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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-04-01 · 8 (4.1934) · p. Seite 325

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
8 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 325 (sequence 23)
Language
German
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Seite 325 nete Dr. Singer die Aufgabe äer Kulturbestrebungen der Juden. Nicht an das Ghetto wird gedacht, wenn von jüdischer Renaissance gesprochen wird. Die Einheit zwischen Form und Inhalt des heutigen jüdischen Menschen muß gefunden werden oder wir taumeln in ein seelisches Chaos. Dr. Singer gebrauchte die Form J „Ja-Sagen zum Judentum" in dem Sinne, daß erst, wenn wir uns zu dem neuen Ich bekannt haben, wir uns mit Inbrunst den Kulturgütern aller Völker nähern können. (Freilich ist das neue Ich mancher Ausdeutung zugänglich!) Bevor man zu spezifisch jüdischen Neuschöpfungen gelangen kann, muß der gesamte Gehalt der heute existenten künstlerischen Werte gepflegt und erworben werden. Aufgabe der jetzigen jüdischen Generation ist es, noch einmal die Vermittlerin zu spielen, um unseren Kindern eine Heimstätte in Deutschland zu gründen. — In diesen Bemühungen ist die Arbeit des Kulturbundes gefährdet durch die Haltung eines Teils der jüdischen Presse, die den bisher geleisteten äußerst schwierigen Arbeiten mit einer überspitzten Kritik begegnet. Gegenpropaganda nannte der Referent Propagandagreuel und forderte wiederholt die Bereitschaft des Publikums zum „Ja-Sagen". Am Schluß seiner Ausführungen konnte Intendant Singer mitteilen, daß neuerdings auch die Gemeinschaftsarbeit der autonomen provinziellen Kulturbünde gesichert sei, da die zuständige Reichsbehörde die Institution einer Reichszentrale des Kulturbundes deutscher Juden genehmigt habe. Die mit viel Beifall aufgenommenen Ausführungen wurden eingerahmt durch einen Beethovenschen und einen Mendelssohnschen Chnr die vom Chor des Philanthropins (unter Beiziehung vca Verstärkungen) in klarer und sicherer Musikalität vorgetragen wurden. StuJienrat Frank Rothschild als musikalischer Leiter, Herbert Fromm (am Klavier), Käthe Et 11 ing e r und Minni Rappoport (Gesangsoli) setzten sich mit vollem Erfolg für das Gelingen der zum Teil anspruchsvollen Aufgabe ein. Im zweiten Teil des Programms spielten die Kapellmeister Josef Rosenstock, der Leiter des Berliner Kulturbundorchesters und Hans Wilhelm S t e i n b e r g, der bisherige erste Kapellmeister der Frankfurter Oper, Schumanns Andante und Variationen (Opus 46) und Regers Variationen und Fuge über ein Thema von Beethoven (Opus 86) für zwei Klaviere. Aus dem Zusammenwachsen des ruhig abgeklärten und in Wahrheit tief eindringenden Spiels des Ersteren mit der Ieidenschaft-' liehen hingegebenen Musizierkunst des Andern erstand für alle ein künstlerisches Erlebnis von beglückender Höhe, dem seit langer Zeit kaum Aehnliches verglichen werden kann. In Ergriffenheit und Begeisterung feierte das Publikum die beiden Künstler, deren Leistung als Omen höchsten Ranges für die künftige Arbeit des Kulturbundes deutscher Juden gelten möge. Ghr. Konzert au! zwei Klavieren Es ist begreiflich, daß sich unsere Pianisten immer wieder zum vierhändigen Spiel auf zwei Klavieren hingezogen fühlen. Stellt doch die Musikliteratur für diese Art der Betätigung zwar nicht gerade viele, dafür aber um so interessantere Werke bereit. Eine gut zusammengestellte Auswahl konnte man an einem gemeinsamen Konzertabend von Alice Rosenbaum und Dr. Willy Salomon hören. Auf das strenge, männlich-herbe C-dur-Konzert von Bach folgte als reizvoller Gegensatz die spielfrohe, heiter-beschwingte Sonate in D-dur von Mozart. Zum Abschluß erklangen die wenig bekannten „Variationen über ein Thema von Beethoven'1 von Saint-Saens, eine etwas äußerliche, aber sehr formgewandte und pianistisch dankbare Komposition. — Die Wiedergabe erfüllte alle Anforderungen, die man auf ein Konzert so bewährter künstlerischer Kräfte stellen darf. Konnte man bei Bach noch zuweilen eine leichte, im Rhythmischen sich auswirkende Nervosität bemerken, so rundete sich das Mozart-Werk zu einem schönen, erfreuenden Eindruck. Die Variationen vollends wurden in schwungvollem, klanglich gepflegtem Zusammenspiel zu vortrefflicher Wirkung gebracht. So 1 i s t i s c h steuerte Alice Rosenbaum einige Stücke von Weber, Mendelssohn und Chopin bei, die ihre auf sicherer, brillanter Technik gegründete virtuose Begabung ins hellste Licht zu rücken vermochten. Eine dankbare Hörerschaft ehrte die Konzertgeber durch wärmsten Beifall. Dr. E. Jaakobs Traum von Beer-Hofmann ' GASTSPIEL der C-V. Jugend Mannheim Im Bund Deulfch-JüdifcherJugend Sonntag, 8. April 8 30 Uhr, im grofjen Saal der Frankfurt-Loge ANSPRACHE Dr. Eva Reichmann-J jngmann,Berlin c ..— -\ HANS GRUNEBAUM. Generalvertreter der Allianz und Stuttgarter Verein Versicherungs-A.G. Versicherungen aller Art Jlohenzollernstrasse 12 Tel.: 34138 u. 7036!^ RADIO PHOTO SCHALLPLATTEN GESCHENKARTIKEL F. EHRENFELD 104 ZEIL 104 direkt neben Hauptpost W£ N LCIN ZCIf« hat die schönsten Hemden

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