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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-01-01 · 5 (1.1934) · p. Seite 212

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
5 (1.1934)
Date
1934-01-01
Page
Seite 212 (sequence 34)
Language
German
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Seite 212 bewußte Ausbildung; 2. die Wertschätzung der handwerklichen Arbeit durch Erziehung zum Verständnis für Formenschönheit. Hier muß das Elternhaus Pionierarbeit leisten. Und was wäre geeigneter hierzu als die Schönheit der jüdischen Feste und ihrer Symbolik. Man denke nur an einen schön gedeckten Freitagabendtisch, an den Sederabend oder das Laubhüttenfest. Ein jüdisches Sprichwort' sagt: Die jüdischen Häuser sind von innen schön. Manch einfaches Haus im.Ghetto überraschte den Besucher durch Gegenstände, die das Kunstverständnis und den Schönheitssinn der Bewohner« zum Ausdruck brachten. Die schön ziselierten Leuchter für Sabbäth, die kunstvoll ausgeführten Sederschüsseln und Becher, die Bsomimbüchsen und Chanukkahleuchter legen ein beredtes Zeugnis hierfür ab. Sie sind uns nicht nur Beweis für die Kunstfertigkeit der jüdischen Meister aus alter Zeit, sondern auch für das Verständnis, das ihnen von Seiten der Auftraggeber entgegengebracht wurde. Will man nun diese Ideen in die Praxis umsetzen, so muß ein systematischer Lehrplan für die handwerkliche Ausbildung des Kindes zu Grunde gelegt werden. Vor allem sollen diie Schüler mit Material und Werkzeug vertraut werden. Bevor ein Werk zur Ausführung kommt, muß der Plan besprochen werden. Er wird vom Schüler skizziert und erst wenn er nach allen Seiten hin klargestellt ist, geht man zur Ausführung. Besonders geachtet muß darauf werden, daß die Arbeit sorgfältig und exakt ausgeführt wird. Hierbei darf ein scheinbarer Mißerfolg nicht entmutigen. Wenn nun schon das ganze Erziehungsprogramm von der Eigenart jüdischer Veranlagung ausgehen muß und zielbewußt die Verbesserung bestimmter Mängel anstrebt, so wird die Beziehung zum Jüdischen nun auch durch die einzelnen Themen hergestellt. Ich ließ z. B. Modelle für Laubhütten, die Inneneinrichtung einer Synagoge mit Thoraschrank und Bänken und ähnl. anfertigen. Diese wenigen Beispiele zeigen, wie groß die Möglichkeiten sind, auch im handwerklichen Unterricht Beziehungen zur jüdischen Welt zu finden, so daß durch unsere Arbeit nicht nur manuelle Fähigkeiten erreicht werden, sondern auch jüdisches Empfinden vertieft wird. Josef Schönberger, cand. archit. Kochrezepte Kleine schmackhafte Gerichte Sellerie, gefüllt mit Fisdimayonnaise. Zutaten: 1 großer Selleriekopf, 1 Pfund gekochter Fisch, Mayonnaise, % Pfund Feldsalat. Der Sellerie wird, nachdem er gesäubert und in Salzwasser gekocht ist, geschält, ausgehöhlt und mit Essig und Oel, Pfeffer und Salz mariniert, K^urz vor dem Anrichten nimmt man den Sellerie aus der Marinade, gibt, etwas Mayonnaise hinein, und füllt bergartig mit dem Fisch, der ebenfalls mit etwas Mayonnaise vermischt wurde, und garniert mit der übrigen Mayonnaise. Man bettet den Sellerie auf dem Feldsalat. Spinat-Omeletten. Kleine Pfannkuchen werden mit fertig gekochtem Spinat gefüllt, zusammengerollt nebeneinander in eine feuerfeste Porzellansdiüssel gelegt, mit saurem Rahm Ubergossen und mit geriebenem Parmesankäse bestreut und im Rohre gebacken. Warme gefüllte Eier. 6 hart gekochte Eier halbiert man, nimmt die Dotter heraus und passiert dieselben. Dann rührt man 40 Gramm Butter flaumig, gibt die passierten Dotter dazu, wiegt 3 gut geputzte Sardellen und etwas Petersilie sehr fein und mengt sie nebst etwas Zucker, Salz und einem Löffel saurem Rahm zur Butter. Mit dieser Masse füllt man die halbierten Eier reichlich, setzt sie in ein mit Butter bestrichenes und mit Semmelbröseln ausgestreutes, feuerfestes Porzellangeschirr und füllt die Zwischenräume mit der übrigen Eiermasse. Man übergießt die Eier mit saurem Rahm, stellt die Schüssel ins Backrohr und läßt eine Viertelstunde backen. Kleine Formen mit Kartoffelbrei, Gemüse und Ei. 6 kleine Porzellanförmdien, Kartoffelbrei, 1 Pfund-Dose Leipziger Allerlei, geriebener Käse. Die Förmchen werden gut gebuttert, das Gemüse leicht in Butter gedämpft. Die Formellen werden zuerst mit einer Schicht Kartoffelbrei, dann mit einer Schicht Gemüse gefüllt, das Ei roh darauf geschlagen, etwas Käse darüber gestreut und die Förmchen solange in den Ofen geschoben, bis die Eier gestockt sind. Die sozialen Abgaben der Hausangestellten Da bei vielen Hausfrauen nicht genügende Klarheit über die Zahlung der sozialen Abgaben der Hausangestellten besteht, seien hier die wichtigsten Anhaltspunkte gegeben. Beiträge zur Invalidenversicherung: Für alle Hausangestellten, die einen Monatslohn bis zu 50 Mk. erhalten, ist pro Woche eine Marke zu 60 Pfg. zu kleben, für Hausangestellte mit höherem Lohn eine Marke zu 90 Pfg. Für alle Putz- und Monatsfrauen ist bei einem Wochenverdienst bis 6 Mk. eine Marke zu 30 Pfg., bei einem Wochen- Verdienst von 6—12 Mk. eine Marke zu 60 Pfg. zu kleben. Beiträge zur Allgemeinen Ortskrankenkasse: Die Ortskrankenkasse sendet allen Arbeitgebern zu Beginn jeden Monats schriftlich Nachricht, wieviel für ihre Hausangestellten an monatlichen Beiträgen zu zahlen ist. Daher ist jede An- und Abmeldung der Hausangestellten mit genauer Angabe des Monatslohnes der Ortskrankenkasse jeweils sofort zu melden, um Unstimmigkeiten zu vermeiden. Die Zahlung der Abgaben verteilt sich wie folgt: Krankenkassenbeiträge: ein Drittel der Arbeitgeber, zwei Drittel der Arbeitnehmer, Invalidenversidkerungsmarken: Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte. Die Bürgersteuer ist von den Hausangestellten in voller Höhe allein zu tragen. Abgabe der Hausgehilfinnen für die Ehestandshilfe Mit dem 1. Juli 1933 ist bekanntlich die Ehestandshilfe zu zahlen. Bei einem Einkommen bis 74.90 Mk. einschl. Kost und Wohnung ist keine Ehestandshilfe zu zahlen. Bei einem Einkommen von RM 76.— bis RM 145.— einschließl. Kost und Wohnung sind 2% Ehestandshilfe zu zahlen. Höhere Einkommen müssen mit 3% versteuert werden. Die Abgabe errechnet sich wie folgt: Für Hausgehilfinnen Lohn Kost u. Wohnung Ehestandshilfe Ködiin, Alleinmäddien, Hausmäddien, Kindermädchen 30 25 frei Hausmäcldien, Kindermädchen, Mäddten mit höherem Lohn 50 25 1.50 In gewerblidien Betrieben, Praxishilfe usw. 30 40 frei Für höhere Berufe Erzieherinnen, Kindergärtnerinnen, Püegerinn., Hausdame usw. 50 60 2 % zusammen 110 2.20 Wenn die sozialen Lasten (Krankenkasse und Invalidenmarken) ganz vom Arbeitgeber bezahlt werden, so muß der Anteil, den die Hausgehilfin zu tragen hätte, zu dem Lohn zugerechnet werden. Die Beträge sind in Steuermarken, die von der Post ausgegeben werden, auf einem vom Finanzamt Ost, Stiftstraße 9—17, ausgegebenen Bogen einzukleben und zu entwerten. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, den Betrag vom Lohn abzuziehen. AUSLAND- UND PALASTINATRANSPORTE SAMMELLADUNGEN EIGENE LAGERHÄUSER EIGENER FUHRPARK VERPACKUNG - VERZOLLUNG VERSICHERUNG Schnellverkehr mit Tfajektwagen nach England ohne Umladung ALBERT HERZ INTERN VTION VLE SPEDITION FRAJNKFURT-M. Tel. 30576 Gutieutstrasse 31. Neueröffnung! Besuchen Sie die Sahne^Stube Grosse Friedbergerstraße 9—11 Spezialität: Heiße Waffel Geöffnet bis 12 Uhr nachts Waschu. Bügelanstalt „Frankfurt" Inh. James Lewy Bleichstr. 4 Te l 2U27 Pfundwäsche, Haushaltungswäsche, Stärkewäsche in erstklassiger Ausführung zu billigsten Preisen. Prompte Lieferung. Elektrischer Heißraangelbetrieb. Frei Holen u. Bringen. Samst. geschlossen

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