Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 4 (12.1934)
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 145 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 145 Persönliche Nachrichten Edmond de Rothschild Am 2. November ist in Paris Baron Edmond de Rothschild verschieden. Als Sohn von James Mayer von Rothschild, einem der „Fünf Frankfurter", wurde er am 19. August 1845 in ßoulogne sur Seine geboren. Mit ihm ist einer der Männer dahingegangen, denen die Judenheit der "Welt unauslöschlichen Dank scb uldet. Als einer der" ersten erkannte er die Notwendigkeit, die Lage der Juden in der Diaspora nicht durch Wohltätigkeit allein zu bessern, sondern durch konstruktive Maßnahmen von Grund auf zu gesunden. So wurde er der Schöpfer einer neuen Epoche der Palästina-Kolonisation. Als die ersten palästinensischen Kolonien in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten, die das mit so viel Begeisterung -begonnene Werk scheitern zu lassen drohten, wandte man sich an bdmond de Rothschild um Hilfe. Zunächst leistete er an die Siedler in Rischnn le Zion, Sichron Jaacob und Rosch .Pinah beträchtliche Geld- Unterstützungen-und übernahm diese Kolonien mit einigen anderen in sein Protektorat. Er veranlaßte den Uebergang von dem für diese Kolonien ungeeigneten Getreidebau zum Weinbau, er errichtete in Rischon le Zion die größten Weinkellereien der Erde und sorgte für den Absatz der Produktion.' Er baute ITäuser, Synagogen, Krankenhäuser, Schulen und setzte eine Administration ein, die in seinem Auftrag die Verwaltung der Kolonien durchführte. Im Jahre 1909 übergab jedoch „der Baron" die gesamte Verwaltung der bisher von ihm subventionierten Gebiete der Jewish Colonization Association (ICA). In großzügigster Weise gab er auch weiterhin die dazu erforderlichen Mittel. Im Jahre 1925 übernahm der Baron wieder die palästinensische Administration und übertrug sie einer eigens hierzu geschaffenen Organisation, der Palestine Jewish Colonization Association, deren Vorsitz sein Sohn James führt. 5mal in seinem Leben war der Baron in Palästina, zuletzt im Frühjahr 1925. Ein wahrhaft triumphaler Empfang wurde ihm bereitet, mit größten Ehrungen und herzlichem Jubel wurde er dort begrüßt. Für den palästinensischen Juden ist Baron Edmond de Rothschild „Hanadiw", d. i. der Wohltäter geworden. Die Summe, die er für Palästina aufgewandt hat, wird auf 100 Millionen Goldfrancs gesciiätzt. Der Dank für seine Leistung hat seinen Ausdruck in seiner Ernennung zum Ehrenpräsidenten der Jewish Agency gefunden. Edmond de Rothschild, dessen Kunstsammlungen zu den bedeutesten unserer Zeit gerechnet werden müssen und dessen philanthropische Leistungen seinen Namen auch außerhalb Palästinas verewigen, wird auch unserer Gemeinde, die den Namen des Hauses Rothschild mit ihrer Geschichte eng verbindet, immer mit Ehrfurcht und Dank genannt werden. Julius Mankiewicz Am 25. November 1934 verstarb nach längerem Kranksein das Mitglied der Gemeindevertretung, Herr Dr. Julius Mankiewicz. In ihm verliert die Frankfurter Gemeindeverwaltung einen besonders wertvollen Mitarbeiter. Obwohl erst seit 4 Jahren in der Gemeindevertretung tätig, hat der Heimgegangene es verstanden, durch seine glänzende Auffassungsgabe und seinen scharfen Blick für alles Wesentliche sich in die Gemeindegeschäfte in überraschend kurzer Zeit einzuarbeiten. Besonders in der Finanzkommission, deren rühriges Mitglied er von Anfang seiner Amtstätigkeit an war, hat er— zumal bei der Beratung des Haushaltsplans — Ausgezeichnetes geleistet. Auch den sozialen Einrichtungen der Gemeinde galt sein tätiges Interesse. Ueber den Kreis der Gemeinde hinaus hat er sich stets als überzeugungstreuer Jude gezeigt, und die Aelteren werden sich erinnern, daß er vor mehr als einem Menschenalter sich unter den Männern befand, die die Gründung des „Verbands der deutschen Juden" vorbereiteten: Seine Arbeit wird in den Kreisen der Gemeinde schmerzlich vermißt werden und schwer zu ersetzen sein. In Dankbarkeit und Anerkennung wird stets des Namens Dr. Julius Mankiewicz gedacht werden. g_ die Dame L den Herrn 1 ür das Kind die Hausangestellte Für jeden Haushalt PRAKTISCHE (BESCHENKE j^W& Festesfreude ~ bereiten CHARLOTTE Schmuck CHARLOTTE Geschenke für Jeden Gesdimadt Karten- Vorverkauf für Neues Theater V.HARLOTTE Louis Simon . Kaiserstraße 4 <c|\ Tafelgeräte schwer versilbert Bestecke Modeschmuck Silberwaren von Kaiser- K*i$ers *!rajse 4 tsriTMrmSB s,rasse 4 Porzellan — Glas — Keramik Pollopas — Kleinmöbel. 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