Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 3 (11.1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- Seite 96 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 96 Jüdische Chronik Deutschland Berlin. Wie die Pressestelle des Centraivereins mitteilt, fand am 21. Oktober in Berlin eine Sitzung des erweiterten Aribeitsausschusses des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens statt, auf der sämtliche Landesverbände vertreten waren. Die beiden geschäftsführenden Syndiei, Dr. Alfred Hirschberg und Dr. Hans Reichmann, berichteten in umfassenden Referaten über Aufgaben und Arbeiten des Centraivereins besonders in den letzten Monaten. Direktor Friedrich Borchardt, der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des C. V., erstattete den Finanzbericht. Spezialgeräte der Stellvertreter des Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Bruno Weill-Berlin und Rechtsanwalt Dr. Rudolf Callmann-Köln unterrichteten über staatsbürgerliche Probleme der deutschen Juden. Die Einmütigkeit im Grundsätzlichen, die im Ergebnis festzustellen ist, kam in dem starken Willen zum Ausdruck, den deutschen Juden ihren Lebens- und Arbeitsraum in Deutschland zu erhalten und die heranwachsende Jugend in diesem Sinne geistig zu formen und praktisch zu fördern. In diesem Zusammenhang wurde die Problematik der Berufsumschichtung lebhaft diskutiert und vor einer zu radikalen Durchführung gewarnt. Die harmonisch verlaufene Tagung war ein unbedingtes und eindeutiges Bekenntnis zur C.-V.-Idee und zum Festhalten an der Ideenrichtung seiner verantwortungsbewußten Arbeit für das ganze deutsche Judentum. — Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hatte zum Sonntag, den 21. Oktober, die Vorsitzenden seiner 16 Landesverbände zu einer Tagung bei der Bundesleitung in Berlin einberufen. — Am 22. und 23. September fand ein Führertreffen des „Deutschen Vortrupp, Gefolgschaft deutscher Juden" statt, zu dem führende Personen der Reichsvertretung, des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und des Bundes Deutsch-jüdischer Jugend als Gäste erschienen waren. Voran ging eine Freitagabendfeier, zu der Herr Rabbiner Dr. Baeck die DV.-Führer eingeladen hatte. — Am 13. und 14. Oktober hielt die Staatszionistische Organisation (Vereinigte Revisionisten Deutschland) unter Teilnahme zahlreicher Delegierter und Gäste ihre erste Reichskonferenz in Berlin ab. —■ Wie die Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland mitteilt, wurde bei der Ersatzwahl für den heimgegangenen Oberrabbiner Dr. Spitzer-Hamburg Raibbiner Kunstadt-Fulda zum Mitglied des Rabhinischen Landesrates der Agudas Jisroel in Deutschland gewählt. — In einer in der Beilage „Wirtschaft der Woche" zur C.-V.-Zeitung erschienenen Notiz „Nichtarier in den Organisationen der Wirtschaft" wird darauf hingewiesen, daß der Reichswirtschaftsminister auf Grund des Gesetzes zur Vorbereitung des'organischen Aufbaus der Wirtschaft nur solche Verbände als allein berechtigte Vertretung ihrer Wirtschaftskreise anerkennt, die alle das betreffende Fach ausübenden natürlichen und juristischen Personen aufnehmen. Soweit Verbände daher als alleinige Vertretung anerkannt werden, dürfen, wie amtlicherseits festgestellt wird, ihre Satzungen den Arierparagraphen nicht enthalten. Demgemäß ist auch schon bei zwei Gewerben, im Auskunftsgewerhe und im ambulanten Gewerbe, die Ausgliederung der jüdischen Gewerbetreibenden aus den als alleinige Vertretung anerkannten Verbänden rückgängig gemacht worden, wobei die Satzungen entsprechend geändert wurden. —■ Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung hat mit Schreiben vom 6. September 1934 an die Palästinatreuhandstelle zur Beratung deutscher Juden G. m. b. H. genehmigt, daß auch bei der Verrechnung über das Sonderkonto 1 der Bank der Tempelgesellschaft in Jaffa nicht auf Mark lautende Dokumente durch Hergabe von Markschecks auf das vorbezeichnete Konto bezahlt werden können. Es ist weiterhin vereinbart worden, daß die Umrechnung der Valuten in Mark zu dem in Palästina letztbekannten Berliner Mittelkurs erfolgt. — In der letzten Sitzung der R e p r äsentanten-Ver Sammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde sind Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Kurt Tuchler und Dr. Sally Hirsch zu Mitgliedern des 'Gemeindevorstandes gewählt worden. Diese Neuwahl iwar dadurch erforderlich geworden, daß zu Beginn des Sommers die Zahl der Gemeindevorsteher von 11 auf 12 erhöht worden ist und ein anderer Vorsteher, Dr. Aron ßandler, seinen Wohnsitz nach Palästina verlegt hat. Die beiden neugewählten Herren treten als zionistische Vertreter in den Vorstand ein. — Die Berliner Zionistische Vereinigung eröffnet unter dem Namen „Jüdische Lehrstätte Ch. N. Bialik" Anfang November ein neues Bildungsinstitut für Erwachsene, das das gesamte Gebiet der Judentumskunde umfassen wird. — Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums beabsichtigt, im nächsten Frühjahr aus Anlaß des 800. Geburtstages des Maimonides eine Maimonides-Nummer der Monatsschrift zu veröffentlichen. Geeignete Beiträge, die an die Adresse des Herausgebers, Professor Dr. I. Heinemann, Breslau I, Wallstr. 14, zu leiten wären, sind erwünscht. — Bei der am 16. Oktober im Berliner Rabbiner -Seminar stattgefundenen Eröffnung des Wintersemesters gab Dozent Dr. 'Grünberg an Stelle des sonst üblichen wissenschaftlichen Vortrags eine großzügige Würdigung des verstorbenen früheren Leiters des Rabbiner-Seminars, Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer. — Demnächst findet die Gründung einer „Gesellschaft der in Deutschland lebenden Juden zur Förderung der Erbpflege" — die behördliche Genehmigung zu der 'Gründung liegt bereits vor — statt. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft für jüdische Erbfolge und Erbpflege, Dr. W. Nußbaum, richtet an diejenigen jüdischen Aerzte, Fachärzte und Wissenschaftler, die DurdischniftsoAuflage 7544 flur eine jüfrifrfte SettfW in Frankfurt hat diese Auflage und Verbreifung Nurdas Frankfurter Israel it. Gemeindeblatt Auch Firmen mit kleinem Anzeigen-Etat ist auf Grund unserer niedrigen Anzeigen-Preise die Möglichkeitgegeben, sich an fast alle Gemeindemitglieder Frankfurts zu wenden. Auskunft und Beratung durch die Anzeigen-Verwaltung M. ISAAC & Co., Ravensteinstrafje 11 / Tel. 44888