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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-05-01 · 9 (5.1934) · p. Seite 377

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
9 (5.1934)
Date
1934-05-01
Page
Seite 377 (sequence 31)
Language
German
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Seite 377 Ein Vorschlag Die jüdische Hilfsbereitschaft zeigt sich in diesen schweren Zeiten mehr denn je. Männer und Frauen, Alter und Jugend versuchen nach besten Kräften, den bedrängten -Glaubensgenossen beizustehen, mit Rat und Tat deren Los zu erleichtern — nach Maßgabe der Mittel und ihrer Fähigkeiten- Ueber diese Fähigkeit ist sich mancher und manche nicht klar; besonders begegnen uns oft Frauen, die seufzen: „Wie gerne würde ich mich betätigen, ich habe genug freie Äeit übrig und am guten Willen fehlt es auch nicht, aber ich habe keinerlei Talente, und ebensowenig besitze ich praktische Kenntnisse in der Wohlfahrtspflege. Für solche Frauen möchte ich auf ein Tätigkeitsgebiet hinweisen, zu dem man weiter nichts braucht als ein gutes Herz, etwas Geduld, die Kunst des Plauderns und des Zuhörens, Eigenschaften, die eigentlich jede normale Frau besitzt. Die praktische Ausnützung dieser Fähigkeiten sieht folgendermaßen aus: Nahezu in allen jüdischen Großgemeinden gibt es Altersheime, die jetzt bevölkerter sind denn je. Meist beherbergen sie alleinstehende Männer und Frauen, auch viele von außerhalb, die aus kleinen Plätzen kommen. Die ortsansässigen Verwandten und Freunde sehen sich wohl von Zeit zu Zeit nach ihnen um, aber schließlich hat heutzutage jeder mit sich und seinen Sorgen zu tun, auch liegt das Heim meist ziemlich weit von der Stadt entfernt, was Wunder, wenn die Besuche immer seltener und kürzer werden. Hier soll nun die hilfsbereite Frau, die sich betätigen will, einspringen. Sie widmet dem Altersheim allwöchentlich 1—2 "Vor- oder Nachmittage, besucht in dieser Zeit ca. 6—7 Insaßen, plaudert mit ihnen ein Stündchen und läßt sich ihre Sorgen und ihre Freuden erzählen. In all diesen alten und einsamen Menschen lebt ein starkes Mitteilungsbedürfnis; man möchte so gerne über den letzten Brief des Sohnes aus Palästina sprechen, über seine Zukunftsaussichten dort; man will einen Rat haben, was man mit dem heranwachsenden Enkelkind am besten unternimmt, auswärtige Verwandte laden einen für längere Zeit zu Besuch ein, soll man in diesem Alter noch die weite Reise riskieren? Kurz, es sind gar viele Probleme, die unsere Alten beschäftigen und die man einem Außenstehenden unterbreiten möchte. Im Heim sind ja Gefährten da, das stimmt; aber es sind auch alte Menschen, sie wissen nichts von dem, was außen in der Welt vorgeht, aber „die Freundin von draußen" steht ja mitten im Leben, sie hat Erfahrung und Einblick, auf sie kann man sich schon verlassen. Und man kann mit ihr auch so nett von alten Zeiten plaudern, von damals, als es einem noch gut ging, als man das schöne Geschäft und den großen Familienkreis hatte, als man Ansehen und Ehren genoß. Ist auch alles längst dahingeschwunden, man schwätzt mit einer verständnisvollen Zuhörerin doch noch gern darüber. Nur zu rasch ist die Plauderstunde vergangen, die Besucherin verabschiedet sich und verspricht für das nächste Mal einige illustrierte Zeitungen, ein. neues Strickmuster, ein gutes Buch. Und sie wird ihr Worthalten, das weiß man — und freut sich nun eine Woche lang auf dies nächste Mal. Auf diese einfache Art kann jede Frau etwas Licht und Sonne in das Dasein einsamer Menschen bringen, nur muß sie sich fest vornehmen, ihre Besuchszeiten pünktlich einzuhalten und sich durch nichts davon abhalten zu lassen, damit nicht Enttäuschung und Aerger statt 'Zerstreuung und Unterhaltung bei ihren Schützlingen Einzug hält. Wenn diese Anregung, die sich in anderen Gemeinden schon ausgezeichnet bewährt hat, sich auch in Frankfurt verwirklichen ließe, so würde das für manch alten und einsamen Menschen Trost und Freude bedeuten. E1 s e D o r n, Nürnberg. Aus der Arbeit der Ortsgruppe des Jüdischeu Frauenbundes Mannigfaltig ist die soziale Arbeit, die seit vielen Jahren von den jüdischen Frauen Frankfurts geleistet wird. Doch noch immer stehen viele Frauen abseits, deren Wille und Arbeitskraft der Allgemeinheit fehlen. Um sie zu gewinnen, soll ein kleiner Ueberblick über die Arbeit der Ortsgruppe Frankfurt am Main des Jüdischen Frauenbundes gegeben werden. Der Jüdische Frauenbund, der vor 30 Jahren in weitsichtiger Weise von Bertha Pappenheim gegründet wurde, umfaßt heute in Deutschland mehr als 430 Vereine mit ca. 50 000 Mitgliedern. Er schließt die jüdischen Frauen und Einzelvereine zusammen und stärkt damit das jüdische Gemeinschaftsbewußtsein, in der Erkenntnis, daß das Judentum und seine altehrwürdigen Kulturgüter die jüdischen Menschen mehr durchdringen müssen, wenn das Judentum bestehen soll. Erziehung der Frauen zu praktischer sozialer Arbeit gehört zu seinen ethischen Forderungen. Dafür sind die Ortsgruppen und Vereine die ausführenden Organe. Nachstehend sei einiges aus der Tätigkeit, der Ortsgruppe Frankfurt a. M. berichtet. Die Bahnhofs hilfe (s. Artikel in der Februarnummer), obwohl nicht mehr wie früher der allgemeinen interkonfessio- Für Frühjahr und Sommer unsere Qualifäfs*Sf offe in jeder Preislage LOEWENTHAL AN DER HAU PTWAC H E führt gute Stoffe CHARLOTTE SCHMUCK CHARLOTTE GESCHENKE für jeden GESCHMACK UNO . . . BILLIG Charlotte ROSSMARKT 17 neben Salamander Wäschefiesiandes alle Arten Bett-Wäsche Tisch-Wäsche Kiichen-Wäsche etwas angestaubt, daher große Gelegenheit E.Dflviü Meyer uiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiüiiiiiit Goethestrasse 18

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