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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-11-01 · 3 (11.1934) · p. Seite 97

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
3 (11.1934)
Date
1934-11-01
Page
Seite 97 (sequence 19)
Language
German
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Seite 97 innerhalb der neuen Gesellschaft in Berlin und dem übrigen Keich mitzuarbeiten gewillt sind, die Aufforderung, ihre Anmeldungen an seine Adresse, Berlin W. 57, Potsdamer Str. 92, zu richten. — Der Kulturbund Deutscher Juden in Berlin begann seine diesjährige Spielzeit mit einer Erstaufführung von Stefan Zweigs „Jeremias" als Wohltätigkeitsvorstellung für den Zentralausschuß deutscher Juden für Hilfe und Aufbau, der damit seine Werbeaktion für den Winter einleitete. — Die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin veranstaltete in den Gesamträumen des Brüdervereinshauses einen „Tag für die jüdische Frau". — Der Reichsausschuß jüdischer Sportverbände stellt fest, daß auf Grund des Schriftwechsels mit dem Reichssportführer der Reichsausschuß nur aus den beiden Verbänden Deutscher Makkabikreis E. V. und Sportbund des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten besteht und lediglich aus Vertretern dieser beiden Verbände sich zusammensetzt. — Vom 12. bis 14. Oktober hielt der Deutsche Makkabikreis in Berlin seine 15. ordentliche Kreistagung, die alle zwei Jahre stattfindet, unter Beteiligung von 108 Delegierten aus allen Vereinen des Deutschen Makkabikreises ab. — Der Leiter des deutschen Keren Kajemeth Lejisrael, Dr. Ernst Mechner, verläßt nach siebenjähriger Tätigkeit in Berlin seinen Posten, um seinen dauernden Wohnsitz in Palästina zu nehmen. — Professor C. W e i n e r, der ehemalige Leiter der Kunstabteilung an der Humboldt-Hochschule in Berlin ist an die Universität in Bombay berufen worden. — Im Rahmen des Schmini Azereth-Gottesdienstes fand in der Berliner* Synagoge Pestalozzistraße eine Abschiedsfeier für den bekannten Berliner Rabbiner Dr. Emil Levy statt, der nach löjähriger Tätigkeit an der Synagoge Pestalozzistraße demnächst nach Palästina übersiedelt. — Im Alter von 85 Jahren ist in Berlin der bekannte Humorist, Kunstschriftsteller und Dramatiker Alexander Moszkowski gestorben. — Im 75. Lebensjahr ist am 15. Oktober in Berlin der Verleger Samuel Fischer, der Gründer und Inhaber des großen S. Fischer-Verlages, der seit dem Jahre 1886 besteht, gestorben. — In Berlin ist am 16. Oktober der bekannte Rabbiner Dr. Siegmund J a m p e 1 aus Schwedt a, d. Oder nach kurzer Krankheit im 60. Lebensjahre gestorben. — Am 10. Oktober wurde der Rabbiner des Beth Hamidrasch in der Heidereutergasse, Rabbiner Dr. Eduard Biberfeld, 70 Jahre alt. — Am 10. Oktober vollendet der Vorsitzende des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen, Berthold Kirstein, sein 70. Lebensjahr. — Dessau. In der Synagoge in Gröbzig (Anhalt), die in das Eigentum der Stadtgemeinde Gröbzig übergeht, weil eine lebensfähige jüdische Gemeinde am Orte nicht mehr besteht, fand ein feierlicher Gottesdienst statt, zu dem der Vorstand des Anhaltischen Landesverbandes Israelitischer Kultusgemeinden und Mitglieder der Gemeinde Dessau und Köthen erschienen waren. Landesrabbiner Dr. Walter (Dessau) erinnerte in seiner Abschiedspredigt an die wechselnden Schicksale, die diese jüdische Landgemeinde während ihres dreihundertjährigen Bestehens erfahren hatte. Anschließend an den Gottesdienst zündete Rabbiner Baneth (Köthen) in der neuen Betstube der Gemeinde das Ner tommid an. — Frankfurt a. M. Das „Kreisblatt für den Kreis Usingen" veröffentlicht folgende Mitteilung aus dem Ausflugsort Schmitten im Taunus: „Da unser Kurort im vergangenen Sommer von jüdischen Kurgästen in nicht erwünschtem Maße besucht worden ist, hat man jetzt an den Ortseingängen Schilder angebracht, die die Inschrift tragen: „Juden sind hier nicht erwünscht". Davon verspricht man sich eine gute Wirkung für das nächste Jahr." — In Frankfurt a. M. starb im Alter von 74 Jahren Dr. Carl Neumann, emeritierter Professor der Kunstgeschichte der Universität Heidelberg. Der Verstorbene war ein Schüler Jacob Burckhardts und hat sich um die Interpretation deutscher mittelalterlicher Kunst bemüht. Er war jüdischer Abstammung und genoß in Fachkreisen großes Ansehen. — Leipzig. Im 53. Lebensjahre verschied Gemeinderabbiner Dr. Felix Goldmann in Leipzig. Der Verstorbene gehörte zu den führenden und repräsentativen Persönlichkeiten des religiösen Liberalismus. Eine ganz hervorragende Rolle spielte er im Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, wo er jahrzehntelang an führender Stelle wirkte. Er war Vorsitzender des Landesverbandes Mitteldeutschland des Centraivereins und gehörte auch dem Initiativ-Komitee der Jewish Agency an. Als Schriftsteller hat er sich einen großen Namen durch grundlegende Veröffentlichungen gemacht. Sein Tod hinterläßt eine große Lücke im deutschen Judentum. Nicht nur in seinem engeren Wirkungskreise wird er fehlen. Das deutsche Judentum hat einen seiner Besten verloren. 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