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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-08-01 · 12 (8.1934) · p. Seite 469

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
12 (8.1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 469 (sequence 11)
Language
German
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Seite 469 Schicksalsgemeinschaft Von Hannah Sc h iff Wir haben erlebt, Und wir haben gefunden In bitteren Stunden Schicksalsgemeinschaft. Es prasselte wie ein Flammenmeer nieder. Und in einsamen Nächten Schlängelt Erlebtes sich wieder In unsere Gedanken. Und will nidit ruhen, Und will nicht rasten. Und von Neuem beginnt es zu tasten, Und wieder quält uns die Frage: .Warum ist Jude sein so schwer, — Sage — doch — sage--?" Und dem Lauschenden offenbart sich das Wort: .Eudi hab ich einst die Gesetze verkündet, Euch hab idi im Herzen die Flamme entzündet, Euch trug mein Wille durdi die Welt, Dass ihr der Menschen Sinne erhellt! Dass ihr die lohende Fackel traget. Über die Erde — durch alle Gesdilechter, Dass ewig ihr bleibet des Wortes Wächter, Dass ihr verkündet — im Leid selbst noch frei. .Der Erste und Letzte ist----Adonai--- frGEHÄUEN<ÄUF-DIEBRUNNEr^5 LfcJ Ca c£ IZ) Topa-b&n ssnasn icrttc raan ■BpigjiTfca j e S A I A £ fcO •: .-1 « .-edS?S ' £j uu . uu ■ uu;'0 v§ b »»Ml - - w_4 r.CO" ^^^^<-r ..... ... ■ seJy-~'<- Die Landesverbände der Israelitischen Religionsgemeinden Hessens haben der Gemeinde Worms eine Pergamenturkunde überreicht, in der die Glückwünsdie dieser Organisation zum neunhundertjährigen Jubiläum der Synagoge ausgesprochen werden. Die Urkunde ist von dem Offenbacher Graphiker Berthold Ludwig Wölpe vortrefflich ausgeführt worden. Der ßh^cojutMgtn Jarod^fdiOT Kdigüms^cninnk- WO R M S ratbfefctattianlteöa*^ mrinDmfrflfns hnrilöjt Mnftlican DrmlögoDoriföir mgSHraMLTViAlI&MlgJl üjmrEijHagogefo^dtf-R^^ gragoi JM^MMv^m^m^^mimnv^ önitTT/örr {itfer^Saiiänfif woms ödraitlinT/ (Mi" nmi!gDatnn/DsgWr©eni£möei%icnttcfeljirr gnöfi: rrfkn tmctjlithni <Dröram£ ffiDi'Ithcn Irbrns in DaiM^rfssm^sft^ oon üicaus ißiDSri&M imnftbuteücjfr Sraitfrjtra^inxrxn mürföaft vic iTimmlif (ftmnmaia bläbtiofflf) anÜriö/Daa ffiejutan BanTUcrmsanjhrmtoßl^ unfr an H)ftirn3iiifnfötiui#- lüic öüc (SmrrinöEZBnnnö anöriJaunrt Ijiif bis haitigoi 2nMo mä£cf!emöUc?iiitti[nftitoittroa^ &artfd)ra3uüentuina/ä^ Bl€ 1HORÄ ZU W^HR6N ÜNDD6N NÄM6N G0TT6S2Ü H€IUG€?^ 1>£K. VOWISUfR DES i/WPrSV'KAAKOfS : &>~>U'-j, T / .MÄINZ>301M--1934-: König Salomo, der Fremde und das Schachspiel Von V. Carrick Einzig autorisierte Uebertragung von Dr. Bernhard Hirschberg-Schrader Uebers Meer aus einem fernen Land kam ein Künstler nach Jerusalem. Er zeigte ein eigenartiges Brett mit vierunclsechzig genau markierten hellen und dunklen quadratischen Feldern und zweiunddreißig Figuren von verschiedener Gestalt. Die Figuren stellte er je acht in den ersten zwei sich gegenüberliegenden Reihen des Brettes auf. Er sagte, die Figuren und das Brett gehörten zusammen und bildeten ein Schachspiel von wunderbarer Art. Das Spiel fand reges Interesse, und bald vermochte der Fremde eine große Zahl von Wißbegierigen in diese neue Kunst einzuführen. Die Kunde von dem Fremdling und seinem sonderbaren Spiel drang auch bis zum allweisen König Salomo. Der Herrscher lud den Künstler zu sich in den Palast und ließ sich von ihm in dem neuartigen Spiel unterweisen. König Salomo war begeistert. In kurzer Zeit wurde er ein Meister im Schachspiel. Niemand konnte sich mit ihm vergleichen, nur der Fremde übertraf ihn. Aber bald kam der Tag, an dem der König auch seinen Lehrer „matt setzte". Stolz auf seinen Sieg, forderte er den Fremden heraus, mit ihm sieben Partien zu spielen. Sieger sollte werden, wer die meisten Partien gewonnen hätte. „Wenn ich verliere, Fremdling, erhältst du die Hälfte meines Reiches", sagte der König. „Allweiser Herrscher", erwiderte der Gast, „ich begehre nicht dein Reich, denn ich bin nicht zum Regieren geboren. Wenn du verlierst, so löge auf das erste Feld des Schachbretts ein Weizenkoin, auf das zweite zwei, auf das dritte vier, auf das vierte acht, auf das fünfte sechzehn und auf jedes der nächsten Felder immer wieder das Doppelte des vorigen, bis alle vierundsechzig Felder mit der entsprechenden Zahl von Körnern belegt sein werden." König Salomos Antlitz verfinsterte sich, und er sprach: „Wenig verlangst du, mein Freund. Es dürfte mir nicht schwer fallen, meine Schuld" 211 tilgen, sollte das Glück auf deiner Seite sein. Aber es ist eines mächtigen Königs nicht würdig, seine Schuld mit Weizenkörnern zu bezahlen. Verlange, und ich gebe dir Rosse und Wagen, schwarzäugige Sklavinnen, Gold und echte Edelsteine, soviel meine Schatzkammern bergen." „0 König, ich brauche keine echten Edelsteine, brauche keine schwarzäugigen Sklavinnen, keine Rosse und Wagen. Lege, wie ich gesagt habe, die Weizenkörner auf die Felder des Schachbretts, wenn du verlierst." „Gut", lachte König Salomo auf, „dein Wunsch soll erfüllt werden. Später kannst du dir Vorwürfe machen, daß du einen so kleinen Einsäte verlangt hattest."

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