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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-04-01 · 8 (4.1934) · p. Seite 332

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
8 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 332 (sequence 30)
Language
German
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Seite 332 für uns einsetzen. Deshalb zahlen die Mitglieder, die Träger der Organisation, keinen Beitrag, sondern arbeiten für die Gemeinschaft. Außer den aus der Umschichtung hervorgehenden Mitgliedern bitten wir alle in ihrem Beruf Verbliebenen, deren innere Haltung sich mit unseren Zielen deckt, um ihre fördernde Mitgliedschaft. Wir glauben, daß jedes auch nur einigermaßen gesicherte Dasein eines Juden in Deutschland die Verpflichtung in sich birgt, den jungen; jüdischen Menschen in ihrem Kampf um den Aufbau einer deutschen Zukunft beizustehen. Anmeldung und Fragebogen durch das Büro des Land- und Handwerk. Berlin C 2, Burgstraße 30. Telephon: Weidendamm D 2/8484. Wirtschaftsförderung Die schwierige Wirtschaftslage, in der sich ein erheblicher Teil jüdischer Gewerbetreibender befindet, läßt in zunehmender Anzahl Unternehmungen entstehen, die sich zur Interessenwahrnehmun? zur Verfügung stellen, ohne Gewähr für einwandfreie und sachkundige Geschäftsgebahrung zu bieten und ohne einer wirksamen Kontrolle zu unterstehen. Im Einverständnis mit den führenden Organisationen der deutschen Judenheit hat sich deshalb zum Zweck der Beratung auf diesem Gebiete und zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen deutscher Juden eine Gesellschaft gebildet, deren Eintragung in das Handelsregister bereits beantragt ist. Bei rein privatwirtschaftlicher Grundlage ist der gemeinnützige Charakter dieses Unternehmens, das unter fachmännische Leitung gestellt wird, dadurch gewahrt, daß laut Gesellschaftsvertrag keinerlei Gewinne verteilt werden dürfen, etwaige Ueberschüsse vielmehr gemeinnützigen Zwecken zuzuführen sind. Den Aufsichtsrat bilden: Als Vorsitzender Herr Ministerialrat a. D. Dr. Otto Hirsch, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Reichsvertretung der deutschen Juden; ferner die Herren Justizrat Dr. Julius Brodnitz, Vorsitzender des Central- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens; Dr. Leo Loewenstein,' Dr. Siegfried Moses, Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland; Dir. Heinrich Stahl, Vorsitzender des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Dem Vorstand gehören an die Herren: Dir. Friedrich Borchardt, Generalsekretär des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau und Dr. Ernst Lehmann, 'Hypothekenbankdirektor. Das Gründungskapital ist der Gesellschaft durch eine An-, zahl von Banken zur Verfügung gestellt worden, die dem Unternehmen beratend zur Steite stehen. Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden beabsichtigt, gemeinsam mit der Reichsvertretung der deutschen Juden und dem Jüdischen Frauenbund eine Ausbildungsstätte für jüdische Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen einzurichten und mit dem ersten Lehrgang Mitte April ds. Js. in Berlin zu beginnen. Das Ziel der Ausbildung ist, Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen für die Arbeit in Kindertagesstätten, Erziehungsheimen, aber auch in Familien, zu befähigen. Der Lehrgang wird VA Jahre dauern. Vorbedingung ist abgeschlossene Mittelschul- oder Obersekundareife oder Nachweis einer gleichwertigen Bildung durch die schulwissenschaftliche Vorprüfung und ausreichende hauswirtschaftliche Vorbildung. Nach einem Probemonat, der die hauswirtschaftlichen Kenntnisse festzustellen hat, erfolgt die endgültige Aufnahme in den Lehrgang. In dem Lehrgang können 15 bis 20 Schülerinnen als Internatsschülerinnen und 5 bis 10 Extraner innen aufgenommen werden. Der Pensionspreis beträgt RM 50.— monatlich; das Schulgeld RM 25.— monatlich. Anmeldungen sind unter Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufes, des Schulabgangszeugnisses und des Nachweises der hauswirtschaftlichen Ausbildung und Betätigung an die Geschäftsstelle des Lehrgangs: Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158, oder an den Jüdischen Frauenbund (Reichsgeschäftsstelle) ebenda, zu richten. Jüdische Familienforschung In nunmehr zehnjähriger Arbeit ist es der Gesellschaft für jüdische Familienforscbung gelungen, rund ein halbes Tausend Mitglieder zu gewinnen. Die Veröffentlichungen umfassen bis jetzt 54 Hefte ihrer „Mitteilungen", die überall, wohin sie gelangten, in jüdischen wie nichtjüdischen Kreisen, stets regstes Interesse erweckten. Die Ereignisse des letzten Jahres haben bereits dem Judentum fast entfremdete Schichten zur Selbstbesinnung und zu einem früher ungeahnten Wiedererwachen des Familiensinns geführt und damit zur Beschäftigung mit der Familiengeschichte und der Familienforschung. Ueber alles Erwarten groß ist die Zahl der Stammtafeln, Chroniken und Aufzeichnungen. Mehrere Hundert sind sdion im Archiv der Gesellschaft zusammengebracht. Es ist aber deren Bestreben, alles lückenlos zu vereinigen, was in den jüdischen Familien vorhanden ist. Bei der Verflechtung und Versippung der Familien .kann genealogische Arbeit nie isoliert von Einzelnen betrieben werden, sondern nur in organischer Zusammenarbeit! Die Gesellschaft für jüdische Familienforschung (Berlin W. 9. Tirpitzufer 12) bittet daher alle Besitzer von Stammtafeln, Chroniken usw. um Uebersendung eines Exemplars. Sie erklärt sich weiter gerne bereit, für Interessenten, die für die Arbeit nicht selber Zeit und Gelegenheit haben, gegen mäßiges Honorar Nachforschungen, sowie . die Aufstellung von Vor- oder Nachfahrentafeln zu übernehmen. Familienschutz In der diesjährigen Generalversammlung des gemeinnützigen Vereins Familienschutz legte der Geschäftsbericht Zeugnis ab, daß der Verein trotz großer Schwierigkeiten auch im Jahre 1933 eine sehr günstige Entwicklung genommen hat. Seine der Hinterbliebenen- und Familien-Versorgung dienenden Einrichtungen sind in weitesten Kreisen der deutschen Judenheit populär. — Der Verein umfaßte Ende 1933 rund 12 000 Mitglieder. Er konnte auch in diesem Jahr wieder namhafte Beträge für die jüdische Wohlfahrtspflege zur Verfügung. stellen. Der vom V'orstand und Verwaltungsrat vorgelegte Geschäftsbericht und weitere Anträge wurden von der Generalversammlung genehmigt. Jüdisch-Theologisches Seminar. Breslau Das--Vorlesungsverzeichnis für das Sommersemester 1934 ist erschienen. Der Beginn der Vorlesungen ist auf Montag, den 23. April, festgesetzt. Bewerbungen um Aufnahme sind an das Jüdisch-Theologische Seminar, Breslau, Wallstraße 14, zu richten. Reichsgeschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes Die Reichsgeschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes und die Anmeldestelle für das Heim in Wyk auf Föhr sind von Monbijouplatz 10, Berlin, inach Kantstraße 158, Gartenhaus, verlegt worden und unter der Telephonnummer J 1, Bismarck 4011 zu erreichen. | | Vereins^ und Versammlangskalender | | (Mitteilungen für die nächste Nummer müssen spätestens am 24. April bei der Schriftleitung vorliegen.) Freitag, 30. März Sijum für Erstgeborene, Hörsaal der Synagoge am Böfneplatz, nach dem Morgengottesdienst. Freie Arbeitsgemeinschaft. Sederabend unter Leitung von Rabbiner Ludwig Mehler im Restaurant Rcsiner, Zeil 44, 20 Uhr. Anmeldungen an Grefl Glaserfeld, Eppsteiner Straße 55, Tel. 75 792. Dienstag, 3. April Freie Arbeitsgemeinschaft. Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft über „Die Geschichte der deutschen Juden im 19. Jahrhundert" von Rabbiner Ludwig Mehler, Sitzungszimmer der Westendsyn. 20% Uhr. Mittwoch, 4. April Verein Montefiore. Musikalischer Abend zugunsten des Erwerbslosenheims, Jugendheim, 20% Uhr. Jüdischer Jugendbund. Ausspracheabend. (Nur für Mitglieder.) Jugendheim, 21 Uhr. Donnerstag, 5. April Jüdischer Jugendbund. Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Geschichte", Jugendheim, 21 Uhr. Samstag,? April Talmud Thora-Verein. Haladiischer Vortrag von Rabbiner Dr. Hoi'fmann, Synagoge Börneplatz, 16% Uhr. Sonntag, 8. April Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Vortrag von Frau Dr. Eva Reichmann-Jungmann, Berlin. Gastspiel der C.'-V., Jugend, Mannheim, im Bund deutsch-jüdischer Jugend, .Jaakobs Traum" von Beer-Hofmann, Gr. Saal der Frankfurt-Loge, 20% Uhr. Montag, 9. April Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Frauenversammlung. Vortrag über „Unser deutsch-jüdischer Schicksalswille" von Frau Dr. Eva Reichmann-Jungmann und Dr. Wolfgang Matzdorff, Kl. Saal der Frankfurt-Loge, 20% Uhr. Dienstag, 10. April Freie Arbeitsgemeinschaft. Vortrag über „die Lyrik Franz Werfeis" von Dr. Henry Philipp. Besprechung über die Tätigkeit des Jüdischen Lehrhauses. Sitzungszimmer der Westendsynagoge, 20% Uhr. Mittwoch, 11. April Verein Montefiore. Vortrag über „Die Richtlinien des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands" von Alfred Speyer, Jugendheim, 20% Uhr. Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „Die Arbeiterschaft in Palästina" von B. Sturm, Jugendheim, 21 Uhr. Donnerstag, 12. April Jüdischer Jugendbund. S. 5. April. Dienstag, 17. April Freie Arbeitsgemeinschaft. Vortrag über „Das Jüdische Landschulheim Herrlingen, ein Bericht über die Praxis der heutigen jüdischen Erziehung" von Kurt Bergel, Sitzungszimmer der Westendsyn., 20% Uhr. Mittwoch, 18. April Verein Montefiore. Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft über „Jüdische Bildungsfragen" von Dr. Hans Epstein, Jugendheim, 20% Uhr. / Jüdischer Jugendbund. Vortrag über „Jakob Wassermann" von Dr. Henry Philipp, Jugendheim, 21 Uhr. Donnerstag, 19. April Jüdischer Jugendbund. S. 5. April. Dienstag, 24. April Freie Arbeitsgemeinschaft. S. 3. April.

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