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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-05-01 · 9 (5.1934) · p. Seite 352

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
9 (5.1934)
Date
1934-05-01
Page
Seite 352 (sequence 6)
Language
German
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Seite 352 nach der obigen Zusammenstellung etwa 700. Daneben ist sowohl bei den Austritten wie vor allem bei der Abwanderung die Zahl der Männer wesentlich größer als bei den Frauen, was durch die natürliche Bewegung der Bevölkerung mit einem kleinen Ueberschuß der Frauehsterblichkeit nicht ausgeglichen wurde. Nach der Gemeindestatistik sind 1929—1933 125 Männer mehr als Frauen ausgetreten und 593 mehr weggezogen (vergl. Tabelle ,.Schrumpfung der Gemeinde" des ersten Aufsatzes während der Sterbeüberschuß der Frauen unter Einrecknung der Geburten 50 war. In der angegebenen Zeit ist also in der Gemeinde der Ueberschuß der Frauen um 667 gestiegen. Und schließlich ist das durchschnittliche Lebensalter der Frauen nicht unbeträchtlich höher als das der Männer, wie ebenfalls aus der Tabelle aus dem Ueberwiegen der Frauen in den hohen Jahrgängen und der untenstehenden Sterbetafel deutlich'hervorgeht. Dies wird noch durch die Tatsache kompliziert, daß in den Bevölkerungsschichten, denen die Juden angehören, der Altersunterschied zwischen Mann und Frau ziemlich beträchtlich ist, und also viele Frauen früh verwitwen. 1925 gab es in Frankfurt a. M. im Alter von 35—40 Jahren 54 Witwen und 11 Witwer, zwischen 40 und 45 Jahren 83 Witwen und 5 Witwer, zwischen 45 und 50 Jahren 150 gegen 17, zwischen 50 und 55 Jahren 227 und 22, zwischen 55 und 60 Jahren 292 und 35, zwischen 60 und 65 Jahren 272 und 58, zwisehen 65 und 70 Jahren 289 und 65, zwischen 70 und 75 Jahren 243 und 65 und zwischen 75 und 80 Jahren 154 Witwen und 50 Witwer. durchschnittliche Sterblichkeit der Juden in diesen und die größere in den hohen Lebensaltern ist in erster Linie eine Folge des unnatürlichen Altersaufbaus. Eine weitere Tabelle um Schluß gibt die absoluten Zahlen der Sterblichkeit wieder. In den Jahren 1929 — 1933 starben: Isr. Gemeinde Frankfurt zum Vergleich Reichsdurchsdinitt 1931 in °/0 Männer Frauen Zus. Männer Frauen von 0—1 Jahren 1,8 1,4 1,6 13,5 10,1 » 1-3 » 1,0 0,5 0,8 2,0 1,7 „ 3-6 „ 0,4 0,4 0,4 1,2 1,1 „ 6-15 . 0,9 1,2 1,1 1,8 1,6 „ 15-20 „ 1,3 0,4 0,8 1,8 1,5 „ 20-30 „ 3,4 3,0 3,2 5,5 4,9 , 30 - 40 . 4,5 4,2 4,3 5,0 5,4 „ 40-50 „ 6,8 7,4 7,0 6,9 6,8 , 50-60 „ 17,5 13,8 15,6 12.8 11,0 „ 60-70 „ 26.7 24,9 25,8 19,5 18.5 „ 70-80 , 26,2 26,8 26,5 20,5 23,8 , 80-90 „ 9,0 14,0 11,6 8,9 12,4 über 90 Jahre 0,5 2,0 1,3 0,6 1,2 Die Sterbetafel der Gemeinde, die eine Altersaufteilung der Todesfälle darstellt, beweist ebenfalls das durchschnittlich höhere Lebensalter der Frauen. Um die Zufälligkeit einzelner Jahre, wie etwa die Säuglingssterblichkeit im Jahre 1931 auszuschalten, sind die fünf Jahre, über die die Statistik vorliegt, addiert worden. Eine Tabelle zeigt den prozentualen Anteil der Altersgruppen beider Geschlechter an der Gesamtziffer der Sterblichkeit, woraus hervorgeht, daß in den frühen Lebensaltern und in der Zeit zwischen 50 und 70 Lebensjahren die Sterblichkeit der Männer größer ist als der Frauen, daß dagegen Avesentlich mehr Frauen ein Alter von 80 Jahren erleben und überschreiten. Zum Vergleich ist die Sterbetafel 1931 für das gesamte Reich beigefügt. Daraus wird sichtbar, wie schwach die jüngeren Jahrgänge der Juden besetzt sind, denn die geringe Die Kindersterblichkeit ist verhältnismäßig ge ring und erreicht für Kinder im ersten Lebensjahr nur 3,1%, für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr einschl. 5,6%. Aus diesen Ziffern läßt sich — wenigstens theoretisch — auch die Zahl der Kinder errechnen, die in den nächsten Jahren in die Schule kommen. Theoretisch sind die Ziffern deswegen, weil weder die bisherige Abwanderung noch die künftige, aber auch nicht ein etwaiger Zuzug vom Land berücksichtigt ist. Nach den in dem ersten Aufsatz veröffentlichten Geburtsziffern unter Berücksichtigung der Todesfälle umfaßt der Jahrgang 1929, von dem ein Teil 1935, ein weiterer 1936 eingeschult wird, noch etwa 125 Knaben und 122 Mädchen, der Jahrgang 1930 121 Knaben und 102 Mädchen, der Jahrgang 1931 90 Knaben und 84 Mädchen, 1932 59 Knaben und 65 Mädchen und 1933 50 Knaben und 51 Mädchen. 1929 1930 1831 1932 1933 0-1 J. M-iF. 1z. 1-3 J. M.!F|z 514 3-6 J. M.|F.|z. 4 7 «-15J 15-20J. 20-30J. 30-40J. 1 40-50 J. 50 -60 J. 60 -70 J. 70-80 J. 80 -90 J. über 90 J. zusammen M.|F. z. H. F- Z H.jF.|z. H. F. l. M. | F. | Z. M. F. z. M- F. z. M.| F. Z. H. F.lz. M. F. z. ffl. Fz. - 3 3 3 2 5 7 5112 7 5 12 11 12 23 33 38 71 59 51 110 41 51 92 16 41 57 1 2 3 187 216 403 .3 1 .4 3 - 3 7 613 8 11 19 18 15 33 35 20 55 44 57 101 50 51 101 15 20 35 1 1 2 190 185 375 2 4 6 2 1 3 7 815 7 11 18 11 14 25 30 17 47 46 37 83 49 46 95 17 28 45 4 4 177 178 355 3 2 5 — — 3 2 5 7 5 12 9 11 20 30 28 58 39 47 86 48 44 92 14 21 35 1 5 6 159 169 328 - 1 1 3 1 4 6 7|13 10 6 16) 11 16 27 25 23 48 47 35 82 42 52 94 17 18 35 2 6 8 168 163 331 8 11 19 11 4 15 30|28|58j39 38 77| 60 68 128 153 126 279 235 227 462 230 244 474 79 128 207 5 18 23 881 911 1792 Ziehen wir aus diesen Ueberlegungen das Ergebnis: Das Schicksal der alten Menschen und vor allem das der Frauen wird in den künftigen Jahrzehnten die Hauptsorge der jüdischen Gemeinden sein. Wenn gegenwärtig die Erziehung und Berufsumschichtung der jungen jüdischen Menschen im Vordergrund der Aufgaben steht, die die Not uns aufgezwungen hat, muß dieser jungen Generation die Verantwortung gezeigt werden, die sie dann, wenn sie hier oder draußen etwas geworden ist, für die älteren Glieder der jüdischen Gemeinschaft haben wird. Genau so wenig, wie heute die Fragen der jüdischen Jugend individuell gelöst werden können, sondern nur kollektiv in der Arbeit aller für alle, wird später die Frage des jüdischen Alters von jeder Familie öder jedem Familienteil für sich gelöst werden können. AUSLAND- UND PALÄSTINATRANSPORTE / ALBERT HERZ Sammelladungen VERPACKUNG - VERZOLLUNG Schnellverkehr mit Trajektwagen INTERNATIONALE SPEDITION EIGENE LAGERHÄUSER -—-1-~-7-1T , . FRANKFURT-M. EIGENER FUHRPARK VERSICHERUNG nach England Ohne Umladung TeL30576 Gutleutstrasse 31-

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