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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-08-01 · 12 (8.1934) · p. Seite 484

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
12 (8.1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 484 (sequence 26)
Language
German
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Seite 484 die zweite bleibt Einwohnern reserviert, von denen man annimmt, daß sie sich der türkischen Kultur assimilieren, die diitte aber soll von allen Einwohnern nicht rein türkischer Kultur geräumt werden. Der Dardanellen-Distrikt gehört zur dritten Zone. Die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus dem Dardanellengebiet kam auch in der türkischen Nationalversammlung zur Sprache. In einem offiziellen Communique der türkischen Regierung wird bekanntgegeben, daß die Vertreibung der Juden aus dem Dardanellengebiet auf eine irrtümliche Auslegung gesetzlicher Bestimmungen zurückgeht. Aus den bisherigen Bekanntmachungen der Regierung geht noch nicht klar hervor, ob die vertriebenen Juden in ihre alten Wohnsitze zurückgebracht werden sollen. Palästina. Der Distriktkommissar von Jerusalem hat eine bedeutsame Entscheidung zur Erhaltung des Status quo an der Klagemauer getroffen. Er hat angeordnet, daß die von den Mohammedanern vor einem halben Jahr in der Umfassungsmauer des Platzes vor der Klagemauer geöffnete Tür, die zu dem Platz führt, auf dem die Omar-Moschee steht, wieder geschlossen werde. In dem Befehl des Distriktkommissars heißt es, die Oeffnung der Tür isei unzulässig, weil sie eine Verletzung des Status quo darstellt. — Wie in der „Official Gazette", dem palästinensischen Amtsblatt, mitgeteilt wird, sind im April 2698 Personen, unter ihnen 2614 Juden, nach Palästina eingewandert. — Laut einer Aufstellung des Einwanderungsbüros der Jewish Agency kamen im ersten Halbjahr 1934 mindestens 15 000 Juden als Einwanderer nach Palästina und siedelten sich hier an. — Amtlich wird bekanntgegeben, daß im Monat Mai 2109 Ednwanderer, unter ihnen 2035 Juden, nach Palästina gekommen sind. — Die Ausgabe von weiteren 500 Handwerkerzertifikaten ist das vorläufige Ergebnis von Verhandlungen, die seit einiger Zeit von der Palästinaexekutive der Jewish Agency mit dem Einwanderungsamt der Palästinaregierung geführt werden. — Die Palästina- Exekutive hat außer den als Vorschuß gegebenen 1230 Zertifikaten den Palästina-Aemtern 1596 Zertifikate aus der neuen Arbeitereinwanderungs-Schedule zugewiesen. Hiervon erhielten Deutschland (einschließlich der Zertifikate für aus Deutschland ausgewanderte Juden in Paris, Warschau, Triest, Basel, Antwerpen, Luxemburg, Prag und Lissabon) 538. — Nach einer soeben veröffentlichten offiziellen Statistik wurden aus Palästina im Laufe dieser Saison 5 526 097 Kisten Orangen ausgeführt. 64 Prozent des Exports gingen nach England, 23 Prozent nach Deutschland. — Das Sommer-Semester an der Hebräischen Universität in Jerusalem wurde geschlossen. Die Universität zählte im letzten Semester 545 Studenten und Hörer. 70 Prozent der Studenten hatten abgeschlossene Mittelschulbildung, 17 Prozent außerdem akademische Bildung. Der Rest der Hörer waren Externe. — In Tel Awiw soll ein jüdisches technologisches Institut errichtet werden. — Vor einigen Monaten wurde der bekannte Wiener Psychiater und frühere Leiter der neurologischen Abteilung am Krankenhaus der Gemeinde Wien in Lainz Universitätsprofessor Dr. Martin Pappen heim nach Tel Awiw berufen, wo er gegenwärtig seine Praxis als Privatarzt ausübt. Nunmehr wird geplant, an der Universität Jerusalem eine psychiatrische Lehrkanzel zu schaffen, die Prof. Pappenheim, der als Forscher und Praktiker in den Gelehrtenkreisen Europas und Amerikas hohen Ruf genießt, übertragen werden soll. — Am 20. Juni wurde im Dorfe Taber die aus einem 60 000 Pfund betragenden Legat des jüdischen Philanthropen Sir Eli Kadoo rie errichtete jüdische Ackerbauschule durch den High Gommissioner von Palästina Sir Arthur Wauchope mit einer eindrucksvollen Zeremonie eröffnet. — Die Palästinaregierumg hat Pläne zur Errichtung einer großen Radio-Sendestationin Jerusalem ausgearbeitet. Die Reichweite des Senders soll sich über alle Länder erstrecken. — Anläßlich des 3 0. T o d e s t a g e s H e r z 1 s haben in allen jüdischen Siedlungen Palästinas Massen-Gedenkkundgebungen stattgefunden. Ueber dem Hause des Jüdischen Nationalfonds in Jerusalem leuchtete in riesiger Flammenschrift Herzls Spruch: „Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen!" Sämtliche jüdischen Zeitungen haben reichhaltige Herzl-Gedenknummern herausgegeben. — M. M. Ussischkin, Präsident des Jüdischen Nationalfonds, hat soeben das Diplom seiner Ernennung zum Ehrendoktor der Jüdisch-Theologischen Hochschule in New.York erhalten. — Der Leiter der Erzie'hungs-Abteilung der Palästina- Exekutive, Dr. J. B.'Berkson, ist zurückgetreten, hat sich jedoch bereit erklärt, seine Funktionen bis zum Ende des - Schuljahres weiter auszuüben. — B i a 1 i k s Grab befindet sich in unmittelbarer Nähe des Grabes Achad Haams auf dem Friedhof in Tel Awiw. Der verstorbene Dichter hat sich diesen Platz für sein Grab seinerzeit selbst ausgesucht. Der Tag der Beerdigung Bialiks wurde von der Judenheit Palästinas als nationaler Trauertag begangen. 75. Geburtstag 14. Juli: Frau Rosa Ullmann, geb. Schaumburger, Klüberstraße 13. 70. Geburtstag 1. August: Abraham Adolf Adler, Fahrgasse 150. Goldene Hochzeit 1. Ju}i: Hermann Strauß und Frau Selma geb. Wertheim, Ulmenstraße 8. | | Vereins- und Versanimlungskalender | | (Mitteilungen für die nächste Nummer müssen s-p ätestens am 30. August bei der Schriftleitung vorliegen.) Donnerstag, 2. Augast Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes. Hausfrauengruppe. Vortrag von Fräulein Dr. Grete Katzenstein: „Was'muß die Hausfrau von den Nahrungsmitteln wissen?" Israelitisches Mädchenheim, Taunusplatz 17, 16 Uhr. Donnerstag, 23. August Gesellschaft für jüdische Volksbildung in Gemeinschaft mit der Frankfurter Zionistischen Vereinigung. Gedächtnisfeier für Ch. N. Bialik. Redner Dr. Ernst Simon. Gesellschaftshaus Eschersheimer Landstraße 27, 20% Uhr. Donnerstag, 30. August Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes. Arbeitssitzung. Hans-Handwerk-Straße 30, 16% Uhr. Montag, 3. September Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Feierstunde; zur Vorbereitung auf die Hohen Feiertage. Ansprache Rabbiner Dr. Lemle. Musikalische Mitwirkung: Jüdischer Kammerchor unter Leitung von Dr. N. Ehrenreich. Gesänge von Salomone de Rossi, B. L. Rosowsky und Hugo Adler (Uraufführung). 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