Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 7 (3.1934)
- Date
- 1934-03-01
- Page
- Seite 280 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 280 Verhalten des Menschen, wenn ihn der Besitz ergriffen hat. — Die dramatische Gestaltung des Stoffes ist durchaus im Volksstückhaften geblieben und nur in der Lokalfarbe, nicht im Charakter, verschieden von den Bühnenstücken, die oberbayrische Bauerntheater ihrem Publikum bieten. Die schauspielerische Leistung jedoch entspricht einem höheren Maßstab: Hermann Schindler als Träger der Hauptrolle, Werner Herrmann, Friedel Miinzer, Charlotte Landau und die übrigen Mitwirkenden möchte man gern in dankbareren Rollen wiedersehen. Besonders Hermann Schind- 1 e r bewies eine überaus sympathische Kunst aus schwachen Ansätzen, die das Schauspiel bot, zu tieferer psychologischer' Eindringlichkeit zu gelangen. Das Publikum nahm die Aufführung als harmlos-heitere Unterhaltung beifällig auf, ohne sich dadurch mit der in dem Stück enthaltenen Verzeichnung des jüdischen Milieus einverstanden erklären zu wollen. Ghr. Palästina in Ton und Bild Die Zionistische Vereinigung und die ihr angeschlossenen Verbände veranstalteten in der Frankfurt-Loge einen sehr gut besuchten künstlerischen Abend, der, wie Dr. S. Levi in seinen einleitenden Worten ausführte, die Verbundenheit mit der Kultur des Heiligen Landes bezeugen sollte. Man hörte Instrumental- und Vokalmusik der neujüdischen Komponisten J. Engel, A. Weprik, J. Brandmann, S. Rosowsky und M. Lewin. Am ursprünglichsten wirkten die einfachen, eng an die Volksmelodik angelehnten Stücke von Engel, denen eine gewisse Bodenständigkeit nachzurühmen ist. Die Wiedergabe erfüllte noch nicht in allen Teilen den künstlerischen Anspruch, den man gerade bei der Propagierung einer betont jüdischen Musik nicht missen möchte. Immerhin kam eine annehmbare Gesamtwirkung zustande. Um die Ausführung machten sich verdient: ein Kammerorchester unter Leitung von Robert L e w i t u s, der „Hebräische Chor" unter Fritz Saa 1 berg, das Darmstädter Trio (Erna Mann, Oskar Kleinberg, Dr. Hans J. Stern), Leni Morgenstern-Lorsch (Gesang) und Marie Lenheim (Klavier). — Im zweiten Teil sah man überaus fesselnde photographische Aufnahmen aus Erez Jisrael, die einen guten Eindruck von der gewaltigen, innerhalb weniger Jahrzehnte geleisteten Aufbauarbeit vermittelten. Dr. Levi wußte in seinem knappen begleitenden Vortrag die Bilderserie anschaulich zu erläutern. —h. Kammer-Streichvereinigung der Musikfreunde Die moderne Musikbewegung der Nachkriegszeit hat sich das große Verdienst erworben, nachdrücklich auf die Wichtigkeit aktiven Musizierens von Laienkräften hingewiesen zu haben, als Gegengewicht gegen den allzu bequemen passiven Musikgenuß des Radio und des Konzertsaals. Eine Spielgemeinschaft wie die von Artur Holde gegründete Streichervereinigung, die jenen Bestrebungen im jüdischen Kreise Eingang verschaffen will, erhält allein schon von dieser Tatsache her die volle Legitimation für ihre Existenz. Daß sie dieses Anrecht auch vom Standpunkt der Leistung aus sich verdient hat, bezeugte das erste Auftreten vor einer brei- Ich habe die Firma WETZLER, Goethestr. 16 Spezialhaus für Strümpfe, K'S.-Wäsche, Damenmoden übernommen. Prinzip: Oute Ware billig Josef Rosendahl zuletzt Einkäufer im Kaufhaus Hansa teren Oeffentlichkeit im Rahmen der künstlerischen Veranstaltungen der „Gesellschaft für jüdische Volksbildung". Man konnte eine tadellose Disziplin des Zusammenspiels, Ausgeglichenheit des Klanges und wohltuende stilistische Schulung feststellen. Welche Unsumme von Kleinarbeit, von Hingabe seitens des Dirigenten und der Mitglieder dazu gehört, um ein Ensemble auf dieses Niveau zu führen, vermag der Außenstehende kaum zu beurteilen. Umso schwerer wiegt das gute Resultat der erzieherischen Arbeit. — Unter der unaufdringlichen, aber bestimmt führenden und klar disponierenden Leitung Holdes erklang eine erlesene Auswahl älter Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Einer Gruppe italienischer Orchesterstücke von L o c a t e 11 i und C o r e 11 i folgten Kompositionen der deutschen Meister Pachelbel, Dittersdorf und Johann Stamitz, des Vorahnen der Wiener Klassiker. Jedes einzelne Werk erwies seine Gültigkeit auch vor dem Urteil der Gegenwart. Das kleine Klavierkonzert von Dittersdorf ließ Lilly Schwarz-Mayerhofer in seiner ganzen Feingliedrigkeit lebendig und mit bester technischer Beherrschung erstehen. Ernst W o 1 f f steuerte als vokale Gaben italienische Gesänge von Durante, Lotti und Carissimi, sowie Arien von Händel bei. Die kultivierte, grundmusikalische Behandlung seines vorläufig nicht großen, aber sehr beweglichen Baritons vermochte aus allen Stücken ein hohes Maß von Wirkung herauszuholen. Die gesamte Veranstaltung fand begeisterten Beifall einer zahlreichen Hörerschaft. Dr. E. Im Programm der Veranstaltung ist unterblieben, die Namen der Solisten aufzuführen, die in Coreliis conzerto grosso gespielt haben: Es waren die Damen Marianne Strauß, Seiina Jutta Lang und Herr Dr. Hans J. Stern. Anstalten und Vereine Weihestunde Am Sonntag, den 4. März, 18 Uhr, findet in der Westend-Synagoge eine Weihestunde statt, bei der Herr Rabbiner Dr. Lemle, Mannheim, über „Als die Ghettomauern fielen" spredien wird. Rabbinisdie Lehranstalt „Jesdiiwa" Das Sommersemester an der unter Leitung des Herrn Gemeinderabbi;:crs Dr. Jakob Hoffmann stehenden Rabbinischen Lehranstalt ,,J e s o. h i w a*" beginnt am Montag, 'Jen 16. April. Anmeldungen für alle drei Abteilungen (Vorbereitungsklasse, Mittel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Der Unterricht erstreckt sich auf: Pentateuch mit Kommentaren, biblisches Schrifttum, Misch na, Talmud mit Kommentaren, Decisoren, Hebr. Grammatik. Neuhebräisch (Lektüre und Konversation), Jüdische Geschichte und ■ Palästinakunde.— Für den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse werden schulentlassene Knaben und Jünglinge aufgenommen, die schon einige Vorkenntnisse in Chumisch mit Raschi und Misdina besitzen. Anmeldungen, denen beigefügt sein müssen: kurzer Lebenslauf, genaue Altersdaten, sowie Angaben welcher Betrag für die Kosten des Lebensunterhaltes monatlich zur Verfügung steht, sind bis zum 25. März an das Kuratorium, Theobaldstraße 6, zu richten, welches zu näherer Auskunft bereit ist. Das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt. Gesellschaft für jüdische Volksbildung E. V. Für den Monat März sind drei Veranstaltungen in Aussicht genommen: Am 10. März wird Edith Herrnstadt - Oettingen rezitieren, am 26. März findet das erste Konzert der unter Leitung von Dr. Ehrenreich stehenden Jüdischen Chorvereinigung statt. Dabei wird Herr Rabbiner Mehler einen Vortrag über das Pessachfest halten. Für Ende März ist ein Theaterabend geplant. Nähere Einzelheiten hierfür werden noch bekanntgegeben (s. Inserat). Bestecke in echt Silber und 100 Gramm Versilberung Schmuck u. Armbanduhren m aiien Preislagen TraUfinQe in modernen Formen SederSChÜSSeln in Silber und versilbert Sedergarnituren, Sederbecher POSßD & POSßD Simerscmniede Kaiserstrasse 5 nächst dem Rossmarkt An- und Verkauf von Juwelen und Silber aus Privatbesitz bhb