Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 5 (1.1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 193 zur Abdeckung von geleisteten Vorschüssen verwendet werden Boll. In Kapitel X ist neu ein Betrag als Rückstellung für die im Jahre 1935 zur Rückzahlung fällig werdenden Steuerdarlehen eingestellt. Schließlich wird über das Ergebnis der Steuereinnahmen im ersten Halbjahr, und die voraussichtliche Kassengebarung im zweiten Halbjahr berichtet, wobei auf die stark reduzierte wirtschaftliche Basis der Gemeindemitglieder und die inzwischen erfolgten und weiterhin erfolgenden Wegzuge hingewiesen wird. Der Bericht des Herrn Dr. Geiger schließt mit einem Ausblick in das Etatjahr 1934/35, dessen Entwicklung nicht pessimistisch genug angesehen werden könne. Unter diesen Umständen sei die Erfüllung der der Gemeinde gestellten Aufgaben und Uebernahme der Verantwortung hierfür nur bei straffster Zusammenarbeit aller beteiligten gemeindlichen Instanzen möglich. Der Vorsitzende dankt Herrn Dr. Geiger für seinen eingehenden und aufschlußreichen Bericht, gedenkt gleichzeitig mit Dankesworten der fruchtbaren Arbeit des ausgeschiedenen Syndikus Dr. Mayer und eröffnet nunmehr die Generaldebatte. Als erster Redner spricht namens der liberalen Fraktion Herr Dr. Mainzer den Mitgliedern der Gemeindeverwaltung und der Etatkommission seinen Dank aus für die ausgeglichene Finanzgebarung: im ersten Halbjahr des Rechnungsjahres. Es sei erfreulich, daß die schwebende Schuld und damit die Zinsenlast der Gemeinde eine wirksame Verminderung erfahren konnte. Er geht alsdann auf einzelne Positionen des Etats ein und äußert sich insbesondere über die nach seiner Ansicht fehlerhafte Politik der Pflegesatzfestsetzung im Krankenhaus bei den Verhandlungen mit der allgemeinen Ortskrankenkasse. Auch die in Kapitel IX Subventionen eingestellten Beträge, insbesondere die angesichts der gegenwärtigen furchtbaren Notlage ungenügende Berücksichtigung der Jüdischen Wohlfahrtspflege sei betrüblich. Gerechtfertigt erscheine die Einstellung einer Quote zur Bildung einer Rückzahlungsreserve für die Steuerdarlehen, wie überhaupt die Aufstellung des vorliegenden Etatentwurfs vom finanziellen Standpunkt aus schwerwiegenden Bedenken nicht begegnen dürfte. Die aus der Etatisierung der Steuereinnahmen hervortretende Skepsis hinsichtlich der Entwicklung im kommenden Rechnungsjahr sei durchaus berechtigt. Herr Dr. Mainzer gibt schließlich der Auffassung Ausdruck, daß es ein Fehler wäre, sich durch die gegenwärtige Lage niederdrücken zu lassen, und fordert alle berufenen Instanzen auf, dazu beizutragen, daß die Gemeinde mit Mut und Vertrauen ihre Aufgaben auch in dieser schweren Zeit erfüllt. Herr Fromm dankt namens der konservativen Fraktion Herrn Dr. Geiger auch vom konservativen Standpunkt aus für seine wertvollen und eingehenden Ausführungen, ebenso wie er der zielbewußten Arbeit des früheren Syndikus gedenkt. Er dankt den Führern der Gemeinde, daß sie in den kritischsten Tagen das Ruder fest in der Hand gehalten und damit Ruhe 'in dem aufgeregten Kreis der Gemeinde verbreitet haben. Dies sei ein großes Verdienst der Führung, der deswegen rückhaltloses Vertrauen ausgesprochen werden müsse. Im einzelnen regt Herr Fromm wiederum die Abhaltung sogenannter Gemeindeversammlungen an, um die Gemeindemitglieder über die Durchführung der in der Jetztzeit notwendigen Aufgaben zu orientieren, und erkennt an, welches Maß von Arbeit der Vorstand bei der Reorganisation des Jüdischen Lehrhauses geleistet habe. Dank gebühre auch der aufopfernden Arbeitsfreudigkeit der Krankenhausärzte im Interesse der Erhaltung dieser wertvollen Gemeindeinstitution. Auch das Schulwesen des Philanthropins sei eine gerade in der heutigen Zeit lebensnotwendige Einrichtung. Es sei zu verlangen, daß darin immer mehr jüdischer Geist einziehe. Trotz des beinahe ausgeglichenen Etats sei die finanzielle Lage der Gemeinde nach wie vor recht ungünstig, weswegen die notwendigsten Mittel für die Jüdische Wohlfahrtspflege nicht bewilligt werden konnten. Hier müsse eine entschiedene Besserung angestrebt werden. Auch die Israelitische Religionsschule sei in großen finanziellen Nöten. Sie habe sich an den Vorstand mit Rat und Hilfe gewandt, besonders im Interesse der Aufrechterhaltung ihrer Synagogen. Für die bisherige Betreuung dieser notwendigen Einrichtung gebühre an dieser Stelle dem Gemeindevorstand besonderer Dank. Das Gemeindeblatt zeige besonders in den letzten Monaten eine erfreuliche Entwicklung. Auch die neue Reichsvertretung der deutschen Juden habe, trotz anfänglichem dieser Einrichtung entgegengebrachtem Pessimismus, begonnen, tatkräftig zu arbeiten, und so werde bei einträchtiger Zusammenarbeit im Vertrauen auf Gott das deutsche Judentum nicht untergehen, sondern in Deutschland und in der Welt diejenige Achtung wieder finden, die ihm in Ansehung seiner kulturellen Leistungen gebührt. ^ee/,rte .T!""sfetai„„. ^S!ci'SUd^Prau! s*SnesWeM?Ve"'"r-Verh„f ■ Tn^Zzun4^":: >s"«t,!*:.*. *o°"»e0 S"a »<*'« 7* i,ea">fce„en £ *»n -tinuar ,a,. SaA an> rr~—^^o^ zum V"k*<-f:u *■"*«. Ufc, O e t i ""«ainacfr lJ1esfr r^sse 1 I ßl!l!!ll!!!llll!!lllimllllllllllll!l!!ll!IW LEDERWAREN KOFFER und Reiseartikel in unerreichter Auswahl. Wegen Auflötung des jetzigen Haushaltes sucht unabhängige ältere, repräs. Dame Stelle als HousItölleriD bei einzelnem Herrn oder Dame (evtl. oh. Gehalt). Off. unt. J. 30O an die Anzeigen-Verwaltung d$. BL Ravensteinstrasse Ii. KAISERSTRASSE 3