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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-09-01 · 1 (9.1934) · p. Seite 33

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
1 (9.1934)
Date
1934-09-01
Page
Seite 33 (sequence 35)
Language
German
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Seit© 33 erringender. Wie oft das Erwachen ein Anhieb zum Neuanpacken der ganzen Welt? Wie oft das Niederlegen ein zu tiefst gefaßter Entschluß, es docli ganz anders anfassen zu wollen — heißt doch Rückkehr,-Teschuwoh tun zu wollen? Und es gibt drei Tage — schätzt die Zahl nicht zu gering! —, die frei sind dieser Klärung in uns selbst, die nie sinnvoller gelebt werden können als in Arbeit an uns selbst. Unser ist es, diese rufende Zeit zu hören. Was so die kurzen Tage in uns wecken, kann klingen und wach sein ein langes Jahr. Rabbiner Dr. Heinrich L e m 1 e Wie kann Jugend von heute unsere Fesfe begehen! Eh r furcht und Freude kennzeichnen den Charakter der Feiertage. Liegt beides unserer Jugend nicht zu fern, daß sie sie richtig begehen könnte? Ist Ehrfurcht nicht etwas Unjugendliches und Freude unseren Kindern fern? Kann man heute Feste begehen? Die Antwort auf all diese Fragen soll nun nicht in der Form geschehen, daß man aufzeigt, Avie sie sich in einer Analyse unserer Jugend und unserer Zeit als rhetorische erweisen. Es ergeben sich vielmehr für alle Probleme der Gegenwart Lösungen, wenn man sie im Zusammenhang sieht mit der Geschichte und der Ueberlieferung der jüdischen Gemeins c"h a f t. Nicht das starre Festhalten an ihr ist es, was sie uns gegenwartsnah macht, sondern die immer wieder sich bewährende Erkenntnis ihrer unübertreffbaren Aktualität und Allgemeingültigkeit. Wie, so heißt jetzt unsere erste Frage, sollen diese Feste begangen werden? Die erste Gruppe — Rausch hasch ono und Jaum k i p p u r — sind die „ehrfurchtgebietenden Tage". Ein altes jüdisches Gebot ordnet an, daß man 30 Tage vor einem Feste sich mit seinen Gebräuchen vertraut macht. Diese Tage in der richtigen Form zu feiern, ist nur möglich nach einer inneren Vorbereitung. Die erstrebte Gnade verlangt Einkehr und Selbstbesinnung. Es sind Feste des Einzelmenschen. Mögen noch so viele Erinnerungen aus unserer Geschichte mit ihnen verbunden sein, was einen im Innersten bewegt und aufwühlt, ist das Zentrum des Festablaufs. Die Weltschöpfung, die Opferung Isaaks, der Tempeldienst des Hohepriesters, sie erhalten für jeden von uns erhöhte Bedeutung als Zeitenwende mit Beginn unseres neuen Jahres, als Bereitschaft zum höchsten Opfer im Dienste Gottes, als für jeden einzelnen von uns eingelegte Fürbitte im Allerheiligstecu So ist der Wunsch und der Gruß an diesen Tagen auf das dem Nächsten Wichtigste gerichtet: das gute Jahr, das Einschreiben in das Buch des Lebens. Tage der „Bitten" und Tage der „Umkehr" bereiten vor. Die große Aufgabe des Juden ist es, in jedem Jahr erneut, die Schalen abzustreifen, bis auf den gesunden Kern in sich vorzudringen. Einsicht gewinnen, wo man gefehlt, wo das Schlechte gesiegt, der Weg des Gesetzes verlassen wurde; einmal sich selbst den Spiegel vorhalten und sich selbst erkennen, d'ts ist besser als Buße, die schnell vergessen, als Gnade, die man nur mit den Lippen erfleht. Der Gottesdienst hat seine hohe Bedeutung dabei, als er die Möglichkeit bietet, trotz der Schar der Beter allein vor seinem Gotto zu stehen. Ganz anders Sukka u s, ein Freudenfest. Die Erinnerung au die Laubhütten als Wohnung unserer Ahnen, der Strauß von Lulow, Essrog, Myrthe und Weide in unserer Hand, der fröhliche .Ausklang der „Thorafreude", sie stellen uns mitten ins Leben der jüdischen Gemeinschaft. Die Primitivität der Hütte, die Verbindung mit den verschiedenen Erzeugnissen des Bodens, die sich stets neu bietende Beziehung zum Lande unserer Väter, alles weist uns auf das uns mit allen Juden Gemeinsame. In der Vorzeit als Wallfahrtsfest, eine Zeit der Zusammenkunft, hat es bis heute diesen seinen Charakter besonders in dem gemeinsamen Begehen von Simchas Thauro gewahrt. Es ist wie ein Aufatmen vom Druck, der durch die „Jomim nauroim" auf einem lastete. Umsomehr gibt man sieh der Freude hin. Die Bürde der Verantwortung vor dem eigenen Gewissen weicht dem Lustgefühl der Pflichterfüllung in einer Gemeinde von Brüdern. Bietet eine solche Auffassung vom Wesen unserer Feste eine Möglichkeit, daß heutige J u g o n d sie zuinnerst erlebt, daß es i h r e Feste sind. Die Aufgeschlossenheit für alles Jüdische, der Ernst der Zeit, in der sie heranwächst, der stetige Wandel in der Einstellung zum Morgen hat sie beweglicher gemacht, dadurch mehr beeindruckbar. einem inneren Erlebnis empfänglicher. So hat der, der mit Freude erkennt, daß die jüdische Jugend in Deutschland beginnt, ihr Schicksal selbst zu meistern, den innigen Wunsch, daß es ihr gelinge, die „Jomim nauroim" in diesem Jahre in ewiger Erneuerung des Geistes unserer Ahnen fruchtbar für sich zu gestalten. Dazu ist vonnöten, mit sich Einkehr zu halten, einmal Mut. zu schöpfen aus dem eigenen Ich, indem man sich auf sich selbst besinnt. Einmal versuchen, bei der eigenen Person nach den Fehlern zu suchen, die man so leicht beim Nächsten findet. Einmal versuchen, seine Stellung zu den Forderungen des Judentums daraufhin zu prüfen, wieweit man sie kennt, wo ir«n sie vernachlässigt hat und wo übersehen. Ob der Pflichtenkreis nicht da und dort zu eng gezogen, leicht bei einer Umgestaltung Eine Rompleite Braulaussteuer « 18 Bett-Garnituren, modernste Schattenarbeiten 18 Bettücher, bestes Bielefelder Halbleinen 12 Kissen „extra" a's Doppelkissen 18 Frottiertücher 2 Badetücher als Garnlt. 9 Tischu. Tafeltücher mit 24 Servietten 1 seid. Gedeck 1 Tee-Gedeck 3 Kaffedecken 18 Zimmerhandtüch. 18 Küchenhandtüch. 60 Küchentücher zusammen Rm. 550,— alles in erstkl. Ware. Muster zum Aussuchen David & Meyer, Goemestr. i„ Küchen, Schlaf- Speiseu. Herren Zimmer, sowie Einzel - Möbel zu billigst. Preisen Adolf Weiss nur ft Friedberger U Landsfrasse v a. Hessendenkm Gedenkt der Wohlfahrtspflege. Lehensmittel - Lomnitz Eschersheimer Landstrasse 84 TELEFON 57930 LOUIS SIMON - KAISERSTRASSE 4 Versilberte Tafelgeräte Bestecke Moderner Schmuck Die Marke der Qualität Bäckerei OPPENHEIMER, Allerheiligenstr. 49 Telefon 26214 Pünktliche Lieferung

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