Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 11 (7.1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- Seite 450 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 450 wüßt getragenen Sorge unserer Eltern um das seelische und körperliche Gedeihen ihrer Kinder auch in Zeiten schwerster eigener Not. Noch mehr als je gelangen an den im praktischen Leben stehenden Pädagogen Bitten um Ratschläge und Verhaltungsweisen in der erzieherischen Arbeit. So wird auch immer wieder nach der Möglichkeit der Erziehung zur Menschlichkeit gefragt. Daß die Notwendigkeit der Erziehung zur Menschlichkeit jederzeit gegeben ist, daran wird nie gezweifelt. Aber daß auch das Kleinkind bereits bewußt auf diesen Weg geleitet werden kann, erscheint nicht jedem Erwachsenen selbstverständlich, der durchaus versteht, daß mar» auf dem Wege des Gefühls und der praktischen Verwertung unseres jüdischen Kulturgutes den jugendlichen Menschen sehr wohl zu menschlichem Verhalten bringen kann. Bei einiger Sorgfalt ist diese Hinlenkomg auch beim Kleinkind sehr wohl möglich. Da muß vor allen Dingen an die Mutter d^e Mahnung ergehen, keine Gelegenheit sich entgehen zu lassen, das Kind zum menschlichen Verhalten zu erziehen. Leicht ist diese Pflicht des Erziehers zu erfüllen in Zeiten, die ein geruhiges Gleichmaß des Lebens haben. Wenn keine schweren Sorgen Hemmungen bereiten, kann man einem Kinde sehr leicht ein liebes und gütiges Wesen vorleben. Dieses Beispiel der liebenden Tat aber in einer Zeit zu geben, in der man aus traurigem Denken heraus viel lieber sich abwenden möchte, ist gewiß schwerer, muß aber um der zu erstrebenden Reinheit des Kindes wegen erfüllt werden. Wir Juden beten ja täglich: „Mein Herr, bewahre meine Zunge vor Bösem". Und: „Lasse meine Seele schweigen denen, die mir fluchen, und meine Seele allem gegenüber dem Staube gleich sein". Der Staub ändert nicht seine Form und nicht sein Wesen. Daß wir unser von hohem sittlichem Ernst getragenes Denken und Tun auch dann nicht ändern, wenn wir der Nichtachtung der Mitwelt begegnen, daß wir in strenger Pflichttreue unser Sein erfüllen, das zu zeigen ist in erster Linie Aufgabe der Frau. Wenn sie begnadet ist, wird es ihr ein Leichtes sein, ihren Kindern den Weg einer täglich und stündlich sich erweisenden Menschlichkeit zu zeigen und einem neuen, starken Lebensgefühl ungeahntes Licht zu schenken. Dr. Frieda Fuchs 3«geni>tommiffion »cr 3fraefflifd&cn ® emef nbe 3RHfo>o<&, 4.3üH, 2030 H&r pfinttltö in ber *ala fre* philantropitw, öetelffrafe 1510 Öffenflirhe 3ugenbDerfammtung «0 foritöt öcrr flafc&foer ®r. Semle öfter: .Jfitöftfte 3uflenb-tör mtltn-m 6o0en" $ie aefamte jübiftttc 3uaenb Sranlfnrt* ifl ficrjli*ff eitwiafen. «i.nlrftf frei! £>ie 3n0enty)eime flnft an Mefetn Slbent» gefftloffen. DIREKTION: NEUES THEATER ARTHUK HELLMER ABONNIEREN SIE FÜR DIE NEUE SPIELZEIT! A. Feste» Abonnement Fesler Tag und fester Platz Halbe Kassen preise B. Wahlfreies Abonnement Tag und Stück wählt der Abonnent Halbe Kassenpreise C. VolkstQml. Abonnement nur an Montagen und Freitagen Hoch billiger Anmeldungen werden bereits jetzt tägl. von 10—13 Uhr im Abonnementsbtiro entgegengenommen. SOMMERSTOFFE NRDSS ARKT 8.L UFT Gemeinde- Mitglied Gemeinde- Mitglied Inletts Bettfedern Bettstellen, Matratzen Betten-Bing Reineckstrasse 15 neben Porzellan- Decher Ueber 100 Jahre in Familienbesitz Tbooi •.»F.SrhSEÄ^erstel DAMENHÖTE •DAMENMODEN KAIStRSTR«25 (Laden) derM entsprechend e'\täch Geschmackvollu.billiq.