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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-04-01 · 8 (4.1934) · p. Seite 329

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
8 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 329 (sequence 27)
Language
German
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Seite 329 Berufsumschichtung in Palästina Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der drei neutralen Organisationen Frankfurts, der Freien Arbeitsgemeinschaft, des Jüdischen Jugendbundes und des Vereins Montefiore, sprach Stadtrat a. D. Dr. M. Michel über „Berufsumschichtung auf Grund persönlicher Eindrücke in Palästina." Bis 1933 war die Berufsumschichtung der deutschen Juden eine durchaus ungesunde. Die freien und akademischen Berufe waren überfüllt, Handwerk und Bauerntum waren den Juden beinahe unbekannt und galten auch als gesellschaftlich nicht vollwertig. Aber gerade die beiden letzt genannten Berufe sind die Fundamente einer jeden gesunden Volksgemeinschaft und stehen deswegen in Palästina mit Recht im Vordergrunde. Die Berufe, die bei Umschichtung in Frage kommen, sind vor allem der Beruf des Landwirtes, des gelernten Arbeiters, des Handwerksmeisters wie überhaupt jeder technische Beruf. Nur sollte sich kein Mensch, vor allem kein junger Mensch, aus einem falsch verstandenen Idealismus einen Beruf wählen, der die Körperkräfte übersteigt; wie überhaupt die Vorbereitung auf den neuen Beruf erfolgen sollte, ehe die Menschen nach Palästina übersiedeln. Umstellung in Beruf und Klima zu gleicher Zeit sollte unbedingt vermieden werden. Die Auswanderung von Menschen, die noch anderswo ihr Auskommen hätten, soll tunlichst unterbleiben, da man zuerst für die Menschen sorgen muß, die anderswo keine Existenzmöglichkeit mehr haben. Im letzten Jahre sind 25 000 Juden nach Palästina gekommen, und es ist durchaus die Möglichkeit gegeben, die Einwanderungsziffer von zirka 2000 pro Monat aufrecht zu erhalten. Da das Land sehr klein ist, muß der Aufstieg naturgemäß ein langsamer sein. Ohne Frage ist Palästina nicht die einzige Lösung für die deutschen Juden. Ganz besonders wies der Redner auf die drei großen Städte, Jerusalem, Tel Awiw und Haifa, hin. Besonders Haifa ist der größten Entwicklung fähig, vor allem durch den neuen Hafen und durch die in Haifa endende Rohrleitung der Petroleumquellen von Mossul. Die großen industriellen Möglichkeiten sind heute schon in ihren Umrissen erkennbar. Neben der Industrie ist die Landwirtschaft das Rückgrat des Landes. Die Steigerung der Bodenerträge ist noch möglich, wenn es gelingt, auch die Araber von der extensiven Bodenbewirtschaftung zur intensiven zu bringen. Wichtig ist auch noch das Baugewerbe, das heute die besten Löhne zahlt, die dauernde Beschäftigung, und damit eine gute Konjunktur für das ganze Land. Zum Schluß wies der Redner nochmals darauf hin, daß eine gründliche Vorbereitung im Beruf und vor allem auch in der hebräischen Sprache die beste Vorbedingung für ein gutes Fortkommen im Lande ist. Je besser die Vorbereitung ist, desto besser gestaltet sich auch die Zukunft des Einzelnen und damit der ganzen Gemeinschaft im Lande. Durch reichen- Beifall bezeugte das zahlreich erschienene Publikum seinen Dank für die fesselnden und hochinteressanten Ausführungen. R. L. M. Veranstaltung der drei neutralen Jugendorganisationen Die Freie Arbeitsgemeinschaft, der Jüdische Jugendbund und der Verein Montefiore e. V. veranstalten gemeinsam am Mittwoch, den 2. Mai 1934, 20% Uhr, in der Aula des Philanthropins, Hebelstraße 17, einen Vortrag des Herrn Dr. Eduard Strauß über „Wissenschaft und Leben". Hechaluz Snif Frankfurt a. M. Die neugewählte Snifleitung besteht aus folgenden Chawerim: Itamar, Beth Chaluz, Einhoragasse 4; Adolf Kiefer, Memeler Platz 8; Werner Less, Mittelweg 4, Tel. 55325. Auskunft und Anmeldung jeden Dienstag und Donnerstag zwischen 18 und 19 Uhr im Beth Chaluz, Einhorngasse 4. Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe Frankfurt a. M., Fahrgasse 146 LTL, Tel. 26976, Postscheckkonto: „Jüdische Nothilfe 1933" Frankfurt a. M. 29990. Allgemeine Sprechstunden: Montag bis Freitag von 15—17 Uhr. Beratung in Rechtsfragen: Dienstag und Mittwoch von 15—17 Uhr Der geplante Schreibmaschinenkursus kann nicht stattfinden, da keine Schreibmaschine kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Auf allgemeinen Wunsch wurden neben den anderen Sprachkursen je ein Anfängerkurs für Italienisch (Montags 19.15—20.45 Uhr) und für Spanisch (Mittwochs 19.30—21 Uhr) eingerichtet. — Es können noch Teilnehmer beitreten. Beide Kurse finden Eschersheimer Landstraße 65 (Jugendheim) statt; die Teilnehmergebühr ist sehr niedrig. — Anmeldungen jeweils bei Beginn der Stunde oder beim Verwalter des Jugendheims. Beratungsstelle des Centraivereins Die juristiscb-wirtschaHliche Beratungsstelle des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Landesverband Hessen-Nav-au und Hessen, Sitz Frankfurt a. M.. Steinweg 9, Zimmer 22, bearbeitet knllektiv- und Einzelschritte bei Behörden, Verbänden und Firmen, außerdem die Fragen beruflicher Fachausschüsse und die Rechtsberatung in Einzelfällen. Es wird gebeten, wegen starker Belastung des Syndikus, möglichst die Sprechstunden zwischen lt—1 Uhr täglich außer Samstag und Sonntag in Anspruch zu nehmen, zu einem anderen Zeitpunkt nach vorheriger Anmeldung. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Centralverein sich mit seiner Rechtsschutzarbeit und Beratung in Fragen der Wirtschaftspolitik allen deutschen Juden zur Verfügung gestellt hat Jüdische Arbeitsvermittlung | Männlich j Wir empfehlen: Tüchtige Handwerkergehilfen aller Berufsarten. Fabrik- und Lagerarbeiter. Packer, Auslaufer (auch mit eigenem Rollfix und Lieferwagen), Chauffeure für Personenwagen, Last- und Ferntransporte. Tüchtige kaufmännische Angestellte: Detail- und Engrosverkäufer, Lageristen, Expedienten, R üsende aus allen Branchen; bilanz- und steuersichere Buchhalter. Kontoristen. Stenotypisten (auch mit eigener Schreibmaschine), Auslandskorrespondenten. Junglehrer nnd Studenten: für Unterricht in Französisch, Englisch, Neu-Hebr8isch, Nachhilfestunden, zur Beaufsichtigung und Beschäftigung der Kinder. Geprüften Sportlehrer für Leichtathletik. Melden Sie uns: Handwerkliche Lehrstellen mit u. ohne Schabbos frei in Stadt u. Land. Anlernstellen in gewerblichen Betrieben. Sprechstunden: für gewerbliche Arbeitsuchende: Montag, Mittwoch und Freitag von 8%—12 Uhr; für kaufmännische Arbeitsuchende: Dienstag und Donnerstag von von 8%—12 Uhr. Berufsberatung nnd Berufsumschichtung: DienstagnachmtHag von 4—7 Uhr. Arbeitgeber, meldet uns jegliche vorkommende Dauernnd Aushilfsstelle! Denkt dabei auch an die bei uns gemeldeten Schwerkriegsbeschädigten und Frontkämpfer. — Im Bedarfsfälle Rufnummer 261 62 oder 282 47. Berufsberatung nnd Arbeitsnachweis für Judea E. V. Hans-Handwerk-Straße 30. Weiblich Sprechstunde nur nachmittags von 3—6 Uhr. Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung: Mittwoch von 3—5 Uhr. Wir empfehlen: lüchtiges Geschäftspersonal: Buchhalterinnen. Kontoristinnen. Stenotypistinnen (auch mit eigener Maschine), Verkäuferinnen, Schneiderinnen, Näherinnen und Flickerinnen, Modistinnen, Kunststopferin mit guten Referenzen. Tüchtiges Hanspersonal: Stützen, Hanshälterinnen, Hausdamen, Köchinnen, Kindergärtnerinnen, Kinderfräulein, Kindermädchen, Büglerinnen und Monatsfrauen. Krankennnd Säuglingspflegerinnen. Wir suchen tüchtige Alleinmädchen mit guten Zeugnissen. Arbeitgeber im Bedarfsfalle: Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge, Hans-Handwerk-Straße 3, Tel. 25462. Offene Lehrstellen. Der Verein selbständ. israelitiacher Handwerker u. Gewerbetreibender bittet seine Mitglieder, offene Lehrstellen dem Arbeitsnachweis für Juden, Hans-Handwerk-Str. 30, baldigst mitzuteilen. Jüdische Leihkasse E. V. Die Geschäftsstelle dieser gemeinnützigen Einrichtung befindet sich Eschersheimer Landstraße f>5, pt. Die Leihkusse bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden nnd Handwerkern Darlehen in mäßigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen. Geschäftsstunden: Dienstag und Donnerstag, nachmittags von 4—6 Uhr. FILIALEN ÜBERALL! BROT BRÖTCHEN KLEINGEBÄCK KUCHEN U. TORTEN GUT UND BILLIG und vor allen Dingen hergestellt unter aus« schliesslicher Verwendung von Butter u. reinen Pflanzenfetten bei der O-H FEINB AECKEREI G.M.B.H. TELEFON: SAMMELNUMMER 40101. H

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