzt wieder aufgenommen worden sind, das sind 0,06% oder .„6 vom Zehntausend" III) Zusammenfassend ergibt sich nunmehr folgendes Gesamtbild: Unter 8 64 Direktoren 0 Juden 459 Oberstudienräten 1 „ 114 0 5 Studienräten 31 2 0 74 Oberschullehrern 0 „ 3464 Assessoren 2 „ Unter 182 6 6 Lehrern an öffentlichen höheren Schulen Preussens sind demnach 34 Juden, das sind 0,19% oder 1,9 vom Tausend. Berücksichtigt man ferner, daß unter den im Schul'ahr 1934/35 vorhandenen 214 8 Studienreferendaren Preussens wohl keine jüdischen Referendare sind (genauere Unterlagen hierüber fehlen mir) so ergibt sich bei der Hinzunahme dieser 2148 Referendare zum Gesamtwert aller obenaufgeführten 18 2 6 6, also 2 0414, daß hierunter 3 4 jüdische Lehrer an öffentlichen höheren Schulen Preussens tätig sind, das sind 0,17% oder 1,7 v om Tausend. Die Abfallkurve in der Beschäftigungsziffer bewegtsichalsovon run dl % (1931/32/33) überrund 0,4% (1933/34) auf rund 0,17°'o (1934/35). Eine weitere Statistik, die sich mit den Lehrerinnen an öffentlichen Schulen beschäftigt, wird in Kürze folgen. Hans Schönfeld Dr. jur. Joseph Cahn Landgerichtsrat I. R. Treuhand- und Verwaltungsbüro Bilanzen u. Ravislonen Steueru. Rechtsberatung Frankfurt am Main / Kaiserstrasse 54- / Telefon 32302 Goldene Hochzeit Heinrich Sandel und Frau Betty geb. Zwetschsrenstiel, Eckenheimerlandstr. 4 feierten am 16. Januar 1935 das Fest der Goldenen Hochzeit. 80. Geburtstag 10. Januar: Gabriel Straus, Grünestrasse 9 19. Januar: Siegmund Salomon, Altkönigstrasse 13 75. Gebartstag 5. Februar: Frau Henriette Stern geb. Haag, Hanauerlandstrasse 36 Wir bitten um Ihren geschätzten Auftrag in sämtl. Versirhernngssparten Zar unverb. Besprechung belieben Sie unseren Besuch anzufordern. Vf nsiCHCRUNCiSBURO WEPTMUM REUTERWEG 53. II TELEFON 74535