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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-05-01 · 9 (5.1934) · p. Seite 362

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
9 (5.1934)
Date
1934-05-01
Page
Seite 362 (sequence 16)
Language
German
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Seite 362 Der junge David Richard Beer-Hofraanns neues Werk Besprochen von Dr. Georg Schott- Prankfurt a. M. Ganz abseits vom lauten Tag-esbetriebe, der oft den kräftigsten Sclireier in die vordere Reihe rückt, ist Richard Beer- H o f m a n n . der stille Wiener Poet und Freund Hugo von Hofmannsriials. seinen eigenen Weg gegangen. Der jetzt 68jährige (geb. 1866) hat der literarisch interessierten Oeffentlichkeit, mehr und mehr in langen Zeitabständen, nur ein sehr schmales ..oeuvre"' unterbreitet. Erschienen sind von ihm einige Novellen, eine Gedenkrede auf Mozart, dessen vollendete Einheit von ..sehüner Form" und ..schöner Seele" gerade diesem fein empfindenden Schönheitssucher höchste Meisterschaft bedeuten mußte.' und drei Dramen. Weit bekannt wurde Beer-Hofmann durch sein Trauerspiel ..D er Graf von C h a r o 1 a i s" (1904), das vor rund einem Vierteljahrhundert von vielen Bühnen mit starkem Erfolg aufgeführt wurde. Hier wirkten vor allem der edle Gehalt prachtvoll tönender beschwingter Verse und die, alle billige Alltagsmoral weit hinter sich lassende, Verkündung reinen Menschentums, die den Dichter — 125 Jahre nach Lessings „Nathan" — zum Prediger eines hohen Humanitätsideals werden ließ. Aufbau der Handlung und straffe Komposition waren schon in diesem ersten dramatischen Werk nicht Beer-Hofmanns starke Seite. Nach einer Pause voa 14 Jahren erst legte der Dichter, ein langsamer, ernster, verantwortungsbewußter Arbeiter am Wort, ■sein dramatisches Vorspiel zu der ..Historie vom König D a v i du vor: ,. J aakobs Trau nr', dessen Gestaltung ihn mehr als sechs Jahre in Anspruch genommen hat. Ließ das Erstlingswerk dank seiner englischen Quelle und einer stark bewegten und bewegenden Fabel immerhin dramatisches Leben pulsieren, so bedeutete „Jaakobs Traum", besonders im größeren zweiten Teil, völligen Verzicht auf äußere Handlung. Es ist durchaus lyrische Dichtung, in dramatisches Gewand gekleidet. Umsoweniger mochte es hier Beer-Hofmann um die d r a m a - t i s c h e Wirkung gehen, als ja sein Vorspiel in engem, freilich nicht sklavischen Anschluß an bekanntes Gut der Bibel die A u s e r w ä h 1 u n g J a a k o b s. des Ahnherrn Davids, schildert und der Schwerpunkt auf dem inneren Ringen des Helden mit sich und mit Gott beruht. Ein ..Seelendram a" ist dieses — rund 1500 Verse fassende — Gedicht, in dem die am breitesten ausgesponnene, an dichterischem und ethischem Gehalt besonders reiche Szene (zwischen Jaakob und Idnibaal) finden Gesamtverlauf bezeichnenderweise nur Episode bleibt. „Erwählt ist Jaakob", das war das Grundthema dieses Vorspiels der Trilogie: „Weil um sein Haupt ein immerwährend Wehen, Wie unerschauter Engel Flügelschlag, Ist ihm verhängt, was du — nicht siehst, zu sehen, . . . Weil auf ihm G n a d e ist — und auf dir (Edom Esau) — keine!" Und wie sich an Jaakob die Verheißungen erfüllen, die Gott seinen Vätern Abraham und Isaak gegeben hat, so wird es auch seinen Nachkommen ergehen. Die Erzengel verkünden: „Ein Stamm, ein Volk, sprießt auf aus deinen Lenden: Will es hindurch — so teilt sich ihm das Meer! . . . Aus Uru-Schalims Felsen wachsen Throne — Jaakob — Königen aus deinem Blut!" und weiter: „Mächtige Könige des Meerlands — enden! Mizrajim — schwindet! Babel — wankt und fällt! Nur du — Sein ewig Volk — darfst ewig Avandern — Ein ewiges Wunder Seiner ewigen Welt!" Damit ist die Verbindung zur Gestalt Davids, des Heldin der Trilogie, gegeben. Wieder ist geraume Zeit verflossen, bis von den drei geplanten Stücken („D er junge Davi d", „König David"* „Davids Tod") das erste vollendet und in Buchform herausgegeben Avurde. (S. Fischer, Berlin 1933.) Als „Schauspiel" hat. der Dichter das neue Werk bezeichnet und schon durch die Teilbenennung „Sieben Bilder" alle Einwände zu entkräften .versucht, die sich wiederum gegen die Technik und den Aufbau erheben lassen könnten. Die „Sieben Bilder" sollen jene entscheidenden 17 Tage widerspiegeln, „in denen der Untergang König Sauls und der Aufstieg des jungen Davids sich vollzieht"; ein nach allen Regeln kunstgerechtes Drama hat Beer-Hofmann sicher weder erstrebt noch erreicht, und es ist in diesem Zusammenhang sehr charakteristisch, daß er auf eine unmittelbare Gegenüberstellung der beiden führen- „PicK & OestreicHer_ gegr. 1S91 Foüreässe 113 Goeiliestrssse 13 Spezialhaus für Hygiene Mod. 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