Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-01-01 · 5 (1.1935) · p. Seite 192

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
5 (1.1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 192 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3094266-3094412-3094417--4485-3099279
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 192 die in den ersten 7. Monaten des Jahres nach Amerika eingewandert sind, etwa 50 Prozent aus Deutschland, von wo sie zum Teil direkt, zum Teil Dach vorübergehender Niederlassung in anderen europäischen Ländern nach Amerika ausgewandert sind.— Santiago de. Chile. Eine Gruppe im letzten Jahr aus Deutschland eingewanderter Juden hat gemeinsam mit den früher in Chile ansässig gewesenen deutschen und ungarischen Juden eine Kultusgemeinde deutsch "sprechender Juden gegründet. Die neue Gemeinde will eine eigene Synagoge errichten, die gleichzeitig als Versammlungsraum für die Einwanderer aus Deutschland dienen soll. Ferner ist die Errichtung oiner Bibliothek geplant, in der von Zeit zu Zeit Vorträge veranstaltet werden sollen. Für die traditionell-religiöse Erziehung der Jugend soll gesorgt werden. — Toronto. Dem Minister für soziale Angelegenheiten der kanadischen Provinz Ontario, David Arnold Kral, ist jetzt auch das Portefeuille des Arbeitsministers anvertraut worden. Minister Kral, der erst im 34. Lebensjahr steht, ist Jude. Asien Palästina. Im September sind 4804 Personen, unter ihnen 4535 Juden, zur Einwanderung nach Palästina zugelassen worden. — Die Palästinaregierung hat für das kommende Halbjahr 9700 Arbeitereinwanderungs - Z e r t i f i k a t e bewilligt; Geg-anüber der Anforderung der Jewish Agency, die 18 600 Zertifikate betraf, bedeutet die neue Quote eine Kürzung um 47 Prozent. 2200 Zertifikate wurden, für Einwanderer, die ohne Erlaubnis ins Land gekommen sind, und für Touristen, die um die Bewilligung des dauernden Aufenthalts angesucht haben, zurückbehalten. — In der hebräischen Presse Palästinas wird in letzter Zeit eine Verstärkung und Systematisierung der Bewegung zur H e b r a i - sierung der jüdischen Familiennamen gefordert. Es sollen Kommissionen eingesetzt werden, denen die Auswahl passender Familiennamen übertragen werden soll. Gleichzeitig wird, eine Herabsetzung der Gebühren für Namensänderung verlangt. — Derzeit sind eine Reihe von Projekten zur Errichtung von Hotels und Sanatorien auf den Hügeln um Jerusalem in Bearbeitung. Bei diesen Plänen wird damit gerechnet, daß die Höhen um Jerusalem im Sommer ein angenehmes Klima aufweisen und als Kuraufenthalt in Betracht kommen. Man erwartet, daß die Umgebung Jerusalems, sobald entsprechende Einrichtungen geschaffen sind, von vielen Bewohnern Tel Awiws und Haifas, die bisher im Sommer den Libanon aufzusuchen pflegten, als klimatische Höhcnstation und Sommerfrische bevorzugt werden wird. — Über die P'a 1 ästina-Einwanderung im Monat Oktober, die den stärksten bisher verzeichneten Zustrom von jüdischen Einwanderern innerhalb e;nes Monats brachte, liegen nunmehr die amt: liehen Ziffern vor. Von den 6376 Einwanderern, die in diesem Monat nach Palästina kamen, waren 6138 Juden. Der Kategorie von Einwanderern mit einem Mindestkapital von 1000 Pfund gehörten 954 Personen (einschliesslich der Angehörigen) an.— Wie die Jewish Agency for Palestine offiziell bekanntgibt, wurden die Verhandlungen für die Aufnahme einer durch die Jewish Agency und den Keren Hajessod garantierten Anleihe von 500-000 Pfund abgeschlossen. 450.000 Pfund werden von der Lloyd's Bank, die übrigen 50.000 Pfund von der Anglo Palestine Bank zur Verfügung gestellt. Die Anleihe wird für einen Zeitraum von 15 Jahren zu einem Zinsfuss von 4% aufgenommen. —. Vom 1. Januar 1935 angefangen, werden' durch 20 Postämter in Palästina hebräische Telegramme nicht nur wie bisher in lateinischen Lettern, sondern auch in hebräischen Schriftzeichen sowohl entgegengenommen als auch zugestellt werden. Die Postämter in Jerusalem, Jaffa, Tiberias und Safed werden vorläufig, bevor nicht entsprechende neue Vorkehrungen getroffen werden, in diese Neuregelung nicht einbezogen. — Im Hafen von Jaffa ankerte die&er Tage der japanische Dampfer „Piro" der ostasiati- * sehen Sehiffsgesellschaft, die ihren europäischen Sitz in Kopenhagen hat. Aus diesem Anlass wird mitgeteilt, daß von jetzt ab ein direkter Schiffsverkehr von den Häfen des fernen Ostens (Shanghai, Singapore, Hongkong u. a. m.) nach Palästina bestehen wird. Talmud Thora-Verein Freitag den 4. Januar, Vortrag von Herrn Weissbecker, Freitag den 11. Januar, Vortrag von Herrn M. Hes, Freitag den 18. Januar, Vortrag von Herrn J. Walk, Freitag den 25. Januar, Vortrag und Freitag den 1. Februar, Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Neuhaus. Auf vielfachen Wunsch richten wir eine Lernstunde unter Leitung von Herrn Rabbiner Dr. Neuhaus „Aus der jüdischen Geschichte" ein. Die Lernstunden finden jeweils am Sonntag den 15. und 27. Januar und am 10. und 24. Februar im Anschluß an den Abendgottesdienst in der Synagoge am Börneplatz statt. Jeden Samslag nach Mincho (4 Uhr) Lernstunde für junge Leute „Die Ethik des Judentums nach Pirke Aboth" Herr Rabbiner Dr. Neuhaus. Fortbildungsunterricht für Knaben.und Mädchen täglich äb 3 Uhr nachm. Fortbildungsunterricht für'junge Leute täglich ab 8 Uhr abends. (Vereinslokal: Synagoge Börneplatz, Büro Theobaldstr. 6). Chor der Synagoge Unterlindau Für den neugegründeten Knabenchor werden noch einige stimmbegabte Knaben (Sopran und Alt) gesucht. Anmeldung bei Lehrer Silberpfennig, Rappstraße 12 (Nähe Scheffeleck), Sonntags von 11—12 Uhr. In der Schulzeit außerdem Montag und Donnerstag von 6—7 Uhr Unterlindau 21. Herrenhemden nach Maß Anfertigung von Herrenhemden Schlafanzüge,auch bei Stoffzugabe Auf Wunsch Hausbesuch Bernhard Grünebaum Röderbergweg 41 Tel. 43461 E. M O S E R FQratenbergerstr. 163 Lebensmittel, Obst, Gemüse u. Südfrüchte / Spez. Feinkost / Prompte Bedienung und Lieferung frei Haus Feier des Handwerkervereins Aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens veranstaltete der Verein selbständiger israelitischer Handwerker und Gewerbetreibender e. V. Frankfurt am Main im großen Saal des Vereinshauses eine akademische Feier. Nach einer Begrüßungsansprache durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe, Dipl.-Ing. Joseph ergriff der Vorsitzende des Vereins, W. M a r c u s - Berlin, das Wort. Durch die veränderten Verhältnisse sei die Frage des Handwerks unter den Juden die Frage unter den Juden geworden. Nach einer Rückschau auf die Entwicklung der Handwerkervereine in Deutschland kam er auf die Aufgaben des Vereins, der jüdischen Gemeinden und der jüdischen Oeffentlichkeit gegen das Handwerk zu sprechen. Rabbiner Dr. Hoffmann beglückwünschte den Verein zu seinem Jubiläum und begrüßte ihn als Organisation des Willens und der Tat. Es sei Pflicht des gesamten Judentums, das Handwerk in seinem Existenzkampf zu unterstützen und z.u fördern.^ Rechtsanwalt Dr. Rheinstein überbrachte dem Verein die"Glückwünsche des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde, der Wohlfahrtspflege undfder'.Jugendkommission; H. Bondi die der Israelitischen Religionsgesellschaft. Für die drei Frankfurter Logen sprach Rechtsanwalt Dr. Neuberge r, für die Gemeindevertre tung Felix Meyer, für den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Siegfried Rosenberg, für den Verein Berufsberatung und Arbeitsnachweis Dr. S e e 1 i g , für die Waisenanstalt Professor Dr. Fink. Ausserdem brachten Glückwünsche dar der Metzgergehilfenverein (Gustav Reinhard), die Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes und der Mädchenklub (Irene Darmstädter), die Selbsthilfegruppe für Körper- und Gehbehinderte (Irma Dresdner), der Freisinnige Verein für jüdisches Gemeindeleben und die Jüdische Chorvereinigung (Gustav Landsberg), die Israelitische Volksschule (Rektor Ochsenmann), die Frauengruppe des Handwerkervereins (Frau Schwarzschild), die auswärtigen Ortsgruppen hatten Vertreter gesandt. Nachdem er der verstorbenen Mitglieder Julius Weishaupt und Salomon David gedacht hatte ,überreichte Dipl.- Ing. Joseph den Gründungsmitgliedern Albert Kösterich, Hermann Rose n t h a 1, Max Rosenthal, Eugen Weiß, Hermann W e t z I e r , Max Schlesinger und Moses Schloß die silberne Verbandsehrennadel. Kammersänger Hans Erl brachte Gesänge zum Vortrags die die eindrucksvolle Feier würdig umrahmten. V. A. Chanukkahfeier im I. T. B. Auch dieses Jahr fand wieder eine Chanukkahfeier für die ITB-Jugend statt. Bei Kakao und Kuchen wurde den in großer Zahl erschienenen Kindern Darbietungen vorgeführt. In der Begrüssungsanspraciie des Herrn Dr. Freimann wurde den Kindern die Notwendigkeit der geistigen und körperlichen Ertüchti-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.