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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-11-01 · 3 (11.1934) · p. Seite 115

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
3 (11.1934)
Date
1934-11-01
Page
Seite 115 (sequence 37)
Language
German
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Seite 115 durch Martin Buber. In dieser erhabenen 'Stimmung war das Gefühl der Zusammengehörigkeit und das Band der Gemeinschaft besonders stark und nachhaltig. Den Auftakt zur Lernzeit bildete ein Vortrag von Dr. Dora Edinger über „Persönlichkeitsbildung der Frau", der in den Gedanken wurzelte: Bildung der Persönlichkeit ist Bildung zum Gemeinschaftswtsen und eine Bindung zu dem was ist und was war. Die jüdische Frau fühlt, daß ihr in dem neuen Lebensplan etwas fehlt, nach dem sie zurücksuchen muß, und indem sie z u r ü c keucht zur Vergangenheit, gewährleistet sie eine Zukunft. Elfriede Bergel -Gronemann (Berlin) referierte über „Mut zum Erziehen", und Clara Karo (Köln) über „Jugendbewegung und Elternhaus". Beide Themen wurden in ihrer ganzen Problematik aufgerollt, und die große Verantwortung der Mutter und ihre besondere Aufgabe in der jüdischen Erziehung aufgezeigt; aber auch die Verpflichtung der Ortsgruppen betont, immer wieder zu versuchen, Einfluß auf die Jugendbünde zu gewinnen und in gemeinsamem Gedankenaustausch den nicht immer leichten Weg für Jugend und Elternhaus zu verstehen und zu klären. Die eigentliche Gesamtvorstandssitziing bildete den Abschluß der dreitägigen Zusammenkunft und behandelte in ebenso straffer, disziplinierter, wie würdiger Form alle praktischen Arbeitsgebiete. Ausbildungsfragen, Erfahrungen in der Berufsumschichtung, hauswirtschaftliche Arbeit und Hausffauenkommission. Der ernste Wille der jüdischen Frauen, an der Lösung dieser für die Gemeinschaft zu wichtigen Aufgaben mitzuhelfen, kam im Austäusch der gemachten Erfahrungen zum Ausdruck. Ein jetzt herausgekommener Werbeprospekt zeigt sehr interessant die bisher vom JFB. geleistete Arbeit. — In einem zusammenfassenden Referat von Aenne Hahn (Essen) über „Auswertung der Lernzeit für die Bundesarbeit" wurde noch manche wertvolle Anregung zur Intensivierung des jüdischen Lernens und Bilden« für die Ortsgruppen und Vereine wie für die Einzelne gegeben. Die Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes, Frau Ottilie Schoenewald, schloß die würdige und erhebende Tagung mit dem Appell an die Frauen, ihre Seelen zu aktivieren und ihre Arbeit, ihre Aktivität zu beseelen, denn für eine große Idee setzen sie ihre Kräfte ein. So lange aber nicht die letzte jüdische Frau zu uns gehört, hat der Jüdische Frauenbund seine Aufgabe noch nicht erfüllt. Cilly Neuhaus Aufgaben der deutfchen Jüdin Trotz aller Erniedrigung, die man uns Juden auferlegen will, bleibt es für den jüdischen Frauenbund Pflicht und Aufgabe, Treuhänderin der deutschen Frauenbewegung in ihrer reinsten, geistigen, sozial-ethischen unpolitischen Form zu sein. Deutsche, Frau und Jüdin zu sein, sind heute drei Aufgaben, die je höchste Anforderungen an ein Individuum stellen. Da sie aber auch drei geistige Kraftquellen bedeuten, löschen sie sich gegenseitig nicht nur nicht aus, sondern sie stärken und bereichern sich gegenseitig. Wer die Aufgaben unserer Tage erkannt und sich ihnen mit der Vollkraft seines Wesens als Pflicht hingibt, wird zwar die Schwere der Zeit erkennen und fühlen, wird aber auch, da es gilt, für andere Lebensmöglichkeiten zu bereiten, auch in sich selbst einen neuen Lebenshochtrieb finden. Bertha Pappenheim Judischer Frauenbund Die Hausfrauengruppe veranstaltet einen Wettbewerb: „D er gute untf gesunde Wochen-Küchenzette 1". Für eine vierköpfige Familie ist ein vollständiger Wochen-Küchenzettel für 5 Mahlzeiten zusammenzustellen. Mafigebend für die Beurteilung ist: Die Zusammensetzung nach Geschmack und Nährwert. Der Kostenpunkt. Die Küchenzettel müssen mit einem Kennwort versehen sein, ein beigefügter geschlossener Umschlag mit dem gleichen Kennwort muß die Anschrift der Einsenderin enthalten. Einige Preise gelangen für die besten Arbeiten zur Verteilung. Das Preisgericht setzt sich zusammen aus Mitgliedern der hauswirtschaftlichen Kommission. Einsendungen bis zum 2 0. November an Frau Stephanie Forchheimer, Feldbergstraße 3 1. Die Bekanntmachung der besten Küchenzettel erfolgt bei der Zusammenkunft der Hausfrauengruppe im Dezember.__ | Die direkte Reiseroute NACH PALÄSTINA ■mit den Schnelldampfern GERUSALEMME 80OOT0. und m PILSNA 8000 To. ■ des Lloyd Trlestiito H viaTriest-Brindisi durch den Kanal von Korinth H ohne Schiffswechsel Fahrpreise ab Triest nach Jaffa oder Haifa vom 5.9.34 — 1. 5.36: I. Kl. RM 354,65 Hl. Kl. RM 122,10 inklus. Bett u.Verpf Isgung; auf Wunsch rituelle Verpflegung unt.Aufsichtd.RabbinatsTriestCgetrennt.Speiaesaal) ■ Abfahrten von Triest: wöchentl. Mittwoch ■ 13 Uhr. Ankunft in Jaffa: am folgenden H Montag, 6 Uhr vormittags. Reisedauer ■ Frankfurt-M. —Jerusalem: 6Tage H Nähere Einzelheiten, Platzbelegungen usw. H durch die Agentur des LLOYD TRIESTINO IFrankfurt am Main - Kalserstr. 20 Tel.23754/Telegr.-Adr.: Triestino Frankfurtmain sowie alle bedeutende Reisebüros.

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