Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 2 (10.1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 57 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 57 nach Recklinghaiisen verlegt. Bestimmend hierfür war die Tatsache, daß die Synagogengemeinde Reeklinghausen etwa die fünffache Seelenzahl von Borken aufweist und bisher eine rabbinische Betreuung entbehren mußte. Auch früher bereits hatte das konservative westfälische Bezirksrabbinat seinen Sitz in Recklinghausen. Die Betreuung der Gemeinden des bisherigen Rabbinats-Bezirks wind grundsätzlich in der gleichen Weise wie von Borken aus erfo'lgen. Das Bezirksrabbinat ist dem neu gevä* Uen Rabbiner der Gemeinde Recklinghausen, Herrn Dr. Sebg Auerbach aus Würzburg,• übertragen worden. — Das Deutsche Nachrichtenbüro verbreitet eine Meldung über eine von Reich sbischof Müller in der Stadthalle von Hannover gehaltene Rede, in der sich der Bischof auch mit der Judenfrage befaßte. Hierüber wind berichtet: „Der Redner kam weiter auf die Judenfrage. zu sprechen und wandte sich gegen die Leute, die da sagten, Christus sei 'doch auch Jude gewesen. Man müsse darauf immer erwidern, daß in jenem Volke stets der Mann, der ihm die Wahrheit sagte, umgebracht worden sei, zuletzt der Heiland selbst. Das Christentum sei nicht aus dem Judentum herausgewachsen, sondern in stetem Kampfe mit ihm entstanden. Zum ersten Mal seit christlicher Zeit habe mm ein Volk es gewagt, den Juden den Kampf anzusagen. In diesem Kampf müßten wir Christen zusammenstehen, und wenn wir auch" einmal ein halbes Jahr darben müßten." — Die Beteiligung am Jörn K i p - pur-Gottesdienst in Berlin war in diesem Jahre außerordentlich stark und dürfte die des Vorjahres noch übertroffen haben. Sämtliche Synagogen und die zahlreichen außerordentlichen Betsäle waren bis zum Schluß des Gottesdienstes mit Besuchern überfüllt. Auch aus den übrigen Städten Deutschlands wird eine besonders starke Beteiligung am Jörn Kippur-Gottesdienst gemeldet. — Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden eröffnet zu Beginn des Winterhalbjahres 1934/35 unter der Leitung des Studiendirektors i. R. Dr. Gutmann einen zweiten Kursus für Studien rate (innen), Studienassessoren (innen) und Studienreferendare (innen) zur Erlangung der Befähigung, jüdischen Religionsunterricht zu erteilen. Der Kursus ist auf zwei Jahre berechnet. — Die Pressestelle der Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: In der Zeit vom 4.—7. Oktober findet in Leipzig eine Lehrerfortbi 1 dungstagung statt, die von der Reichsvertretung der deutschen Juden und der Leipziger israelitischen ReLigionsgemeinde gemeinsam veranstaltet wird. — Zum 60. Geburtstag von Professor EI b oge n sind außer der Festnummer der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" die jüngsten Mitteilungen der Großloge für Deutschland des Ordens Bne Briß und der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums dem Jubilar gewidmet worden. — Im Kulturbund deutscher Juden in Berlin fand die Erstaufführung von Bruno Frank's „Sturm im Wasserglas" statt. Der heitere Inhalt der Komödie wurde von dem sommerlichen Publikum beifällig aufgenommen. — Als September-Premiere wurde im Theater des Berliner Kulturbundes Schnitelers dreiaktiges Drama „Im Spiel der Sommerlüfte", das letzte Bühnenwerk des Dichters, das kurz vor seinem Tode 1930 erschien, aufgeführt. — Zur Eröffnung der diesjährigen großen Sammelaktion des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau findet im Rahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltung als Premiere im „Kulturbund deutscher Juden" am Sonntag, den 7. Oktober, abends 7 Uhr, die Aufführung von Stefan Zweigs „Jeremias" statt. Der Reinertrag fließt dem Hilfswerk des Zentralausschusses zu. Justizrat Dr. Julius Brodnitz, Vorsitzender des Centrai-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, und Dr. Siegfried Moses, Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, werden kurze Ansprachen halten. — Der Deutsche Makkabi-Kreis E. V. und der Sportbund des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, die beiden einzigen jüdischen Sportverbände Deutschlands, haben den R e i c h s a u s - schuß jüdischer Sportverbände gegründet. Diesem müssen laut Verfügung des Herrn Reichssportfiihrers, Aktenzeichen Nr. 7017/34 Lü/Ru, und Nr. 5534/34 Lü/Ms, sämtliche jüdischen Turn- und Sportvereine angeschlossen sein. — Die am 2. September auf dem BSC-Stadion in Berlin abgehaltenen Wettkämpfe um die deutsehen Makkabi-Meisterscbaften 1934 und die leichtathletische Ausscheidung für die 2. Makkabiah, die vor über 6C00 Zuschauern stattfanden, gestalteten sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die körperliche Erziehung der jüdischen Jugend Deutschlands. Im Mittelpunkt des Festes stand die Weihe des Banners für die Mannschaft, die der Deutsehe Makkabi-Kreis im Frühjahr 1935 zur 2. Makkabiah nach Tel Awiw entsenden wiid. Die Weiherede hielt Rabbiner Dr. Joachim Prinz, der die jüdische Turn- und Sportbewegung als Trägerin der körperlichen Wiedergeburt des jüdischen Volkes in ihrem Zusammenhang mit der geistigen Erneuerung des Judentums darstellte. An den Wettkämpfen waren fast 300 Sportfleute aus sämtlichen Vereinen des Makkabi-Verbandes Deutschlands und Danzigs beteiligt. Die . sportlichen Ergebnisse waren zum Teil sehr bemerkenswert. — Ant 13. September wurde Justizrat Dr. Arnold Seligsohn 80 Jahre alt. Justizrat Dr. Seligsohn war lange Zeit Sehrätführer der Juristischen Gesellschaft in Berlin. Die Universität Berlin verlieh ihm vor einigen Jahren die Würde eines Ehrendoktors. Justizrat Seligsohn war lange Zeit Vorsitzender des Kuratoriums der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums und Vorsitzender des Hilfsvereins für jüdische Studierende. — Frankfurt a. M. Auf dem alten Friedhof der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. wurde am 17. September nachmittags für I u°SaÄ Strickwaren Wäsche, Strümpfe, große Auswahl Paula MARXSOHN K1'°!TÄ?^ E. KRIEGER jetzt Friedbergerldstr. 25 Einziges jüel. GesAäft am Philanthropin S3mtf. Schulartik«! f. d. Philanthropin Papier. Schreibwaren, Karz-,Merceriewaren SMfflstMdsetzQngswerK Gegr. 1900 Allerhelligenstr. 72 ff Spez. 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