Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 5 (1.1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 198 gewirkt; aber das parlamentarische Spiel, das dort herrschte, gewährte ihm wenig Befriedigung und so zog er sich, der ohnehin mit urruflicher Arbeit reichlich belastet war, bald von dieser Tätigkeit zurück. Auch den Gemeindevorstand hat er zum tiefsten Bedauern seiner. Kollegen als aufrechter Mann vorzeitig verlassen, als er mit wohlüberlegten Ansichten nicht durchzudringen glaubte. Trotzdem war er mit der Gemeinde und ihren Einrichtungen aufs engste verknüpft; sein kluger Rai; fand auch nach Beendigung seiner amtlichen Tätigkeit starke Beachtung und immer wieder blieb die Hoffnung, daß er wieder in den Kreis derer zurückkehren würde, die ihn schmerzlichst vermißten. Willy Wolffs früher Heimgang hat die reichen Erwartungen, die man noch auf ihn setzen konnte, vernichtet, aber das Andenken an den ausgezeichneten Mann wird unvergessen bleiben. NapTitali Fromm 29. Nov. 1869 — 29. Dez. 1953 Es ist schwer, der Persönlichkeit des Verstorbenen gerecht zu werden, der bei aller scheinbaren Einfachheit eine komplizierte Natur war. Aeußerlich kühl und schlicht, entfaltete er, wenn es einer von ihm für richtig erkannten Sache galt, eine glühende, ja überschwengliche Beredsamkeit. Leidend und schonungsbedürftig, zumal in seinen letzten Lebensjahren, entwickelte er eine staunenswerte geistige Energie, die ihn über alle Körperlichkeit triumphieren ließ. Im täglichen Leben kaum hervortretend, erhob sich seine Seele in den Feierstunden auf die Höhe weihevoller Andacht und reinster Menschlichkeit. Aus väterlichem und mütterlichem Erbe mit jüdischem und profanem Wissen in reichem Maße ausgestattet, gütig und selbstlos, verstehend, aber auch kraftvoll in der Wahrung seiner persönlichen Ueberzeugung, so steht der Heimgegangene vor uns in seiner vielfachen Betätigung. In den zahlreichen Ehrenämtern, zu denen ihn das Vertrauen seines großen Freundeskreises berufen hatte, setzte er sich mit seiner ganzen Persönlichkeit für die übernommenen Aufgaben ein. Er war Mitbegründer und zeitweilig Präsident der Hermann-Cohen-Loge, seit dem Jahre 1920 stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung und Führer ihrer konservativen Fraktion, als welcher er auch an den damals abgeschlossenen Arbeiten der Umgestaltung der Gemeindeverfassung hervorragenden Anteil hatte, und Vorstandsmitglied des konservativ-jüdischen Gemeindevereins sowie Mitglied des großen Rats des Preußischen Landesverbandes. Seine große Liebe gehörte aber der Verwaltung der Israelitischen Religionsschule und deren Synagoge an der Unterlindau, die in ihm die bewegende Kraft und den stärksten Förderer verliert. Er starb beim Eingang des Sabbaths Wajechi: Möge seine Seele eingehen in den Bund ewigen Lebens! J. M. 98. Geburtstag 6. Januar: Frau Hannchen Rosenblatt, geb. Bachmann, Röderbergweg 77. 80. Geburtstag 23. Dezember: Frau Philippine Kern, geb. Reinach, Hermannstraße 43. Silberne Hochzeit Kammersänger Hans Erl, der langjährige erste Bassist der Frankfurter Oper, und Frau begingen am 20. Dezember das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Albert David und Frau Olga, geb. Salomon, Uhlandstraße 55, feierten am 7. Januar das Fest der Silbernen Hochzeit. Geschäftsjubiläum Herr Apotheker Hermann Nußbaum, Besitzer der Adler- Apotheke in der Trierischen Gasse 16, konnte in diesen Tagen den 150. Gründungstag seiner Offizin begehen. Die Adler- Apotheke, seit 1895 in jüdischem Besitz, ist eine der sechs ältesten Frankfurter Apotheken und zudem als Quartier W. A. Mozarts während der Krönungsfeierlichkeiten im Jahre 1790 berühmt. Die Gelegenheit ist günstig! Vom 15. bis 27. Januar^ P IN VE NTU R-VE R K AU F! WS Ganz erstaunlich billige Angebote in Wäsclie, Unterkleidung, Strumpfe und Wollwaren!7 1 ^Mlunv AN DEN MARKTHALLEN FRANKFURT A.M. Reineckftr.3,EckeBörneftr. HanauerLdftr.87,AmOftbahnhof Inventur-Verkauf ab 15. Januar 1934 Oscar Bacharach ROSSMARKT 15 Verkaufen — nicht einmotten wollen wir unseren Restbestand in WINTERMÄNTELN Deshalb leisten wir zum INVENTUR-VERKAUF Besonderes. Es liegt uns daran, Platz zu schaffen für die kommende Saison. Wf^S M MASSKONFEKTION k*liJ:w;iajii:ijjA'i!'i?irn Mit unseren ANZUGSTOFFEN wollen wir genau so verfahren. In schwereren Qualitäten und dunklen Mustern müssen wir im INVENTUR-VERKAUF räumen. Kammgarne und Cheviots sind in Serien zusammengestellt. Nach Ihrem Mass kostet der Anzug RM. 69.— mit Anprobe