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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-09-01 · 1 (9.1934) · p. Seite 30

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
1 (9.1934)
Date
1934-09-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
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Seite 30 Familie Luria.) In den rabbinischen Wissenschaften vorzüglich bewandert war Dolze, die Gattin des Rabbiners Eleasar aus Worms (im 13. Jahrhundert), sie soll, nach den Angaben von Kayserling, an Sabbaten öffentliche Vorträge gehalten haben. Eine Frau Lea aus Mainz wird als talmudische Gelehrte gerühmt; sie richtete an den unter dem Namen „Maharil" weitbekannten Mainzer Oberrabbiner eine talmudische Frage, die dieser auch beantwortete. (Wie übrigens Maharil in seinen Responsen mitteilt, gab es damals — Anfang des 15. Jahrhunderts — in Süddeutschland viele Frauen, die „in rabbinicis bewanderter waren als manche Männer".) Von rabbinisch gelehrten Frauen im 17. und 18. Jahrhundert wären noch zu nennen: Eva Bacharach, die Mutter des Wormser Rabbiners Samson Bacharach, eine gewiegte Kennerin des Midrasch und der synagogalen Poesie. Sprinza Kempner, eine ungewöhnlich gelehrte Frau, die die gesamte Mischna und die aggadischen Erzählungen des babylonischen Talmud auswendig kannte. Dinah Wahl, die wegen ihrer Gelehrsamkeit nicht minder als wegen ihrer vornehmen Abkunft „die große Frau" genannt wurde; Dinah Wahl war die Enkelin jenes Saul Wahl, den die Sage zum Eintags. könig von Polen gemacht hat. In diesem Zusammenhang wäre auch die Paduanerin Bienvenida G'hirondi zu nennen, die neben Bibel, Talmud, Raschi-Kommentar auch die Schriften des Maimonides fleißig studierte, und die Polin Sara Oser, die eine gründliche Kennerin der Heiligen Schrift und der hebräischen Grammatik war. — Wir haben hier nur einige und zwar die bedeutendsten jüdischen Frauen erwähnt, die sich mit edler Wißbegierde in die Bücher des alten jüdischen Schrifttums vertieften. Jüdische Frauen als Studierende, als Gelehrte, hat es zu allen Zeiten gegeben. Die jüdische Frau als gewöhnliche Buchleserin gab es erst nach dem Erscheinen des jüdischen Frauenbuches. Die ersten jüdischen Frauenbücher wurden von Männern verfaßt und handelten vornehmlich von den religiösen Pflichten der Frau. Darauf folgten die Andacht«-, Sitten- und Erbauungsbücher. Im 16. und 17. Jahrhundert war bereits eine ansehnliche jüdische Frauenliteratur vorhanden, zum größten Teil in jüdischdeutscher Sprache. Jüdische Sitten- und Erbauungsbücher, von der Frau für die Frau geschrieben, lieferten die jüdisch-deutschen Schriftstellerinnen des siebzehnten Jahrhunderts. Das köstlichste Buch, das wir einer jüdischen Frau verdanken, sind die Denkwürdigkeiten der Glückel von Hameln.. In neuerer Zeit hat sich, gleichlaufend mit der allgemeinen Entwicklung, der geistige Interessenkreis der Frau wesentlich erweitert. Auch die jüdische Frau trat aus ihren verschwiegenen Gemächern heraus in die weite Welt geistiger Beziehungen und Bindungen. Nun trieb sie mit Eifer Kunst, Wissenschaft, Literatur, Sprachenkenntnis und war allenthalben bemüht, nicht nur aufzunehmen, sondern auch zu schaffen. Das neunzehnte Jahrhundert war reich an jüdischen Schriftstellerinnen, die achtbare Leistungen vollbrachten. Auch die jüdische Literaturfreundin, die gewöhnliche Leserin, trat aus ihrer früheren Begrenztheit heraus. Es wäre indessen falsch, zu behaupten, die Allgemeinbildung hätte die Beziehungen der jüdischen Frau zum Jüdisch-Geistigen völlig gelockert. Die jüdische Frau, die bewußte Jüdin, brachte allezeit der jüdischen Wissenschaft, der jüdischen Geschichte und Literatur, der jüdischen Vergangenheit ein starkes und reges Interesse entegen. IIILIIL&L S. Meiseis 1 faHMlen tmU Ittalwtyn. f i f Polstermöbel Chaiselongues Couchbetten Weifliack-Möbel Kinderwagen Federn u. Daunen Deckbetten und Kissen Steppdecken Daunendecken mm Buchdahl Eingang nur Große Eschenheimer Str. 10 Reparaturen in eig. Werkstätte llle nnmod- Uhren Dehme ich bei Henfoof in Zahlono A|» TELJ25325 d Bieberqasse. L.EP5TEIN Schillerstraße 2 Herren- und Damenwäsche — Strumpfwaren Ein Spezialgeschäft wie Sie e» suchen Für die Herbst - Saison interessante Neuheiten QUALITÄTS-SCHUHE wie Marken: DORNDORF / MEDICUS Gtt. kaufen Sie bei föltttlät** Lelpzlgersirasse 31-33 Das grosse ScbüMiaiis des Westens" Ernst Lochner & Horkheimer Liebfrauenberg 39, I. Stock - Gegr. 1837 Engl. u. Deutscbe Herrensiolle

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