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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-01-01 · 5 (1.1934) · p. Seite 192

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
5 (1.1934)
Date
1934-01-01
Page
Seite 192 (sequence 14)
Language
German
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Seite 192 Fernspr. 51184, 17—18 Uhr — Rabb. M e h I e r, Im Trutz 30, b. Dr. Strauch, Fernspr. Zeppelin 56014, Montag — Donnerstag 17^2—18K Uhr — Rabbinatsassessor Kirschbaum, Eckenheimer Landstr. 6, Fernspr. 58281, tägl. 14—15 Uhr; ferner in der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa", Theobaldstraße 6, Fernspr. 45673, Donnerstags 10—12 Uhr, Freitags 9—11 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Verlegung des Schulratbüros Das Büro des Schulrats des Philanthropins befindet sich in Zukunft nicht Goethestraße 17, sondern Goethestraße 22. Fundsachen Beim Kastellan der Hauptsynagoge, Allerheiliffenstraße 75, sind folgende Fundsachen abzuholen: 1 Schirm; 1 Handtäschehen, Inhalt-1 Taschentuch. 1 Kämmchen; 1 hellblaue Häkelmütze. Schluss der amtlichen Anzeigen Aus der Gemeindevertretung Sitzungsbericht von Bürodirektor L Meyer Sitzung vom 30. November 1933 In Anwesenheit von acht Vorstandsmitgliedern und 22 Mitgliedern der Gemeindevertretung eröffnet Herr Dr. Richard Merzbach die Sitzung. Es werden zunächst für die Weiterführung der Kässengeschäfte zwei Etatzwölftel auf Basis der Ausgaben des bisher gültigen Haushaltsplans für die Monate Dezember 1933 und Januar 1934 bewilligt. Der Vorstand legt den Entwurf des Etats für das zweite Halbjahr des Rechnungsjahres 1933/34 nach einigen Aenderungen in den Kapiteln VI (Krankenhaus) X (Schulden- und Zinsendienst), XIII (Kultussteuer) der Gemeindevertretung zur Beratung vor, mit dem Antrag, den abgeänderten Entwurf zunächst der gemischten Finanzkommission zur Vorberatung zu überweisen. Der Entwurf nebst Erläuterungen ist den Mitgliedern der Gemeindeverwaltung zugegangen und wird namens des Vorstandes durch den Konsulenten Herrn Dr. Geiger in großen Zügen erläutert. Herr Dr. Geiger dankt zunächst dem ausgeschiedenen Syndikus Herrn Dr. Mayer für die von ihm in erheblichem Maße geleistete Vorarbeit, den beteiligten Mitgliedern der Gemeindeverwaltung und den Beamten und Angestellten des Gemeindebüros für die ihm bei der Aufstellung des Etats gewährte Unterstützung. Er verbreitet sich alsdann über die Finanzlage der Gemeinde und über diejenigen allgemeinen Aufgaben, welche der Gemeindeverwaltung aus den veränderten politischen Verhältnissen erwachsen sind; er erwähnt insbesondere die neu gegründete und seit mehreren Monaten vorbildlich arbeitende Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe, über deren Wirksamkeit in der Dezember-Nummer des Gemeindeblattes eingehend berichtet wurde, die Jugendarbeit im Interesse der Erziehung und Ertüchtigung des Nachwuchses der Gemeinde, die Reorganisation und Ausgestaltung des Jüdischen Lehrhauses mit seinem umfangreichen Programm für die jüdische Bildungsarbeit, sowie die Bestrebungen, welche die Gesellschaft für jüdische Volksbildung im Interesse der allgemeinen Kulturarbeit mit großer Energie aufgenommen hat. Dabei wird hervorgehoben, in welch hohem ideellen Maße die Gemeindeverwaltung an den Aufgaben beteiligt ist, und das Bedauern ausgesprochen, daß die wünschenswerte materielle Beteiligung infolge der außerordentlich beengten Finanzlage der Gemeinde sich auf das All ernotwendigste beschränken müsse. Weiterhin erwähnt Herr Dr. Geiger die Bemühungen der Gemeindeverwaltung um die Fleischversorgung der rituell lebenden Bevölkerung im Hinblick auf die veränderten Verhältnisse, sowie ihre stete Sorge auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege zur Bekämpfung der unter den Gemeindemitgliedern herrschenden ungeheuren wirtschaftlichen Not. Der eingebrachte Etat stelle in der vorliegenden Fassung einen büromäßigen Entwurf dar. Der Etatentwurf ist nicht ganz ausgeglichen, schließt vielmehr mit einem Fehlbetrag von RM 40 000.— ab, den man im Laufe des zweiten Halbjahres auszugleichen hofft. Man müsse sich jedoch dabei vor allzu großem Optimismus hüten. Auf Einzelheiten übergehend erwähnt Herr Dr. Geiger, daß sich die schwebende Schuld der Gemeinde um rund RM 200 000.— seit Anfang des Rechnungsjahres ermäßigt habe. Dies sei möglich gewesen einerseits durch Verkauf von Wertpapieren, andererseits durch eine erfreuliche Mehreinnahme in der ersten Hälfte des Rechnungsjahres und durch die Verwendung eines Teils der zur Verbesserung der Kassenlage aufgenommenen Steuerdarlehen. Der Immobiliarbesitz der Gemeinde habe eine höhere Belastung gegen früher nicht erfahren und stelle insofern bei geeigneter Bewirtschaftung eine finanzielle Reserve dar. Im allgemeinen bewege sich die Finanzgebarung ctes abgelaufenen ersten Halbjahres innerhalb des von der Etatkommission festgestellten Voranschlags. In Bezug auf die Weiterberatung des eingereichten Etatentwurfs bittet Herr Dr. Geiger, dem Antrag des Vorstands, auf Verweisung an die gemischte Finanzkommission zuzustimmen, und knüpft hieran noch einige Erläuterungen hinsichtlich der folgenden Kapitel bezw. Positionen. Zu" Kapitel I hat sich der Posten Gemeindeblatt dadurch günstiger entwickelt, daß der Inseratenteil im Laufe des ersten Halbjahres an die Firma M. Isaac & Co. verpachtet worden ist, so daß der Zuschuß im zweiten Halbjahr voraussichtlich auf einen verhältnismäßig geringen Betrag reduziert werden kann. In Kapitel III haben sich die Einnahmen aus Synagogenplatzmieten gegenüber dem Voranschlag wesentlich ungünstiger gestaltet, wenn auch dieses Kapitel im Endergebnis durch Streichung der Ausgaben für die Filialgottesdienste gegen früher eine Ausgabenverminderung erfahren hat. Im Zusammenhang damit wird ein Antrag auf Subventionierung des Verein? „Israelitische Religionsschule" zugunsten seiner Synagoge Hermesweg bekanntgegeben, der in dem vorliegenden Etatentwurf eine Berücksichtigung noch nicht erfahren hat. Im Kapitel IV Unterrichtswesen ist eine mäßige Erhöhung des Zuschusses für das Philanthropin vorgesehen, die durch die größeren Aufgaben dieser Schule infolge der neuen Verhältnisse bedingt ist. Für den Verein „Israelitische Religionsschule" ist in diesem Kapitel zugunsten seiner Synagoge Unterlindau ein Betrag von zusätzlich RM 2400.— eingestellt worden. Kapitel V Rituelle Betriebe hat einen neuen Ausgabeposten von RM 600.— erhalten, welcher pro memoria für den Fall vorgesehen ist, daß sich eine Veränderung in bezug auf die Fleischversorgung in der nächsten Zeit ergeben sollte. In Kapitel VI Krankenhaus ist für die zweite Hälfte des Rechnungsjahres eine Zuschußleistung im Hinblick auf die mangelhafte Belegung der III. Klasse mit Kassenpatienten zu erwarten. Schwierig ist die Etatisierung des Postens „Soziale Fürsorge" in Kapitel IX wegen der ungeheuerlichen Anfordertingen, welche an die Wohlfahrtspflege gestellt werden, der infoige der mißlichen Finanzlage der Gemeinde nur minimale Beträge als Subvention überlassen werden können. Hier hat der Etatkredit, der schon für das erste Halbjahr beträchtlich überschritten werden mußte, gegenüber dem ersten Halbjahr eine mäßige Erhöhung erfahren, die zum Teil Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank vorm. L. A. Hahn — gegründet 1821 — Akt. Ges. seit 1872 FRANKFURT A. M. KAISERSTRASSE 30 DEPOSITENKASSEN: Konstabier Wache. Osthafen Allerheiligenstr.89 Hanaueridstr. 125 Bockenheim Leipzigerstr. 50 Offenbach a.M. Höchst a. M. Frankfurterstr. 54 Dalbergstr. 3

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