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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-05-01 · 9 (5.1934) · p. Seite 361

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
9 (5.1934)
Date
1934-05-01
Page
Seite 361 (sequence 15)
Language
German
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Seite 361 herrschuft die Idee des Judentums aufgerichtet sei und ihr letztes Wort noch nicht gesprochen habe. Für ein lebendiges Judentum erachtet Brod Kenntnis des Talmuds als unerläßlich. Selbst ein Lernender auf diesem Gebiet, rettet er das Buch vor den verzerrten Darstellungen über seine Beschaffenheit. Im Talmud entdeckt er das spezifisch jüdische Element, wie es sich in den Gleichnissen und Aussprüchen des jüdischen Propheten Jesus offenbarte. Brod stellt hinreißend dar, wie das Judentum sich in der damaligen geschichtlichen Stunde gegen Entnationalisierungstehdenzen wehren mußte, wie des Paulus Martyrium unter Nero — inmitten von Juden — und die Zerstörung des Tempels zeitlich nur kurz auseinanderliegen. Man denkt unwillkürlich an Mommsens Feststellung der räumlichen Nachbarschaft der indogermanischen und aramäischen Kultlirstämme in der Euphratgegend. Der Entnationalisierung des Judentums durch Paulus entspricht die Gründung des Lehrhauses in Jabne durch Jochanan ben Sakkai, nachdem Jerusalem gefallen war. Der Sinn der jüdischen Lehre ist in ihrer Haltung zum Diesseits begründet. Nach Brod ist im Ausspruch des Rabbi Simon ben Jochai „Uns ist ein Wunder geschehen, daher will ich eine gute Einrichtung treffen"' das Wesen des Judentums in einem einzigen Satze zusammengefaßt. Er bezeichnet die Polarität zwischen Gnade und Freiheit, die wie Brods Unterscheidung zwischen „edlem" und „unedlem Unglück eine Grenzsetzung gegen den christliehen Begriff der „Erbsünde" ist. Ausnahme-Augenblicke der Ekstase mögen es aufheben aber „edles Unglück" ist unabwendbar. Unedles Unglück: Unzulänglichkeiten in den Beziehungen von Mensch zu Mensch, Mängel im Getriebe der Welt. Dieses Unglück ist abwendbar, diesem Unglück abzuhelfen ist unsere sittliche Pflicht. Brods Roman „Die Frau, die nicht enttäuscht" führt an einen Schnittpunkt edlen und unedlen Unglücks. Brods letzter Roman und sein Bekenntnisbuch haben uns heute insofern besonders viel zu sagen, weil sie über die Positionen des Judentums zu Christentum und Deutschtum ungemein tiefe Dinge aussagen. Brod, obgleich um „Distanzliebe" bemüht, gedenkt doch der Affinitäten deutschen und jüdischen Geistes. Auch seine Bücher zeugen davon: „Tyeho de Brahe" und „Reubeni" sind Werke eines jüdischen Dichters deutscher Zunge und deutsche historische Romane. Dokumente auch einer deutseh-böhmischen .Affinität: böhmische Landschaft, Prager Atmosphäre finden darin ihren Niederschlag, Avährend er als Verfasser der Erzählung „Ein tschechisches Dienstmädchen", als Entdecker Janaceks und Haseks dem tschechischen Kulturkreis verhaftet ist. pf)ofo(PDf)ieren! — — aber mit „Heporfer" — — dann ist's billiger! Man beachte unsere niedrigen Reporter-Preise für Filme und Platten. — Der Geldbeutel wird die richtige Entscheidung treffen! Uebrigens hat der Reporter-Film 6x9 jetzt 26 Scheiner! (Sie wissen ja, was das heißt: Viel größere Lichtempfindlichkeit!) — und kostet für 8 Aufnahmen nur 85 Pfg. Reporter-Material, gibt's nur im "f t D I E DIREKTE REISEROUTE m I NACH PALÄSTINA nur mit den Schnelldampfern IT ALI A 6500 To. und TEL-AVIV 8400 To. und GERUSALENNE 8000 To. via Triest-Brlndisi durch den Kanal von Korinth ohne Schiffswechsel Fahrpreise ab 1. Mai bis 31. August ab Trie8t nach Jaffa oder Haifa I. Klasse........RM. 326 — II. Klasse.........RM. 243 65 III. Klasse........RM. 122.10 inkl. Bett und Verpflegung, auf Wunsch rituelle Beköstigung Abfahrten von Triest wöchentlich Mittwoch, 13 Uhr Ankunft in Jaffa: Am folgenden Montag, 6 Uhr vorm. Reisedauer: Frankfurt a. M.-Jer usalem: 6 Tage Nähere Einzelheiten, Platzbelegungen usw. durch die Agentur des LLOYD TRIESTINO Frankfurt am Main - Kaiserstraße 20 Fernsprecher: 23754 Telegr.-Adr.: Triestino Frankfurtmain sowie alle bedeutenden Reisebüros RADIO | I. EHRENFELD immer das Neueste ZEIL 104 (neben Hauptpost)

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