Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 5 (1.1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 193 gung aufgezeigt, wobei auf die Makkabäer hingewiesen wurde, die ihr Volk durch Geist, Kraft und Mut erfolgreich, verteidigten. Nach dem Entzünden der Chanukkahlichter und dem gemeinsamen Gesang des „Moaus zur" wurde den dargebotenen leiblichen Genüssen , zugesprochen. Aus der Eeihe der Darbietungen seien kurz erwähnt: 2 kleine Turnakrobatinnen, entzückende Spiele der Jüngsten sowie eine lustige Gerichtsszene. Die im Mittelpunkt stehenden turnerischen Darbietungen zeigten, auf welcher beachtlichen Höhe die Leistungen aller Turner-und Turnerinnen stehen. Dank hierfür gebührt den Leitern der Abteilungen Fräulein Sitta Golde und Herrn Moritz Reich. Chanukkah-Feier im T. S. V. Schild Der Turn- und Sportverein Schild e. V. hatte zu einer Chanukkahveranstaltung in der Frankfurt Loge eingeladen. Dr.Walter Rosenfeld, der Vorsitzende der Frankfurter Ortsgruppe, begrüsste die Erschienenen, überreichte verdienstvollen Mitgliedern einzelner Abteilungen des Vereins Diplome und dankte ihnen für die Erfolge, die sie dem Verein gebracht hatten. Hieran schlössen sieh eine Reihe von einzelnen Vorführungen, zu denen Kurt Rosenbusch konferierte. Er, führte seine Aufgabe, trotz der Schwierigkeiten, die sich ihm durch das teilweise laute Verhalten des Publikums boten, gut1 durch. Mitwirkende waren: Felicitas Marx (Lieder), Ponnymonny (Tänze), Franz Wagner (Violinsoli), Else Liebreich (Lieder), Kurt Rosenbusch (Vorträge aus fremder und eigener Feder), Margot Hirsch (Lieder und Tänze), Trude Kanter (Lieder) und Gustav Reinhard, Walter Haas und Segelmann (Neu- Isenburg) in einem Sketch, der zum Beitritt zu dem Turn- und Sportverein Schild aufforderte. Nach dem Programm blieben die Erschienenen noch längere Zeit zusammen. , V. A. Chanukkahfeier für jüdische Körper- und Sehbehinderte Der jüdische Frauenbund hat unseren mehr als 50 Mitgliedern eine schöne Chanukkahfeier in den behaglichen Räumen des Israelitischen Mädchenheims bereitet. Nach reichlicher Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, während dessen uns Kinder aus dem Mitgliederkreise mit heiteren Darbietungen erfreuten, wurde entzündet und gesungen. — Dann bot uns die Musikgruppe des J. F. B. ein auserlesenes Konzert. Mit einer schönen und trostreichen Rede von Herrn Rabbiner Dr. Horovitz wurde die Feier beschlossen, nachdem die Selbsthilfegruppe ihren Mitgliedern Chanukkahpäckchen und Lebensmittelscheine überreicht hatte. Nächste Zusammenkunft Mittwoch d. 9. Jan. 1935 im Lesesaal des Gemeindehauses, Fahrgasse 146, mit einem Vortrag von Frau Dr. Martha Wertheimer. Chanukkah-Feier der Hausfrauen Die Hausfrauengruppe des Jüdischen Frauenbundes feierte in ihrer Zusammenkunft am 6. Dezember das Chanukkah-Fest unter dem Motto „Chanukkah in der Familie".Diesem Gedanken gab die Ansprache von Dr. Frieda F \i c h s tief empfundenen Ausdruck, der das Anzünden der Lichter und der gemeinsame Gesang von Moaus zur den wirkungsvollen Abschluss gab. Alice Baehr sang Lieder von Mozart, Schubert, Löwe und Taubert. Ihr feinsinniger Vortrag mit der einfühlenden Begleitung von Lucie Baehr fand reichen Beifall. Bertha Mannheimer, Liselotte Adler und E. Dessauer spielten das Trio op. 11 von Beethoven und einen Satz aus dem D-moll Trio von Mendelssohn. Das reife künstlerische Zusammenspiel Hess dieses Konzert zu besonderer Leistung reifen. St. F. Chanukkahfeier der Jugendfürsorge Am ersten Chanukkababend fand in der Aula des Philanthropins die Chanukkahfeier der Jugend-Fürsorge der Jüdischen Wohlfahrtspflege statt. Der Einladung der Jüdischen Wohlfahrtspflege waren fast 600 Jungen und Mädchen im Alter von ,6-14 Jahren gefolgt. Zu Beginn wurde feierlich das Chanukkahlicht-entzündet. Nach einem gemeinsamen Gesang des Moaus zur sprachen die Herren Rabbiner Dr. Horovitz und Oberstudiendirektor Dr. Driesen zu den jugendlichen Zuhörern. Es folgte die Aufführung des Stückes „König Saul" der Spielschar des Philanthropins. In vollendeter Form gaben die Schülerinnen und Schüler das Stück wieder, das in seiner klaren Darstellung alle Jungen und Mäd-^" chen in seinem Bann hielt. Nach der Feier, erhielt jedes der anwesenden Kinder eine Tafel Schokolade. Das Chanukkahgeschenla der Jüdischen Wohlfahrtspflege, bestehend aus warmer Kleidung oder neuem Schuhwerk, hatten die Mütter aller von der Jüdischen Wohlfahrtspflege betreuten Kinder — es sind deren weit über 800 — bereits in der Vorwoche erhalten. i Von der Arnold Lazarus-Halle Am 24. November wurde ein Gustav Mahler-Abend veranstaltet. Kapellmeister A. Holde verstand es, den Hörern die Persönlichkeit und das Schaffen des großen Komponisten nahe- - zubringen. In Gemeinschaft mit Frau Dr. Plaut spielte er ferner ein Adagietto. Senta Würzburger, die von Frau Dr. Plaut begleitet wurde, fesselte durch den Vortrag volkstümlicher Mahler-Lieder. Am 1. Dezember sprach Rabbiner Dr. Neu haus über die Golem-Sage. Alice Kassel sang hebräische Sabbatlieder, Schauspieler Rudolf Ganz trug chassidische Legenden vor, und Janko Kauffmann erntete für ostjüdische Volkslieder stürmischen Beifall. Die Begleitung hatte Martel Sommer. Am 8. Dezember fand eine Chanukkah-Feier statt. Die Festansprache hielt Herr J. B. L e v y. Chanukkah - Gedichte und -Skizzen wurden von jugendlichen Sprechern vorgetragen. Ein improvisierter Jugendehor sang hebräische Lieder. Nach der Teepause, in der zirka 550 Personen bewirtet wurden, sprach Frau Steigerwald heitere Dichtungen von Goethe, Heine, B. v. Münchhausen und Josefa Metz. Frau Strauß-Seewald sang Walzer und Arien von Joh. Strauß, und eine jugendliche Tänzerin gab eine Probe ihrer Kunst. Am 15. Dezember hielt Herr Karl Lorsch einen Vortrag über „Die Juden als Soldaten". Walter Z e d n e r sprach Kriegsgedichte von Jakob Löwenberg. Walter Heymann, Hugo Zuckermann, Franz Oppenheimer u. a. Hans Assenheim sang, von Lilly Schwarz-Mayerhofer begleitet, eine Arie und das Volkslied „Der gute Kamerad". San.-Rat Dr. B a e r und Frau, spielten Beethoven (Geige und Klavier). Martel Sommer und Frati Dr. Baer umrahmten den Abend mit Militärmärschen von Schubert. Am 22. Dezember versetzte ein Vortrag von Frau Dr. .Eding e r die Hörer in „die Tage der J\iden-Emanzipation". Wolfgang Edinger rezitierte aus Schriften von Moses Mendelssohn, Herder und Wilh. v. Humboldt. Siegfried Würzburger spielte eigene Klavier-Kompositionen (über jüd. Melodien) und begleitete Frl. Lucie Rothschild, die Lieder von Händel, Schubert und Hugo Wolf vortrug. Rabbiner Dr. Max Dienemann über seine Palästina-Reise Nach seiner soeben erfolgten Rückkehr von einer längeren Reise durch Palästina spricht Herr Rabbiner Dr. Max Dienemann, Offenbach, in Frankfurt a. M. über „Eindrücke von meiner Palästina-Reise" vor der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Centraivereins den t sher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 8. Januar 1935 8K Uhr im großen Saal des Vereinshauses, Eschersheimerlandstr. 27 statt. Kulturelle Hilfe für die Kleingemeinden "Im Einvernehmen mit anderen kulturellen jüdischen Organisationen veranstaltet der Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. eine Büchersammlung, durch welche wertvolle Bücher insbesondere jüdischer Autoren und jüdischen Inhalts aus Privatbesitz gesammelt und den jüdischen Menschen in den Kleingemeinden zur Verfügung gestellt werden sollen. In Anbetracht der Bedeutung dieser Sammlung werden alle Gemeindemitglieder gebeten, sich zu beteiligen. Die Helfer des Centraivereins sind jederzeit bereit, die Bücher abzuholen. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V., Steinweg 9, Zimmer 22. Telefon 25403. Vertragszwang und Musikunterricht Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß nach amtlicher Verordnung, Privatunterricht in der Musik nur noch nach Abschluss eines' amtlichen Vertrages erteilt werden darf. Mit dieser Verordnung wird ein Rechtschutz, für die Arbeitsleistung der Musikerzieher erstrebt. Musikerzieher, die den Vertragsabschluß