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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-12-01 · 4 (12.1934) · p. Seite 126

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
4 (12.1934)
Date
1934-12-01
Page
Seite 126 (sequence 4)
Language
German
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Seite 126 Judas Kämpfe mit Apollonius, Judas Kämpfe mit Apollonius, Seron, Lysias und Gorgias Als AppoUonius, der syrische Feldherr in Samarien, von dem Vorgefal' enen Kunde erhielt, sammelte er seine ganze Macht und zog gegen Judas zu Felde. Dieser eilte ihm entgegen und besiegte ihn im ersten Angriff, tödtete eine Menge der Feinde und darunter Apollonius selbst, dessen Schwert er gewann, machte noch viel mehr Verwundete und zog sich mit der ganzen Beute des feindlichen Lagers zurück. Nun vernahm Seron, der syrische Feldherr in Cölesyrien, es hätten sich so Viele an Judas angeschlossen, daß sie schon eine bedeutende kriegsfähige Macht bildeten; daher beschloß auch er gegen denselben ins Feld zu ziehen, weil er es für seine Pflicht hielt, die Uebertreter der königliehen Verordnungen wo möglich zu züchtigen. Er bot also die ganze Macht, die er zur Hand hatte, nebst den jüdischen Ueberläufern und Verräthern auf, rückte gegen Judas vor und kam bis Bethoron, einem Flecken in Judäa, wo er ein Lager aufschlug. Hierher zog auch Judas, um ihm eine Schlacht zu hefern. Da die Seiiiigen ihrer geringen Anzahl und des Mangels an Speise wegen (sie waren so gut wie nüchtern) wenig Lust zum Angriff zeigten, ermuthigte er sie durch die Vorstellung, wie nicht auf der Anzahl der Sieg und das Uebergewicht über die Feinde beruhe, sondern auf dem Verhalten gegen Gott; davon gäben ihnen das einleuchtendste Beir spiel ihre Vorfahren, die, weil sie aus Frömmigkeit und für ihr Gesetz und ihre Kinder gekämpft so oft viele Tausende in die Flucht geschlagen hätten; Sittenreinheit sei überhaupt die mächtigste Schutzwehr. Nach diesen Worten' ordnete er an, die Seinen sollten ohne Furcht vor der Menge der Feinde, alle auf Seron eindringen, und so gelang es ihnen, die Syrer in die Flucht zu treiben; sobald nämfich der Feldherr gefallen war,v ergriffen Alle die Flucht, in der sie allem ihr Heil zu finden hofften. Judas verfolgte sie bis zur Ebene und tödtete noch gegen achthundert; die übrigen retteten sich an die Küste. Solche Nachrichten versetzten den König Antiochus in den höchsten Zorn. Er zog sogleich seine ganze Macht zusammen, ließ auf den Inseln eine Menge Söldlinge werben und rüstete sich, mit dem Beginn des Frühjahrs in Judäa einzufallen. Bei Auszahlung des Soldes fand er aber, daß der Schatz nicht ausreiche und daß Geldmangel eintreten werde; es wurden nämlich in den steten Unruhen nicht nur keine Abgaben gezahlt, sondern er war auch bis zur Verschwendung freigebig und verstand nicht, seine Ausgaben nach den vorhandenen Mitteln einzurichten. Demzufolge beschloß er, erst nach Persien zu ziehen, um dort selbst die Steuern einzutreiben. Er übergab daher einem gewissen, Lysias, der bei ihm in hohem Ansehen stand, die Verwaltung seines Landes von Egypten bis zum Euphrat, sowie einen Theil seines Heeres und seiner Elephanten, und trug ihm auf, seinen Sohn Antiochus mit aller Sorgfalt zu erziehen, bis er zurückkehre, dann werde er Judäa unterworfen, seine Bewohner zu Sklaven gemacht, Jerusalem zerstört und das ganze Volk vernichtet haben. Nach solchen Aufträgen an Lysias also eilte der König Antiochus im hundertsiebenundvierzigsten Jahre*) nach Persien, ging über den. Euphrat und zog gegen die Statthalter der höher gelegenen Provinzen. Unterdessen ernannte Lysias Dorymenes' Sohn Ptolemäus, sowie Nikaner und Gorgias, die sich unter Antiochus Freunden durch Tapferkeit auszeichneten, zu Feldherren, vertraute ihnen vierzigtausend Mann Fußvolk nebst siebentausend Reitern an und Heß sie nach Judäa ziehen. Sie kamen mit ihrer Macht bis Emmaus und lagerten sich in der Ebene. Hier stießen noch viele Verbündete aus Syrien und den angrenzenden Landstrichen, sowie eine Menge jüdischer Ueberläufer zu ihnen, auch Kaufleute fanden sich ein, um die Gefangenen zu kaufen und brachten im Voraus die Stricke, womit diese gebunden werden sollten, sowie Gold und Silber zum Ankauf mit. Da nun Judas das Lager und die Menge der Feinde wahrnahm, ermunterte er die Seinen zur Zuversicht und forderte sie auf, den Sieg nur von Gott zu erwarten; zu ihm sollten sie also nach der Sitte der Väter im Bußkleide flehen und die bei großen Gefahren gewöhnliche Art zu bitten anwenden, um den Herrn dadurch gewissermaßen zu zwingen, daß er ihnen Sieg über die Feinde verleihe. Nun stellte er sie nach altherkömmlicher Sitte in Abtheilungen von tausend, und Rotten von hundert Mann auf und entließ alle Neuvermählten, sowie diejenigen, welche erst kürzlich Grundeigenthum erworben hatten, damit sie nicht .aus Liebe zu den Gütern dieses Lebens im Kampfe lässig würden, dann trat er vor und feuerte seine Krieger mit diesen Worten zum Kampfe an: „Noch nie, meine Freunde, ist ein Augenblick erschienen, der euch mehr zur Tapferkeit und Todes- (* 166 v. Chr. Seron, Lysias und Gorgias Verachtung aufgefordert hätte, als der gegenwärtige. Es bleibt uns jetzt keine andere WahL als entweder die Freiheit zu erringen und uns ein glückliches und ruhiges Leben zu gewinnen, wie es uns unsere Gesetze' und unsere alten Einrichtungen zusichern, oder aber, wenn wir uns feige in der Schlacht benehmen, das Schimpflichste zu erdulden und bis auf den letzten Sproß unseres Geschlechtes ausgerottet zu werden. Mit diesen Worten feuerte Judas sein Heer an. In der Nacht nun brach von den Feinden Gorgias mit fünftausend Fußtruppen und tausend Reitern auf, um in der Dunkelheit Judas zu überfallen, und bediente sich dabei einiger aus den abgefallenen Juden als Wegweiser. Kaum hatte Mattathias' Sohn davon Nachricht erhalten, als er auch selbst den Beschluß faßte, in das Lager der Feinde einzufallen, besonders da ihre Macht nun getheilt war. Als daher das Abendessen um die gewöhnliehe Stunde verzehrt worden war, ließ er im Lager viele Feuer anzünden und zog die ganze Nacht hindurch gegen die in Emmaus befindliche Abtheilung der Feinde. Während dessen kam Gorgias im jüdischen Lager an; da er Niemand antraf, vermuthete er, sie hätten sich in den Gebirgen verborgen, und beschloß, sie aufzusuchen, wo sie nur sein möchten. Um die Morgenstunde dagegen stand Judas mit greitausend dürftig Bewaffneten den Feinden zu Emmaus gegenüber. Obgleich er sah, daß die Feinde sich aufs Beste verschanzt und ihr Lager nach allen Regeln der Kriegskunst eingerichtet hatten, ermunterte er doch die Seinen, alle Furcht abzulegen, selbst wenn sie ganz unbewaffnet kämpfen müßten; Gott habe schon oft Kriegern, die sich in solchem Falle befunden, aus Achtung vor ihrer persönlichen Tapferkeit denSiegüber viel größere und viel besser gerüstete Schaaren verliehen. Hierauf ließ er die Trompete zum Angriff blasen und fiel ganz unerwartet über die Feinde her; dadurch setzte er dieselbe in Schreck und Verwirrung tödtete eine Menge von denen, die Widerstand zu leisten versuchten, und verfolgte, die Uebrigen bis Gadara, bis in die Ebene von Idumäa, bis Azot und bis < Jamnia. Im Ganzen fielen gegen dreitausend Mann. Judas verbot seinen Kriegern, nach der Beute ihre Hand auszustrecken, weil sie noch einen gefährlichen Kampf mit Gorgias und dessen Macht zu bestehen hätten; sobald sie auch diesen bezwungen, könnten sie mit Ruhe ans Erbeuten denken, indem sie dann keinen weitern Angriff zu befürchten hätten. Noch während er diese Worte an die Krieger richtete, erblickten Gorgias Söldlinge die im Lager zurückgebliebene Heeresabtheilung in voller Flucht und das Lager in Flammen, und der Rauch ließ sie in der Ferne schon ahnen, was vorgegangen war. Wie sie nun auch noch die mit Judas heraufgezogene Schaar zum Angriff, bereit sahen, ergriffen sie in panischem Schrecken die Flucht, und der jüdische Heerführer sah seine Feinde ohne Schwertstreich verjagt. Durch eine solche Niederlage des von ihm ausgesandten Heeres erbittert, versammelte Lysias im folgenden Jahre sechzigtausend auserlesene Krieger nebst fünftausend Reitern, fiel mit diesen in Judäa ein und zog in das Gebirge, wo er bei Bethsur ein Lager aufschlug. Judas zog ihm mit zehntausend Mann entgegen. Als er die Menge der Feinde zu Gesicht bekam, flehte er den Herrn an, s^in Beistand zu sein; dann warf er sich auf die Vorhut des feindlichem Heeres, schlug dieselbe in die Flucht, tödtete gegen fünftausend Mann und setzte dadurch die Uebrigen in den größten Schrecken. Da Lysias hieraus den Entschluß der Juden, zu sterben oder frei zu sein, recht gut einsah und Ursache hatte, ein abermaliges Zusammentreffen zu fürchten, kehrte er mit seiner übrigen Macht nach Antiochien zurück, vertheilte dort die Soldaten ins Quartier und traf die nöthigen Vorkehrungen, um mit einem größern Heere in Judäa einzufallen. Weil nun die Feldherren des Königs Antiochus schon so viele Niederlagen erlitten hatten, berief Judas eine Versammlung und erklärte, nach den vielen Siegen, die der Herr ihnen verliehen, dürfe man nicht mehr zögern, nach Jerusalem zu ziehen, den Tempel zu reinigen und für die Darbringung der gesetzlichen Opfer zu sorgen. Als er nun mit der ganzen Menge nach Jerusalem gekommen war und den Tempel leer fand, die Thore verbrannt sah und ganze Bäume erblickte, die während der Verödung im Heüigthume aufgewachsen waren, konnte er so wenig, als seine Begleitung, bei diesem Anblicke sich der Thränen enthalten. Er wählte indeß vorerst eine Anzahl Krieger aus und gab diesen Befehl, sie sollten in der Zeit, da er den Tem-, pel wieder heiligen werde, die Akra*) einschließen und zu erobern suchen. Nun verwandte er alle Sorge auf die Reinigung desselben, beschaffte neue Geräthe, den Leuchter, den Tisch, den Altar, Alles aus, Gold, Heß neue Vorhänge vor die Thüröffnungen hängen und besorgte *) Die von Antiochus angelegte Burg in der Unterstadt >

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