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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-07-01 · 11 (7.1934) · p. Seite 434

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
11 (7.1934)
Date
1934-07-01
Page
Seite 434 (sequence 12)
Language
German
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Seite 434 die kritische Betrachtung des Referates ernste Vorbehalte geltend inachen. Nicht nur daß die Darstellungen mit den allgemeinen Motiven der Zeit aufs engste verwandt sind, auch die Bestimmung auf einen jüdischen Zweck, ebenso wie die Interpretation der Figuren ist nicht durchaus überzeugend. Im zweiten Teil des Vortrags behandelte Dr. Osborn die moderne Kunsttätigkeit in Palästina und vermittelte nachhaltige Eindrücke besonders von der Tätigkeit der jüdischen Architekten im Heiligen Lande. Unzulässig scheint es, in Frankfurt und Berlin hergestellte Werke (Wolpert Struck) als Beispiele neuer Kunst in Palästina vorzuführen. Der Vortrag bestätigte die Existenz starker bildschöpferischer Kräfte unter den Juden zu allen Zeiten der Geschichte auch auf palästinensischem Boden; vor allem aber vermittelte er ein Bild von der Homogenität von Landschaft, Kunstschaffen und Zeitsendung in den sichtbaren Zeugnissen neuen jüdischen Lebens. Ghr. Zweites Orchesterkonzert des Kulturbundes Schon wenige Wochen nach der überaus erfolgreichen Premiere gelang es Steinberg und seinem Orchester, mit einem neuen, weit anspruchsvolleren Programm an die 0Öffentlichkeit zu treten. Der Kontakt zwischen Dirigent und Orchester hat sich inzwischen dank einer intensiven Probearbeit so gefestigt, der ganze Klangapparat eine solche Verfeinerung erfahren, daß man es wagen konnte, in das Gebiet der zeitgenössischen Musik vorzustoßen und aus der Reihe der Klassiker den in der Ausführung heikelsten — Mozart! — herauszustellen. Arnold Schönbergs Tondichtung „Verklärte Nacht" für Streichorchester op. 4 zählt nicht zu jenen Werken des Komponisten, die radikal mit der Vergangenheit brechen und daher noch heute stark umkämpft sind. Sie ist vor dem Stilwandel geschrieben, bewegt sich in den Bahnen nachwagnerischer Harmonik (Tristan!) und trägt die Züge einer Programm-Musik, wie sie um die Jahrhundertwende geläufig war (Richard Strauß). Trotzdem hält sie dem Urteil einer anders eingestellten Gegenwart in jeder Weise stand und darf, selbst da sie vom späteren Schaffen Sehönbergs gleichsam negiert wird, als eine in ihrer Art einzig dastehende Meisterschöpfung poetisierender Tonkunst betrachtet werden. Die jetzige Aufführung bedeutete also mehr als nur die Erfüllung einer Ehrenpflicht gegenüber dem großen lebenden Musiker jüdischer Abstammung. Was Steinberg mit seiner jungen Spielgemeinschaft bei der Wiedergabe leistete, verdient höchste Bewunderung. Er wußte nicht nur das klangsinnliche Element in feinster Stufung zu erfassen, sondern darüber hinaus die spirituelle Sphäre dieses seltsamen, weitgespannten Tong6webes überzeugend nachzuzeichnen. Der Gesamtedndruck vermag die Erinnerung an frühere Frankfurter Aufführungen in Schatten zu stellen. Die „Kleine Fuge über Themen aus Mozarts Figaro- Ouverture" von Bernhard Sekles — dem Kulturbund-Orchester Rhein-Main und seinem Dirigenten gewidmet — hörte man als Uraufführung. Was Sekles mit diesem grazilen Werkchen beabsichtigte, ist im Programmheft nachzulesen. Das mit leichter, aber äußerst kunstfertiger Hand gearbeitete Divertimento fesselt vom beginnenden Paukenwirbel bis zum witzigen Fagott-Solo des Schlusses als heiteres, geistreiches Spiel in Tönen. Man ist zuerst etwas verblüfft darüber, die bekannten Mozart-Themen in veränderter Gestalt zu vernehmen, läßt sich dann aber willig von dem humorvollen Einfall dieser „Fuge im fliegenden Presto" und seiner flüssigen Durchführung gefangennehmen. Der anwesende Komponist und seine sich mit allem Eifer einsetzenden Interpreten durften reiche Anerkennung entgegennehmen. Als Solistin für den Mozart-Teil war die Berliner Sängerin Fritzi Jokl gewonnen worden, den Frankfurtern von ihrer früheren Tätigkeit am Opernhaus wohlbekannt. Die Künstlerin kann auch im Konzertsaal ihr eigentliches Wiirkungsfeld, die Bühne, nicht verleugnen. Das Programm — Opern-Arien aus „II re pastore", „Figaros Hochzeit" und „Entführung" — stellte ihr also die richtigen Aufgaben. Ihre leichtschiwöbende, warmgetönte Stimme, verbunden mit einer gepflegten, den Mozartstil gut erfassenden Musikalität und einer gewinnenden persönlichen Note, vermochte die Zuhörer ohne weiteres in ihren Bann zu ziehen. (Für die „Entfuhrung"-Arie freilich hätte man eine stärkere dramatische Durchschlagskraft gewünscht.) Steinberg „begleitete" nicht im gewöhnlichen Sinne, er arbeitete mit seinen Musikern entscheidend und führend am Gesamtbilde mit. Solistisch waren der ausgezeichnete Geiger Ernst Drucker, sowie E. Toeplitz, R. Weiler und Ellen Droba tschewsky verdienstvoll beteiligt. Mit Mozarts Jupiter-Symphonie schuf Steinberg dem Abend einen glanzvollen Höhepunkt. Neigt er auch dazu, die Linien etwas zu überspannen und die Steigerungen mit einem fast allzu theatermäßigen Brio zu laden, so wird doch die stilistische Haltung nicht beeinträchtigt und vor allem die Wirkung in jeder erdenklichen Form sichergestellt. In besonders schöner Abtönung erldang — ein Prüfstein für das Orchester — das Andante. Alle Darbietungen wurden mit sürmischer Begeisterung aufgenommen. Dr. E. Salomen Feitier Wirtschaftstreuhänder und Steuer-Sachverständiger Aktuell: Anträge auf Erleichterung für den Hausbesitz, Bilanzen, Steuerangelegenheiten Frankfurt am Main. Wolfgangstr. £9, Tel. 58670 Sc&D&instandsetzuooswerk Gegr. 1900 ff Alle/httiiigcnstr. 72 Spez. Grüne Goliath-Sohle 5 Fuld M Zeil 13 Rolläden u. Jalousien alle Reparaturen. Brück & Schultheis Merianstr. 39 - Tel. 42089 Langjährige Fachleute. Künstliche Waschseide Meine Spezialität: Dam.-Nachthemden mod. Form mit Handhohlsaum u. Stick. 5.90 *|ti Unterkleider Hemdhosen mod. Form u. Länge m. 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