Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 8 (4.1934)
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 331 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 331 wunderbar geschautes Bild ausklingen „Heimkehr nach Erez Jisroel. dem Land der Ewigkeiten . . ." Abgesehen von dem Zeitnahen der Dichtung wirkte die sprachliche Gestaltung und dramatische Spannung nachhaltig und eindrucksvoll. Es bleibt zu wünschen, daß die Dichtung, die noch nicht im Druck erschienen ist, bald einem größeren Kreise zugänglich gemacht werden kann. J. D. Was Ihr wollt! In einer von Frankfurter Firmen veranstalteten Modenschau wurden, von Max Federlein liebenswürdig und routiniert angesagt, die Ueberrasdiungen der Frühjahrsmode dargeboten. — Die Veranstaltung war von charakteristischen Vorträgen unter dem Titel „Was Ihr wollt!" und unter der Leitung Karl Gerdo Grüneb au m s eingerahmt. Seine selbstverfaßten Szenen zeichneten sich durch die ernste Hingabe an seine Leistungen und durch den völligen Einsatz seiner bereits bekannten künstlerischen Möglichkeiten aus und trugen ihm lebhaften Beifall ein. Tänzerische und gesangliche Vorführungen halfen zum Gelingen des Abends. h. Vortragsabend eigener Dichtungen Erich Rawitz-Riwatz, der Frankfurter Schriftsteller und Vortragskünstler, veranstaltet Ende April einen Vortragsabend mit eigenen Dichtungen. Nähere Mitteilung erfolgt noch. Amateurphotographen Vor einigen Wochen wurde in Frankfurt a. M. eine Arbeitsgemeinschaft jüdischer Amateurphotographen ins Leben gerufen. — Die Vereinigung bezweckt, die Lichtbildicunst unter den jüdischen Amateuren durch gegenseitige Anregung, Vorträge und Arbeitsabende, Photoausflüge, Wettbewerbe usw. zu pflegen und zu fördern und im besonderen jüdische Kulturdenkmäler aus Vergangenheit und Gegenwart im Lichtbild festzuhalten. Jüdische Amateurphotographen werden hierdurch eingeladen, sich der Arbeitsgemeinschaft anzuschließen. Auskunft erteilt E. Wertheim, Savignystraße 6, Tel. 78761. Funkbastler Interessenten an Bastelabenden werden gebeten, ihre Anschrift an Adolf Joseph Werner, Mittelweg 10 (Tel. 58334) mitzuteilen. Jüdische Wassersportler Der Turn- und Sportverein Schild hat neben der Schwimmabteilung eine Wassersportabteilung gegründet. Diese betreibt Rudern, Paddeln, Segeln und Motorbootsport. Jungen und Mädchen, Damen und Herren, die im „Schild" Wassersport treiben wollen, werden hiermit gebeten, sich bis 10. April 1934 schriftlich bei Ernst Natt, Holzhausenstraße 14, 1. St., zu melden. Opernglas verloren Bei der Veranstaltung der Streichvereinigung der Musikfreunde in der Frankfurt-Loge am 25. Februar ist ein Opernglas (Eldis) abhanden gekommen. Der Finder wird dringend gebeten, es gegen Belohnung bei dem Verwalter der Frankfurt-Loge abzugeben. Jüdisch-Religiöses Kulturwerk Am 18. März 1934 wurde in Frankfurt a. M. das Jüdisch-Religiöse Kultur werk für die Landgemeinden Hessens und Hessen- Nassaus gegründet. Schon seit Jahrzehnten waren verschiedene Organisationen wie die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, der Hessische Landesverband der Bne-Brislogen, in letzter Zeit auch andere Kreise, vor allem auch die Reichsvertretung, auf diesem und ähnlichem Gebiete tätig. Angesichts der schweren seelischen Not und des religiösen Niedergangs, in dem sich heute eine sehr große Anzahl der Gemeinden befindet und angesichts der heute doppelt dringenden Notwendigkeit, alle ideellen und materiellen Kräfte zusammenzufassen, haben sich alle in Betracht kommenden Organisationen nunmehr zur gemeinsamen Arbeit vereinigt. Die unter dem Vorsitz von Gemeinderabbiner Dr. Jakob H o r o - v i t z stattgehabte Versammlung nahm nach einem Referat des Herrn J. B. L e v y nach eingehender Aussprache einstimmig Richtlinien an, die nach Vorberatung mit den Einberufern der Besprechung ausgearbeitet worden waren. An der Sitzung nahmen teil: Vertreter der Reichsvertretung der deutschen Juden, des Preuß. Landesverbandes jüdischer Gemeinden, des Halberstädter Bundes gesetzestreuer jüdischer Gemeinden, des hessischen Logenverbandes, des hessischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, des Landesverbandes Hessen-Nassau für jüdische Wohlfahrtspflege der Freien Vereinigung, der Zionistischen Vereinigung, des Centraivereins, des Frontbundes, des Jüdischen Jugendbundes, sowie Vorsteherämter, Rabbinate und Lehrer des Bezirkes. Ein siebengliedriger Vorstand wird die Geschäfte leiten; ihm steht ein Beirat zur Seite. Die in Betracht kommenden Organisationen haben ihre ideelle und materielle Mitarbeit weitestgehend zugesagt. Geistliches Konzert in Wiesbaden Ein geistliches Konzert in der Hauptsynagoge machte mit dem unter Leitung von Herrn S. Lilienthal arbeitenden neugegründeten jüdisch-gemischten Chor bekannt. Herr Lilienthal brachte mit großer Musikalität eine Anzahl von Uraufführungen, darunter auch eigens für dieses Konzert komponierte Werke, wie Lieder von Heinrich S c h a 1 i t, Passacaglia und Fuge für Orgel des Frankfurter Organisten Siegfried Würzburger, ein nobles ernstes Werk, das den Eingang in alle Gottesdienste verdiente. Man hörte nach vier hebräischen gottesdienstlichen Gesängen für Kantor und Chor von Leon Kornitzer, Sulzer-Schönfeld, Lewandowsky, Birnbaum, Chor-Psalmen von S c h a 1 i t und Meyerbeer und ein sehr stimmungsvolles, gut gebautes Orgelpraeludium des Frankfurter Komponisten Max Wolf f. Der Trauungsgesang von Herbert Lilienthal wurde von Frau Hirsch-Bramssen, die auch die Schalitlieder sehr schön und verinnerlicht sang, interpretiert, während Fräulein Hanna Stein in Verbindung mit Max Lippmann mit großer Innigkeit und Gestaltungskraft vier fein erfühlte geistliche Lieder der Frankfurter Komponistin Rosy Geiger-Kullmann sang. An der Orgel waltete mit großer Begabung und Umsicht der junge Frankfurter Organist Erich Wolf f. Das zahlreich, erschiene Publikum lauschte ergriffen dem Konzert, um dessen Leitung, Programm und Künstlerauswahl sich S. Lilienthal ein besonderes Verdienst erworben hat. Jüdische Jugendhilfe Die Jüdische Jugendhilfe E. V. (Berlin-Charlottenburg, Bleibtreustr. 50) organisiert die Uebersiedlung jüdischer Jugendlicher aus Deuschland nach Palästina. Die Palästina-Regierung hat vor kurzer Zeit 350 Jugend-Zertifikate zur Verfügung gestellt, von denen noch zirka 35 frei sind. Die Zertifikate müssen namentlich bis Ende April beantragt werden, während die Alijah erst im Laufe des Jahres vor sich gehen wird. Die Jugendlichen, deren Alter zwischen 15—17 Jahren liegen muß, werden in Gruppen in die einzelnen Siedlungen Palästinas geschickt und dort in der Landwirtschaft, Gärtnerei. Baumschule, Handwerken, Hauswirtschaft, Milchwirtschaft, Geflügelzucht, Bienenzucht und Kinderpflege ausgebildet. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Am Ende dieses Zeitraumes verschafft die Siedlung den Jugendlichen einen Arbeitsplatz. Die Kosten für Unterhalt und Ausbildung betragen monatlich zirka RM 50.—. In Einzelfällen können sie etwas herabgesetzt werden. Die Summe muß ein Jahr vorausgezahlt werden, für das zweite Jahr muß ein Bürge gestellt werden. Da die Vorbereitung der Gruppe etwa in zehn Tagen beginnt, können Meldungen noch berücksichtigt werden, wenn sie sofort erfolgen. Land- und Handwerk Kreis d e u t s c h j ü d i s c h e r Selbsthilfe Der Fragebogen, den „Land- und Handwerk" an Mitglieder und fördernde Mitglieder versendet, beginnt mit einer Einführung, die wir zur Kennzeichnung der Ziele der Organisation wiedergeben: Ziel des Land- und Handwerk ist der -Zusammenschluß aller deutschjudischen Umgeschichteten. Die Umschichtung bleibt — in der Hauptsache — Arbeit und Pflicht der Gemeinden. Aber von der Gesamtheit der Umgeschichteten muß den Gemeinden bei Aufbau und Durchführung der Umschichtung geholfen werden. Die Schaffung und Erfassung von Möglichkeiten für die endgültige berufliche Verwurzelung in Deutschland ist die andere große Aufgabe. Der Durchführung dieser beiden Ziele dienen die an die Mitglieder gerichteten Fragen. Mit dem äußeren Zusammenschluß der vom gleichen Schicksal Betroffenen schaffen wir über die Wahrung der materiellen Interessen hinaus die Organisation aller Umgeschichteten, die sich zu Deutschland bekennen. Eine der ersten Verwirklichungen unserer Arbeit werden Wohngemeinschaften sein. Dort, wo die Umzuschichtenden wohnen, verpflegt werden und ihre Freizeit gestalten, soll auch für die Außenstehenden der Grund zu einem neuen deutschjüdischen Gemeinschaftsleben gelegt werden. Dafür brauchen wir Menschen, die mit ihrer Mitgliedschaft im „Land- und Handwerk" Zeit, Kraft und ihren ganzen Glauben L.EP5TEIN Schillerstraße 2 Herrenu. 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