Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 5 (1.1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 186 Die Reichsyertretung der deutschen Juden richtet folgenden Appell an die jüdische Oeffentlichkeit: Unsrer jüdischen Schuljugend ist jetzt eine Möglichkeit gegeben, die Stunden des Sabbaths zu eigen zu gewinnen. Die jüdischen Schüler können auf Antrag der Erziehungsberechtigten am Sonnabend vom Schulbesuch befreit werden. Der Unterricht am Sonnabend ist durch die Einführung des Staatsjugendtages neu geregelt. An diesem Tage findet für das 5. bis 8. Schuljahr wissenschaftlicher Unterricht nicht mehr statt. Anregungen, die die Eeichsvertretung den Gemeinden übermittelt, wollen aufzeigen, wie der Sabbath für unsere Jugend gestaltet werden kann, damit sie es wieder lerne, den Sabbath zu halten. Für ein Werk seelischen Aufbaus, für die innerliche Aufrichtung soll eine Grundlage bereitet werden. Ein feierlicher und festlicher Sabbath soll die Freude am Judentum und damit die Freude am Leben stärken. Wir rechnen darauf, daß unsere jüdischen Eltern sich dieser, großen Möglichkeit eröffnen und dieser bedeutungsvollen Aufgabe Verständnis entgegenbringen. Die Reichs Vertretung der deutschen Juden: Baeck Hirsch * - Die Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: Der Organisationsausschuß der Reichsvertretung trat am 16. Dezember zu einer zweiten Sitzung zusammen. Die Beratung führte zu einer Klärung der Frage der Erweiterung des Präsidialausschusses der Reichs Vertretung. Es bestand Einmütigkeit darüber, daß der Präsidialausschuss um zwei weitere Persönlichkeiten erweitert werden soll, die mit dem Berliner Gemeindeleben eng verbunden sind. Eine darüber hinausgehende Erweiterung des Präsidialausschusses wurde abgelehnt. Der Ausschuss beschloss von Personenvorschlägen abzusehen. Er beauftragte vielmehr einstimmig seine Berliner Mitglieder, dem Präsidialausschuss eine Vorschlagsliste vorzulegen, aus der der Präsidialausschuss die Auswahl für die Berufung der zwei neuen Mitglieder vornehmen soll. Es besteht Einvernehmen zwischen Präsidialausschuss und Organisationsausschuss, daß die Berufungen mit sofortiger Wirkung vorgenommen und. dem Beirat zur nachträglichen Bestätigung vorgelegt werden sollen. Der Organisationsausschuss beschäftigte sich ferner mit der künftigen organiatorischen Gestaltung der im Zentralausschuss der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau zusammengefassten sozialen und wirtschaftlichen Hilfsarbeit, die nach der übereinstimmenden Meinung aller Mitglieder des Organisationsausschusses in den organisatorischen Rahmen der Reichsvertretung eingefügt werden soll. Uber die Grundzüge der dadurch sich ergebenden Gestaltung der Arbeit wurde weitgehend Übereinstimmung erzielt.' j 1 Die Umgestaltung soll so schnell wie möglich durchgeführt werden. Es wird dann die gesamte zentrale jüdische Arbeit in Deutschland bei n der Reichsvertretung einheitlich zusammengefasst sein. Bei der Fortsetzung seiner Arbeit wird der Organisatiosaüsschuss insbesondere0prüfen, inwieweit eine stärkere zentralej Einflussnahme auf die jüdische Schulentwicklung notwendig und möglich ist, sowie weichte, organisatorischen Aufgaben sich daraus ergeben. r. Der Organisationsausschuss nahm schliesslich eine Reihe von Zuwahlen vor. Er besteht nunmehr aus folgenden Mitgliedern: 1. Rabbiner Dr. Leo Baeck, Berlin; 2. Justizrat Dr. Blau, Frankfurt a. M. Vertreter Rechtsanwalt Dr. Geiger, Frankfurt a. M.; 3. Wilhelm Breslauer, Leipzig, Vertreter Paul Goldschmidt, Leipzig; 4:-Justizrat Dr. Brodnitz, Berlin; 5. Dr. David, Hamburg, Vertreter Dr. Weissmänn, Gleiwitz; 6. Ministerialrat i. R. Dr. Otto Hirsch, Berlin; 7. Rechtsanwalt Dr. Horovitz, Frankfurt a. M., Vertreter Hekscher, Hamburg; 8. Rechtsanwalt Kozower, Berlin; 9. Amtsgerichtsrat May, Köln; 10. Dr. Siegfried Moses, Berlin; 11. Obersttandesgeriehtsrat Dr. Neumeyer, München, Vertreter Kommefzienrat Mayer, Mainz; 12. Dr. Leo Löwenstein, Berlin; 13. Landgerichtsrat Dr. Rau, Berlin; 14. Professor Stein, Karlsruhe, Vertreter Leopold Levi, Stuttgart; 15. Rechtsanwalt Heinrich Stern, Berlin; 16. Rabbiner Dr. Vogelstein, Breslau, Vertreter Stadtrat Less, Breslau; 17. Max Warburg, Hamburg, Vertreter Dr. Hirschländ," Essen; 18. Dipl.-Ing. Bruno' Woyda, Berlin. Es darf erwartet werden, daß die Arbeiten des Organisationsausschusses in entscheidender Weise dazu beitragen werden, der Reiehäveftretung in reibungsloser Zusammenarbeit mit Gemeinden, Landesverbänden und freien Organisationen die Verwaltung der gemeinsamen jüdischen Interessen in Deutschland zu ermöglichen: ' . Das Haus der S Billigen Preise Solomon & Co. G. m. b. H. 1 Kronprlnzenstrasse 21 PEZIAL1TÄTEN: Unterkleidung Strumpfwaren Wäsche für Damen u. Herren Kleiderstoffe Bettstoffe, Koltern Strickwolle, Kurzwaren; B. & R. 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