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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-12-01 · 4 (12.1934) · p. Seite 135

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
4 (12.1934)
Date
1934-12-01
Page
Seite 135 (sequence 13)
Language
German
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Seite 135 von einer sklavischen wie von der sogen, freien Uebersetzung gleich weit entfernt. Von den »beiden Prinzipien, die in Anlehnung an ein Wort von Schleiermacher der Uebersetzer zu befolgen hat, nämlich den Text zum Leser und den Leser zum Text hin zu bewegen,*) stehtbei der Schreiber'schen Thora-^Uebersetzung im Unterschied zur Buber'schen das erstere im Vordergrund ohne daß das zweite vernachlässigt würde. Und so sehen wir auf Grund dieser nach Umfang und Inhalt bedeutenden Probe einer deutschen Bibel entgegen, die nach menschlicher Voraussicht für die nächsten zwei bis drei Generationen d i e Hausbibel des deutschen Juden sein wird. Für dies Geschenk gebührt ■dem Herausgeiber wie seinen Mitarbeitern unser aller Dank. Ein besonderer Dank dem bewährten Verlag von J. Kauffmann, Frankfurt a. M., der dies Buch in handlichem Format, geschmackvollem Einband, in klarem Druck auf reinem Papier zu mäßigem Preis herausgebracht hat. Wer künftig eine deutsche Bibel erwerben will, nicht nur um eine zu besitzen, sondern sich dies Grundbuch unserer Geschichte und unseres Glaubens zu eigen zu machen, der darf nicht mehr sagen, daß es keine gebe, die nicht allen berechtigten Ansprüchen eines gebildeten Lesers genügt. Rabbiner Dr. Salzberger Die jüdisch-deutschen Hohelied-Uebertragungen Ein Beitrag zur hebräischen Bibliographie von Karl Habersaat In einer früheren Arbeit „Zur Datierung der jüdisch-deutschen Hohelied-Paraphrasen" habe ich bereits auf die verschiedenen Drucke und ihre Seltenheit hingewiesen. Zu obiger Arbeit möchte ich hier einiges hinzufügen und verschiedene Angaben berichtigen. Es sei ferner erwähnt, daß in den zahlreichen jüdisch-deutschen Hagiographen Ausgaben die fünf Megilloth, also auch das Hohelied, fast nie zu finden sind, diese vielmehr stets den Pentateuch- Ausgaben beigedruckt wurden. So erklärt es sich, daß selbst nach dem Steinschneider-Katalog der Bibliotheca Bodleiana in Oxford (1857) nicht immer eine sichere Ermittlung der Paraphrase nach dem gegebenen Titel möglich war. Die älteste Uebertragung des Hohenliedes, datiert aus dem Jahre 1421, befindet sich vermutlich in Parma. Die in Encyclop. Jud. IV, 594 erwähnte Handschrift einer jüdischdeutschen Paraphrase von Abraham ben Elijahu stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Hierbei wird offen gelassen, ob Abraham ben {Elijahu der Verfasser oder Kopist ist. Eine weitere Handschrift befindet sich in Paris Cod. Sorb. 112, vgl. Serapeum XXV (1864) Nr. 433. Die bisher bekannten frühesten jüdisch-deutschen Drucke stammen aus den 40er Jahren des 16. Jahrhunderts. So kennen wir aus der Zeit von 1540—1610 etwa ein Dutzend Verdeutschungen der Megilloth und somit auch des Hohenliedes. Im Jahre 1544 erschienen die Uebertagungen des Petrus (oder Paulus?) Aemilius (Et. E. J. 1882 iS. 315) in Augsburg, und die von Michael Adam in Konstanz. Eine Uebersetzung von Isaak Sulkes mit midraschischen Zusätzen wurde 1579 in Krakau bei Isaak ben Ahron gedruckt. Für die Basler Ausgabe des Jehuda ben Moses Naphtali (Low Bresch) von 1583 ist zu bemerken, daß Israel ben Daniel Sifroni der Setzer und Thomas Guarin der Drucker ist. (vgl. Lüthi, Hebräisch in der Schweiz S. 25, 31; Fürst I, 131; Hoest I, 178) schließlich die Paraphrase (nach Hl. 3, 11) des Jakob Iben Isaak Aschkenasi aus Janowa vermutlich zuerst in Lublin (1600) bei Kalonymos ben Mordachai Jafe erschienen. Der „Beer Mosche" (Deut. 1, 5) von Moses Saertels mit Glossen zum Hohenlied wird 1551 zum ersten Mal erwähnt. Für die Ausgabe Prag 1610 von Isaak Kohen ben ßimson (C. B. 1193, S. 349) würde ich allerdings der Meinung sein, daß sie die Megilloth enthält, und zwar nicht nur auf Grund der Aeußerungen Steinschneiders im Catal. Bodl., sondern besonders im Hinblick auf die ausdrückliche Bekundung bei Wolf IV, 199. Ueber eine Ausgabe von 1608 vgl. Wolf H, 389. Ob Elia Ulma auch der Drucker der Ausgabe von 1622 ist, bleibt dahingestellt. Die 1716/17 in Hanau gedruckte Ausgabe des Menachem ha Kohen erschien bei Johann Jakob Beausang und die Fürther Ausgabe des Eljakim Götz ben Jakob von 1726 bei Menachem Manis. Die Preußische Staatsbibliothek in Berlin besitzt die Ausgabe Amsterdam 1749 (Mikra meforasch) von Rödelsheim, Eleazar Süßmann (C. B. 1197), ich habe allerdings keine Megilloth darin zu entdecken vermocht. Die Angabe bei Wininger V, 211 dürfte nicht sehr zuverlässig sein. In starker Anlehnung an die Blitz'sche Uebersetzung (1676) erschien eine Paraphrase in Amsterdam 1755 resp. 1793 bei Hirz Levi Rophe und seinem Schwiegervater Kosman. Die Uebereinstimmung besonders in den Megilloth können *) nach Franz Rosenzweig: Die Schrift und Luther S. 6 ff. Dr. jur. Hugo Hoff mann Generalvertreter der Victoria-Versicherung Kaiserstrafje 2 + Farnsprecher 24841/2 nicht zufällig sein. Nach Staerk-Leitzmann (S. 74 Nr. 21) ist das Hohelied im Maggische mincha erst in der Lemberger Ausgabe (1816), gedruckt von Jos. Schneider, zu finden. Die fast noch ganz unbearbeitete Geschichte der jüdisch-deutschen Hohelied-Paraphrasen wird durch das Erscheinen der Version Mendelssohns in zwei Perioden zerlegt, und zwar die der eigentlich jüdisch-deutschen und die der schriftsprachlichen Uebertragungen. Die Hohelied-Uebersetzung Mendelssohns erschien in hebräischen Buchstaben mit dem hebräischen Urtext gegenüber und mit erläuternden Anmerkungen. Diese Ausgabe der Uebertragung Mendelssohns ist von einem jungen Theologen in Braunschweig namens Israel Abraham Brakel, mit Hilfe von Gustav Weiße (Carl Georg Albus) daselbst in deutsche Schrift übertragen worden. Beide haben einige Anmerkungen aufgenommen (nebst den Abweichungen in HI, 7 und VT, 9) und unter den Text gesetzt, die kritischen Anmerkungen aber ganz weggelassen. Die Uebersetzung erschien unter dem Titel wie folgt: Salomo's hohes Lied für jüdisch-deutsche Nation übersetzt und mit einigen, erklärenden Anmerkungen versehen von Moses Mendelssohn, und die hebräischen Lettern ins Deutsche übertragen von Israel Abraham Brakel. Braunschweig, Carl Schröder 1789, 35 S. Ferner in: Mendelssohns gesammelte Schriften Bd. VI (1844) S. 369 ff. (Fürst H, 365; ÜJ, 214). Eine ähnliche Untersuchung veröffentlichte S. Birnbaum über die jiddische Psalmenübersetzung in Bibel und Deutsche Kultur Bd. H (Veröffentlichung des Deutschen Bibelarchivs in Hamburg). Es ist zu hoffeu, daß gerade auf diesem Gebiet noch weitere Forschunsen in Zukunft unternommen werden. Joachim Prinz, Illustrierte jüdische Geschichte, Berlin 1934, Brandus'sche Verlagsbuchhandlung. Seit die erste Auflage dieser „Jüdischen Geschichte" erschienen ist, hat sich die Situation der deutschen Judenheit in wesentlichen Punkten verändert. Dem trägt die Neuauflage Rechnung: es ist bezeichnend für die Gegenwartsgebundenheit jeder lebensvollen Geschichtsdarstellung, daß ihre Lesbarkeit und ihr Erfolg zunimmt, je mehr Beziehung zur Gegenwart in ihr gefunden werden. An der Aufdeckung solcher Beziehungen hat es Prinz nicht fehlen lassen. Die Darstellung mancher Epoche der jüdischen Geschichte ist von Erfahrungen und Wissen unserer Zeit geprägt. Zwar sind dadurch manche Akzente verschoben und das, was beinahe schon antiquiert „geschichtliche Objektivität" heißt, wird oft bewußt vernachlässigt; aber die Spannung, mit der hier jüdische Geschichte gestaltet und Vergangenes aktualisiert, das Temperament mit dem Tatsächliches gedeutet wurde, verfehlen ihre Wirkung nicht. Auch diesem Buche von Joachim Prinz ist seine persönliche Kunst der Formulierung zu eigen. Wer es liest, wird in den Bann eines erzählerischen Gestalters geraten. — Eine Anzahl von Abbildungen, geschickt, wenn auch etwas willkürlich ausgewählt, erhöhen den Wert des Werkes, dem der Verlag eine sorgfältige, geschmackvolle Ausstattung gegeben hat. Ghr. Jmsurwieder* Schlaganfälle ArreHenverkalkun Beugen sie rechtzeitig vor mit Oisarteron, dem bewährten, reinen 4-Pflanzenpräparat Zahlreich« Ärzte bestätigen die überaus günstige Wirkung Disarterou^ ErhälHich in Apothehen i

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