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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-06-01 · 10 (6.1934) · p. Seite 399

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
10 (6.1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 399 (sequence 13)
Language
German
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Seite 399 Vom Mitlei Von Tierarzt Dr. B. S „Moses und David wurden von Gott zu Hirten Israels bestellt, weil sie als Schafhirten mitleidig gegen die Lämmer waren. Gott sprach: Wer Mitgefühl Hildas Tier hat, wird auch gegen Menschen mitleidig sein." (Lichtstrahlen aus dem Talmud v. Raub. Jak. Stern.) Die Frankfurter Juden haben die tierschützlerische Tendenz des kürzlich veranstalteten „Festzugs der Tiere" umso selbstverständlicher begrüßt, als das Erbarmen mit der Tierwelt seit unserer Volkwerdung, also seit Jahrtausenden, tief im jüdischen Gemüt verankert ist. Unsere Weisen legen den Satz des täglichen Schema-Gebetes: „Und ich werde dir auf deinem Felde Gras für dein Vieh geben; du wirst essen und satt werden" dahin aus. daß man sich nicht zu Tisch setzen darf, bevor man dem Haustier sein Futter vorgesetzt hat. Fürsorge und Mitleid gegenüber den Tieren spricht aus einer ganzen Anzahl von Stellen der heiligen Schrift und des rabbinischen Schrifttums zu uns. Dies gilt vornehmlich den Tieren, die der Mensch in Obhut genommen hat. Das av i I d 1 e b e n d e Tier untersteht der Fürsorge Gottes, der ihm den Freitisch der Natur deckt, „der dem Vieh seine Nahrung gibt, den jungen Raben, die zu ihm rufen". Unser Tischgebet als Dank für unser tägliches Brot gilt dem AUerhaltei-, der allen Lebewesen ihre Nahrung gibt. Die unberührte Natur und die freie Tierwelt folgen unbewußt den göttlichen Zwecken und Zielen, indem sie den natürlichen Gesetzen gehorchen. Wenn wir, ohne den Frieden solch reinen, freudvollen Daseins zu stören, die Tierwelt in ihrer Freiheit als stille und stumme Zuschauer heimlich beobachten, strömt auch auf uns eiie Welle des Glücks über, das die Natur in ihrer Unberührtlieit erfüllt. Das Herausreißen der Tiere aus ihrer paradiesischen Freiheit durch die Menschen erfolgte zu eigensüchtigen Zwecken. Um sich die Tiere dienstbar zu machen, wurden sie gezähmt und domestiziert. Alle Fortschritte der Wissenschaft und Technik haben die Nützlichkeit und Notwendigkeit der Tiere d mit Tieren rauch, Frankfurt a. M. für die Lebenshaltung der Menschen nicht überflüssig gemacht. Allein das Pferd, das gequälteste und meistmißhandelte aller Geschöpfe, erfährt durch die Motorisierung eine beginnende Erlösung. Bevor dereinst der Cherub mit dem Flammenschwert einer geläuterten und durch Erkenntnis gereizteren Menschheit den Wiedereintritt durch die Pforten des Paradieses freigeben wird, muß sie gelernt haben, ohne Totschlag an ihren Mitgeschöpfen leben zu können. Bis zur messianischen Zei: trifft die Menschen allein dafür, daß sie Tiere für ihre Zwecke halten und sie für sich sterben lassen, noch keine Schuld. Wie wir aber das Leben der unserer Obhut anvertrauten Tiere gestalten, das zeigt, ob wir Gott in unseren Mitgeschöpfen ehren, oder ob wir uns gegen ihn versündigen. Das Ende des Tieres ist nur ein Augenblick, darum ist es wesentlicher, wie sein Leben war, als wie sein Tod ist. Trotzdem hat sich die F ü r s o r g e unserer Religion auch auf diesen bezogen und eine Tötungsart vorgeschrieben, die ein schnelles und möglichst schmerzloses Ende herbeiführen soll. Die Körper freilebender Tiere sind mit höchster Weisheit zweckmäßig und ebenmäßig gestaltet und ihrer Umgebung auf das Vollkommenste angepaßt. Jedes Tier in freier Wiidbahn ist ein wahrer Gedanke Gottes. Prentice Mulford, ein amerikanischer Weiser und Seher, dessen 100. Geburtstag auf den 5. April d. J. fiel, sagt in einem Essay: „Die ebenmäßige, starkbeschwingte, sich selbst erhaltende Wildgans ist eine Wahrheit, ist einer der Ausdrücke des unendlichen Bewußtseins, um Glück und Kraft zu schaffen. Die watschelnde, hilflose, flügellahme, leberkranke, geschoppte Gans ist das, was von einer Wahrheit übrig bleibt, wenn der Mensch dazukommt. Freiheit, Kraft und Glück liegen in der vollen Entfaltung des Instinkts, und Instinkt heißt: eins sein mit den Dingen. Durch ihn wirkt höchste Weisheit und Wahrheit direkt auf diese besondere Form des Unendlichen ein, und gerade ihr bringt er, wo er sich frei entfalten darf, die größtmögliche Seligkeit: sie [(urzworen! Am meiner bedeutend vergröi'erten Spezialabteilung Nähnadeln 25 Stck..... Reisnägel Stopftwist q K.räu-l........ Opfvr. DrucksKnöpfe a Dtz.......... *TP Reihgarn n 20 ütamm...... / P Malchinengarn p IW mir.........O P Gummilitze in 3 mtr.........lUp Armblätter Paar Fnhrnntto^&Z BörilttTfc 1 £i. fahrgawe a4 Kom+abLer Wache Für das Kind den rgijigigi ek^:* NurflngcrsüäcH SCHUH 6cf)ufjtjaus Qvass y\ BERGERSTRASSE 176 V51 Fernspr. 44238 \fi Auf Wunsch Ausweisend mg ^^^ÖIf ^as 9rosse Spezialgeschäft 'm^ölf Kronprinzenstrasse 6 und Telef. Neue Krame 26 34077 v§|w-__Korbmöbel, Koffer, I /Kinderbetten J jt? s Eigene Reparaturwerkstätte MOBElJ besond. preiswert. 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