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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-09-01 · 1 (9.1934) · p. Seite 13

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
1 (9.1934)
Date
1934-09-01
Page
Seite 13 (sequence 15)
Language
German
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Seite 13 Ii Literarische Rundschau D Kalender 5695 Nach einer Unterbrechung von vier Jahren übergibt die Gesellschaft für J üd i s c h e V o 1 k s b i 1 d u n g in Frankfurt am Main ihren Luach dem Kreis ihrer Mitglieder und der Oeffentlichkeit. Von Rabbiner Dr. Salz-b erger und Professor Dr. Moritz W erner herausgegeben (gedruckt und verlegt bei M. Lehrberger & Co.), ist der bekannte Rödelheim er Luach hier zu einem' Büchlein erweitert, das für die Regsamkeit der Gesellschaft ebenso Zeugnis ablegt/ wie für die feine pädagogische Einfühlungsgabe, die bei der Abfassung der Erläuterungen eingesetzt wurde. Unaufdringlich, gründlich, keineswegs trocken, aber sachlich sind die Zeiten und Feste, die Gebete und Gebräuche des jüdischen Jahres erklärt, so daß der Unkundige Klärung, der Wissende Bestätigung darin findet. Dem Kalendarium ist ein Aufsatz Moritz Werners „Unser Programm im Lichte des RAMBAM-Jahres" vorangesetzt, in dem nach einer knappen, inhaltsreichen, historischen und literarischen Schilderung des im Jahre 1134 geborenen Rambam Bericht über die Tätigkeit der Gesellschaft seit 1929 gegeben wird. Name und Persönlichkeit Franz Rosenzweigs leuchten über der ersten Zeit des Tätigkeitsabschnittes, und auch nach seinem Ableben hat die Gesellschaft sich bemüht, in seinem Geiste weiter zu wirken. Im Winter 1933/24 hat der Aufgabenkreis der Gesellschaft sich erweitert, "ihre Tätigkeit ist zu neuer Intensität erwacht. Die Frankfurter Gemeindemitglieder hatten reichlich Gelegenheit, das Wirken der Gesellschaft zu beobachten. Ihr gebührt der Dank für die Wiederbelebung des künstlerischen und kulturellen Lebens innerhalb unserer Gemeinde. Inzwischen ist ein Teil des Arbeitsgebietes der Gesellschaft von anderen Institutionen übernommen worden, nicht ohne, und auch davon legt der Aufsatz Zeugnis ab, zu mancherlei Vorbehalten Anlaß gegeben zu haben. In Frankfurt gelangt noch ein anderer Kalender zur Verteilung, den die Israelitische Waisenanstalt, Röderbergweg 87, ihren Freunden und Gönnern widmet. In _dem Wochenabreißkalender sind zur Hervorhebung der Festeszeiten des jüdischen Jahres sinnvoll gewählte Schriftworte eingefügt, die der Bedeutung der Feiertage unter dem Gesichtspunkt des Wohltuns Nachdruck verleihen. Die geschmackvolle Ausstattung des Kalenders wird ihm willkommene Aufnahme in den jüdischen Häusern, der verdienstvollen Israelitischen Waisenanstalt aber hoffentlich die gebührende Anerkennung sichern. Judowin; Synagoge (Aus dem Kalender des Jüdischen Frauenbundes. Verlag : Gebr. Braun, Frankfurt a. M.) Gegenüber diesen dem täglichen Gebrauch dienenden Kalendern birgt der vom Jüdischen Frauenbund heraus- . gegebene Bilderkalender bleibenden Wert. Der Wochenkalender, dessen Ablauf eine Bilder- und Textreihe zu dem Thema „Das Jüdische Buch" gegenübergestellt wird, erfüllt die Anforderungen, die der tägliche Gebrauch an den jüdischen Wochenkalender knüpft. Die Umlegeblätter, bei denen Texte - aus biblischem, mittelalterlichen und modernen Schrifttum zwischen Kunstblätter eingefügt sind, sind nicht nur durchdie Schönheit der Reproduktionen jüdischen Buchschmucks aus aller Zeit, sondern auch durch die Auswahl und die Anordnung, der Wiedergaben von geschriebenen und gedruckten Büchern, Bucheinbänden und Porträts zur Bedeutung eines Buches erhoben, zu dem jeder greifen wird, der vom Werden und von der Eigenart des jüdischen Buches sich eine Vorstellung verschaffen will. Dr. Rahel Wischnitzer- Bernstein schrieb den einleitenden Text, Lisbeth Cassirer und Hannah K a r m i n s k i besorgten die Zusammenstellung. Für die vornehme Ausstattung, den klaren, sorgfältigen Druck und die vorzüglichen Bilder gebührt der Firma Gebrüder Braun in Frankfurt a. M., als der Druckerei und Verlegerin, höchste Anerkennung. Sie hat damit eine drucktechnische Leistung vollbracht, wie sie bisher nur bei den besten deutschen Kunstkalendern anzutreffen war. Nach dem großen Erfolg, den der vorjährige Schocken- Almanach überall im deutschen Judentum errang, wurde das Erscheinen des „Almanachs des Schocken-Verlages auf das Jahr 5695" mit Interesse erwartet. In der gefälligen Form des Taschenbuches bringt das Jahrbuch auf etwa 150 Seiten eine Fülle jüdisch-literarischer Schätze, zumeist Ausschnitte aus Werken dieses Verlages, dessen führende Rolle im geistigen Leben der deutschen Juden mit jeder neuen Produktion sich zu bestätigen scheint. Es ist eine besondere Tüchtigkeit in der Auswahl des Gebotenen zu spüren: so vielseitig auch die herangezogenen Stoffe sind, so knapp auch die Zitate, die zum Teil umfangreiche Werke repräsentieren, sind, so abgerundet ist dennoch der einzelne Beitrag, und so geschlossen dasyßild, das hier von der Arbeit des Verlages und seiner spezifischen Haltung zu gewinnen ist. Mögen die deutschen Juden das anbrechende Jahr, soweit es in ihren Kräften steht, mit den Schönheiten und sittlichen Werten erfüllen, zu denen ihn»n hier der Weg)gewiesen ist. Ghr.

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