Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 11 (7.1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- Seite 433 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3094266-3094399-3094410--4195-3098984- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 433 Art; Aufträge von lithographischen Anstalten und Druckereien zu Entwürfen und Lieferung künstlerischer Originalarbeiten, Zeitschriften-Titel, Briefköpfe und geschäftliche Anzeigen, Waren-Packungen, Inserate usw. Veranstaltungen von Kunstausstellungen und deren geschäftliche und technische Vorbereitung, auch in Verbindung mit den Kulturbünden Berlins und anderer deutscher Gebiete, besonders auch mit dem Ausland, dabei für solche Verhandlungen zu führen und Beziehungen anzuknüpfen. — Beschaffung geeigneter Räume für Ausstellungen bildender Kunst (auch angewandter und historischer). — Der gesellschaftliche Zusammenschluß kunstinteressierter Personen und Kreise mit den bildenden Künstlern ist zu fördern durch gesellige und Vortragsveranstaltungen. Schaffung von Einrichtungen — geeigneten Räumlichkeiten und Arbeitsmaterial — für die künstlerische Ausbildung der begabten jüdischen Jugend in freier, angewandter und Handwerkskunst, wofür bewährte Kräfte unter den Frankfurter Künstlern zur Verfügung stehen. Vermittlung von Festdekorationen öffentlichen und privaten Charakters, für bühnenbildnerische Arbeiten im gesamten Rhein-Main-Gebiet, kurz für alle Veranstaltungen, die künstlerische Beratung und Gestaltung erfordern. Ruth Cahn, Leo Horowitz, Heinrich Gottselig, Hanns Katz, Rosy Lilienfeld, Hermann Lismann, Leo Mayer, Alfred Oppenheim, Erna Pinner. Literarische Rundschau .Das Gebet von Emanuel Geibel. Für eine Singstimme mit Orgel- oder Klavierbegleitung komponiert von Kgl. Musikdirektor Aron Friedmann, Oberkantor der Jüdischen Gemeinde Berlin. Im Selbstverlag, Berlin N. 24, Krausnickstraße 13. „Herr, den ich tief im Herzen trage, sei Du mit mir," beginnt der Text der Geibelschen Dichtung, die bereits von Hiller vertont und schon oft bei feierlichen Gelegenheiten gehört worden ist. Unser Altmeister und produktiver Komponist, sowohl auf dem Gebiete de3 Synagogenals überhaupt des geistlichen Gesanges, hat eine tiefempfundene neue Melodie für den Geibelschen Text geschaffen und eine wertvolle Begleitung dazu geschrieben. Die geschickten Modulationen entsprechen ganz den verschiedenen Gemütsausdrücken des Gebetes. Eine bemerkenswerte neue Komposition ist so entstanden, die, da sie für die Mittellage der Stimme gedacht ist, von jedem jüdischen Kantor und Oratoriensänger vorgetragen werden kann. Sie darf in keines Künstlers Repertoire fehlen. A. Nußbaum Rosenzweig-Briefe Der Schocken-Verlag bereitet die Herausgabe einer Auswahl von Briefen Franz Rosenzweigs vor. Besitzer von Briefen, insbesondere solcher vor dem Jahr 1923, werden gebeten, sie an die unten angegebene Adresse zu senden. Rückgabe der Originale und NichtVeröffentlichung vom Adressaten bezeichneter Stellen wird zugesichert. Frau Edith Rosenzweig, Frankfurt a. M., Wolfsgangstr. 4. Kulturarbeit des Monats Kammer-Streichvereinigung und Singgemeinschaft Die Jugendkommission der Israelitischen Gemeinde veranstaltete zugunsten des Tagesheims der erwerbslosen Jugend ein Konzert, für das die Kammer-Streich vereinigung und Singgemeinschaft der Musikfreunde unter der Leitung ihres Dirigenten Artur Holde gewonnen worden war. Als Solistin wirkte erfolgreich Heida Hermanns-Holde mit. Die Künstlerin hatte (statt des Cembalo continuo) den Klavierpart in der Händel sehen Ouvertüre zu dem Oratorium Esther übernommen. Sie spielte dann noch mit großem Können und mit schönem, modulationsfähigem Anschlag den Solopart in dem d-moll-Konzert von Joh. Seb. Bach und erfreute zum Schlüsse die enthusiastischen Hörer durch die mit besonderer Anmut und Poesie gespielten „Variations serieuses" von Mendelssohn-Barthold>. Man hörte von der Singgemeinschaft das A b e n d 1 i e d von Haydn mit Klavierbegleitung (Julius Badmann), und den 10 0. Psalm von Mendelssohn-Bartholdy in sorgfältiger Einstudierung und Reinheit. Um die Solostellen machten sich verdient: Lucie Katz, Toni Neuhaus, Elsbeth Strauß, Liesel Ziegelstein, Nathan 0rff, Herbert Stern, Manfred Kuttner, Janko Kauffmann. Artur Holde spielte mit seinem Orchester außer der straff und diszipliniert gestalteten Händel-Ouvertüre, der Begleitung des Bach sehen Klavierwerkes, noch 5 Gesellschaftsmenuette von Beethoven, die ausgezeichnet und wirkungsvoll erklangen, und dem Orchester und seinem Dirigenten, dessen Programmauswahl auch diesmal wieder besonders geschmackvoll und eigenartig zusammengestellt war, warmen Beifall einbrachte. —n. Aufführung der Gymnastik-Kurse von Gretl Hauck Was die Gymnastik-Schülerinnen Gretl Haucks im Heim für junge Kaufleute und Studenten vorführten, bewies in reichem Maße die Berechtigung und Bedeutung der tänzerischen Gymnastik in der Auffassung Gretl Haucks: sie will eine Verbindung schaffen zwischen Sport und Tanz, betont Anmut und Grazie in der gewohntesten Bewegung des Alltags. „Körpertraining von Kopf bis Fuß" war das Motto der Veranstaltung, ausgeführt von ca. 35 großen und kleinen Schülerinnen. Neben rein gymnastischen und tänzerischen Uebungen wirkten besonders reizvoll von 6—9jährigen Mädels gesungene und getanzte Volkslieder (geschrieben von Alfred Hauck). Sportübungen aller Art in tänzerischer Darstellung zeigten ihre Entstehung und Entfaltung. Die neben anderem vielleicht aparteste und stilvollste Darbietung war eine musikalische und tänzerische Variation über das Thema: „Kommt ein Vogel geflogen." Die Vorführungen waren individuell, liebenswürdig und äußerst charmant. Sie stellten eine natürliche und anmutige Kunst dar und fanden den warmen und aufrichtigen Beifall des Publikums. L. H. Alte und neue Kunst in Palästina In einer Veranstaltung des Kulturbundes Deutscher Juden, Bezirk Rhein-Main, in der Frankfurt-Loge sprach Dr. Max 0 s b o r n über alte und neue Kunst in Palästina. Ausgehend von der Schilderung des Landes und einer kurzen Darstellung seiner Geschichte gab der Redner an Hand einer großen Reihe, zum Teil hervorragender, unbekannter Lichtbilder einen Ueberblick über die Denkmäler der Bildkunst auf palästinensischem Boden, die er als „abgekürzte Zeugen der Vergangenheit" interpretierte. Osborn beschränkte sich nicht auf die Darstellung der durch manche Publikationen vielfach bekannten antiken Bauten, sondern erweiterte seine Betrachtungen bis zu den erst neuerdings aufgetauchten Gegenständen des Kunstgewerbes in den Synagogen von Dura Europos u. a. Hier freilich möchte Was fehlt Ihnen noch für Bad und Reise? In jeder Preislage finden Sie das Richtige bei DR.ALBERSHEIM 9 KAISERSTRASSE 9