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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-07-01 · 11 (7.1934) · p. Seite 431

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
11 (7.1934)
Date
1934-07-01
Page
Seite 431 (sequence 9)
Language
German
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Seite 431 gemäßigt moderner Haltung vor. Als sympathische Begabung, die sich in Kammermusiken, Chören und Liedern bekundet, hat sich Fritz Lissauer erwiesen, ebenso Edward Moritz, der aus der Schule Paul Juons hervorgegangen ist. Unter seinen zahlreichen Arbeiten nimmt die Burleske für Orchester einen wichtigen Platz ein. Frischen Musiziergeist verrät das Schaffen Berthold Goldschmidts, der sich mit der Oper „Der gewaltige Hahnrei" und einer zügigen Ouvertüre vorteilhaft einführte. Nicht mit dem Ruhm des Pianisten hat sich Artur Schnabel begnügt. Instrumentalwerke verschiedener Gattung und Lieder zeigen den Willen zu schöpferischem Ausdruck in teilweise extrem fortschrittlicher Richtung. Auch der seit Jahren in Berlin ansäßige ausgezeichnete Geiger Stefan Frenkel ringt in gediegenen Kammermusiken und einem Violinkonzert um die Anerkennung als Tonsetzer. Weniger kompositorischer Tätigkeit als Bearbeitungen jüdischer Volksweisen und synagogaler Gesänge verdankt der seit 1895 in Berlin wohnende Chordirigent Arno Nadel sein gefestigtes Ansehen. Wie dieser läßt sich auch Heinrich S c h a 1 i t durch sein langjähriges Wirken in München dem Kreis deutschjüdischer Tonsetzer zurechnen. (Schalit ist jetzt als Chordirigent nach Rom übergesiedelt). Ein geschlossener Freitagabend- Gottesdienst und Einzelgesänge'bilden eine erfreuliche Bereicherung der modernen synagogalen Musik. Das Ziel arteigener jüdischer Musik strebt charaktervoll und satztechnisch gut fundiert der Mannheimer Hugo Adler in der biblischen Szene ,.Balak und Bilam" und in anderen Vokalwerken an. Zeitgenössische jüdische Komponisten in Deutschland: ein farbiges Bild von Vertretern der älteren, der mittleren und der jungen Generation; ein Bild, in dem sich konservative Werkgesinnung mit fortschrittlichem Geist mengt. Ein lebendiger Beweis, welchen Anteil der Jude am deutschen Musikleben genommen hat und noch nimmt. Dieses Schaffen in einer Zeit schwerster Krise bei uns vor der Vergessenheit zu bewahren, wird jetzt zu den vornehmsten Aufgaben aller der Musik dienenden Einrichtungen der deutschen Juden gehören! akfurter Kreis der zeitgenössischen jüdischen Toniinem eigenen Artikel betrachtet. Wohlfahrtswerbung der Frankfurter jüdischen Jugend. Vor Wochen erging an uns, die jüdische Jugend Frankfurts, ein Aufruf, die Arbeit der .Jüdischen Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M. e. V" zu unterstützen. Wir bekannten uns alle einmütig zu dieser neuen Aufgabe. Was wir für den engeren Kreis unserer Mitbürger erstrebten, -wird nunmehr nach dem Entschlnss des „Zentrdlausschasses der Deutschen Juden für Hilfe und Aufbau" in allen jüdischen Gemeinden zur Durchführung gelangen. Wir fühlen uns für das Gelingen der grossen Aufgabe verantwortlich, denn wo immer jüdische Jugend organisiert ist, ist es ihre Pflicht, den Weg vom jüdischen Gebot zur Tat, vom Wort zur Erfüllung zu suchen. Jeder, der selbst noch strebt und nicht am Leben verzweifelt, soll sich gebunden fühlen, seiner Kraft nach Gaben zu spenden. In der Woche vom 15.—20. Juli werden die nächsten Beiträge von den jungen Helfern eingesammelt werden. Niemand lehne es ab, der jüdischen Not in ihrer unendlichen Vielfalt zu steuern! Verein für jüdische Krankenpflegerinnen Rücksichtnahme und Menschenliebe, Pflichtgefühl und Hingabe an den Beruf, Besonnenheit und Takt sind die Eigenschaften, die von einer jeden Krankenschwester verlangt werden, weiterhin gute Gesundheit und Ausdauer bei Anstrengungen. Dagegen ist hohe körperliche Kraft nieht unbedingt notwendig^ weil sie durch Energie und gute Schulung ersetzt werden kann. Diese Energie, der Wille und die Fähigkeit zur Selbstüberwindung sind unerläßlich, denn es gibt in diesem edelsten aller Frauenberufe mancherlei zu ertragen. Die Eindrücke, welche die junge Lehrschwester am Krankenbett erhält, sind die des menschlichen Leidens und der Schmerzen; über dieses inner» Erleben aber hilft die besondere Gabe der weiblichen Natur hinaus, die herrliche Gabe: das Mitleid in die Neigung zum Helfen und Pflegen umzusetzen (ist doch das Mitleid die Grundlage aller menschlichen Wohltat; wohin käme die Menschheit ohne das Mitleid?). Sehr viel Arbeit muß von der jungen Schwester geleistet werden: es heißt früh aufstehen, der Dienst dauert zehn und zwölf Stunden und oft, bei plötzlichen Ereignissen, kan» der Nachtschlaf nicht geschont werden. Dazu noch das andauernde theoretische und praktische Lernen bis zum Examen, das durchaus nicht immer leicht ist. Trotz der geschilderten Anforderungen sieht man, daß die jungen Mädchen mit seltenen Ausnahmen gesund und frisch und freudig sind. Das wird nicht zum geringsten Teil der sorgfältigen Ueberwachung ihrer Gesundheit, den günstigen im Schwesternhaus gebotenen hygienischen Verhältnissen verdankt, aber auch der inneren Befriedigung, welche dieser Beruf dem weiblichen Gemüt gibt, dem Bewußtsein, einen wirklichen Lebenszweck zu haben und dem Gemeinschaftsgeist, der im Schwesternhaus und Krankenhaus herrscht. — Die Ausbildungsstätte ist von jeher das Krankenhaus der israelitischen Gemeinde, dessen Verwaltung und Aerzten der Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu dauerndem Dank verpflichtet ist. Klein war der Anfang. Der Gedanke, jüdische Mädchen zu Pflegerinnen auszubilden, ist in dem alten Spital auf der Königs- Jüdische Jugendverbände Frankfurts .... empfiehlt sich! Sie werden bei ihm eine zuvorkommende, freundliche Bedienung, eine zuverlässige, gewissenhafte Beratung finden! BAMBERGER&HERTZ Die zuverlässigen Kl eiderf ach leute

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