Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 11 (7.1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- Seite 435 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 435 Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands Haushaltsplan der Gemeinde für 1934/35 Die nachstehende Tabelle enthält eine Gesamtübersicht über den ordentlichen Baushaltsplan der Gemeinde für das Rechnungsjahr 1934, der durch Gemeindebeschluß vom 29. Mai/6. Juni verabschiedet worden ist. Die endgültige Beschlußfassung über eine etwaige Steuererhöhung ist zunächst solange hinausgeschoben, bis die Steuereingänge der nächsten Zeit einen Ueberblick ermöglichen. Einnahme Ausgabe Kap. Voranschlag 1934 Voranschlag 1933 Ist 1932 Voranschlag 1934 Voranschlag 1933 Ist 1932 I 50.- 78.417.- 13.308.- 10.415.35 II 35 600.- 36.508.- 48.080.35 171.253.- 26.584.- 27.085.07 III Rituelle Einrichtungen.......... 15.400.- 11.050. - 21.800.99 42 318.- 7.023.— 11.985.72 IV — — —. 191.713.- 174.405.— 204.870.73 V 29.590.— 33.205 — 15.28657 44.133. - 25.070.- 26.390.37 VI —' — — 92.182.- 40.575.- 95.980.13 VII Beiträge für überlokale Zwecke ..... — — — 42.550.— 42.610.— 56.680.- VIII — — — 28.000.- 28.000.- 38.165.21 IX 99.100.- 103.500. - 103.053.02 114.065.- 73.019.- 84.822.56 X 24.800.— 26.257.- 24.138.62 45.250.- 44.690.- 50.385.83 XI — — — 69.688.- 950.- 1.250.- Xll Schulden und Zinsendienst....... 4.660.- 8.777. - 12.304.26 148.490.- 149.220.- 121.530.42 XIII Kultussteuer.............. 930.499.- 803.565.- 727.938.73 54.800.- 44495 - 40.509.69 XiV Verschiedenes und Unvorhergesehenes . . 10.000.— 8.500.— 11.087.15 26.840.- 23.740.- 28.341.06 XV Etatsausgleich und Abschlußergebnis . . . — 65.350. 287.378.06 — — — — 3.180. 15.261.40 — 406.203.— 467.918.01 Summe Abt. A Ordinarium 1.149.699- 1.099 892.- 1.266 330.15 1.149.699. 1.099.892.- 1.266.330.15 Kultussteuer 1934/35 a) F inanzamts-Zahler. Die Kultussteuer- und Genieindegeld-Veranlagungen werden seitens der Finanzämter den Pflichtigen in den nächsten Wochen übersandt. Die erste Rate ist am 10. Juni ds. Js. fällig gewesen. Soweit bis zu diesem Termin die Veranlagung noch nicht im Besitz des Pflichtigen war, ist eine Vorauszahlung in Höhe eines Viertels der Kultussteuer 1933 zu zahlen, die auf die endgültige Veranlagung angerechnet wird. b) Nur- Lohnsteuer Pflichtige. Die Veranlagungen wurden Anfang Juni den Pflichtigen übersandt. Die erste Rate ist zwei Wochen nach Zustellung der Veranlagung, die zweite Rate bis 1. November ds. Js. an die auf der Veranlagung vermerkte Finanzkasse unter Angabe der Steuernummer zu entrichten. Einsprüche und Anträge auf Ratenzahlungen können nur innerhalb einer Frist von 28 Tagen vom Tage der Zustellung der Veranlagung an gerechnet, beim Vorstand der Israelitischen Gemeinde, Fahrgasse 146, erhoben werden. (Vgl. Gemeindeblatt Nr. 9/Mai 1934.) Vorstand der Israel. Gemeinde. Ausschreibung Schofarbläser (Bai Tokeah) für liberale Synagoge gesucht. Zuschriften mit Angabe der gewünschten Vergütung und Referenzen an den Vorstand der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M., Fahrgasse 146, erbeten. Senkung der Synagogenplatzmieten Im Hinblick auf die demnächst erfolgende Aufforderung zur Erneuerung der Platzmieten in den Synagogen bzw. zum Erwerb neuer Synagogenplätze wird darauf aufmerksam gemacht, daß in der. durch Gemeindebeschluß vom 29. Mai/6. Juni 1934 festgesetzten neuen Platzmietenordnung in allen drei Gemeindesynagogen eine erhebliche Senkung der Platzmieten vorgesehen ist. Auch diejenigen Gemeindemitglieder, die aus wirtschaftlichen Gründen in dsn letzten Jahren sich nicht mehr in der Lage gesehen haben, Synagogenplätze für das ganze Jahr zu erwerben, werden in diesem Jahr infolge dieser Preissenkung hierzu wieder in der Lage sein. Auskünfte über die Höhe der Platzmieten erteilen die Synagogenvorstände. Veränderung in der Gemeindevertretung Gemäß § 20 der Gemeindeverfassung vom 31. Mai 1920 wird hiermit bekannt gemacht, daß auf Grund der durch Gemeindebeschluß vom 14. Mai/16. Mai 1934 abgeänderten Wahlordnung an Stelle des ausgeschiedenen bisherigen Gemeindevertreters Jacob Wodowsky Herr Di-. Hans Pommeranz in die Gemeindevertretung berufen worden und eingetreten ist. Amtsantritt von Rabbiner Dr. Lemle Rabbiner Dr. Heinrich Lemle hat seine Tätigkeit in der Frankfurter Gemeinde mit einer Predigt in der Westendsynagoge am Freitag, den 15. Juni, in der Hauptsynagoge am Freilag, den 22. Juni aufgenommen. Vertreter des Gemeindevorstandes und der Synagogenvorstände hatten sich eingefunden, begrüßten Rabbiner Dr. Lemle und geleiteten ihn zu seinem Platz im Gotteshaus. In seinen Predigten sprach Rabbiner Dr. Lemle von den Aufgaben, die er in seiner neuen Tätigkeit erblicke und von der von ihm erhofften engen Beziehung zur jüdischen Jugend. Krankenhaus ' Die chirurgische Abteilung im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde benötigt ständig für Blutübertragungen an Krankenhauspatienten und zur Vermittlung an Aerzte gesunde kräftige Männer als Blutspender gegen entsprechende Vergütung. Nur schriftliche Anmeldungen erbeten an die chirurgische Abteilung des Israelitischen Krankenhauses, Gagernstraße 36. Hausversammlungen Behördlicherseits ist uns mitgeteilt worden, daß in Zukunft Hausversammlungen (in Privatwohnuhgen) nicht mehr zulässig seieü. Es sollen zu Vereinsveranstaltungen möglichst öffentliche Lokale benutzt werden. Versammlungen in Gemeinderäumen sind zulässig. Alle Veranstaltungen sind jedoch anmeldepflichtig. Diese Verfügung bezieht sich auch auf Frauenvereine. Musikalische und ähnliche Veranstaltungen fallen nicht unter diese Verfügung. Warnung! Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß Briefe mit dem Absender: Jüdische Notstandshilfe, Frankfurt a. M., .in denen der Ueberbringer beauftragt ist, einen Geldbetrag zu erheben, der in Notlage geratenen Familien zukommen soll, die Existenz einer Organisation vortäuschen, die als solche nicht anerkannt ist. Wir empfehlen auf Briefe mit diesem Absender nicht einzugehen.