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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1934-01-01 · 5 (1.1934) · p. Seite 190

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
5 (1.1934)
Date
1934-01-01
Page
Seite 190 (sequence 12)
Language
German
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Seite 190 Die Bücherei des Schocken-Verlags Der Schocken-Verlag hat dem mit Stärke überall sich meldenden Bedürfnis der deutschen Juden, das jüdische Schrifttum kennen zu lernen, entsprochen. Mit den soeben erschienenen ei\?ten fünf Bänden der ..Bücherei des Schocken-Verlags" ist die Richtung angedeutet, in der, wie man erwarten darf, wohl die künftigen Veröffentlichungen der Reihe zu finden sein werden. (Jeden Monat soll ein weiterer Band erscheinen.) Mit Bedeutung enthält der erste Band „Die Tröstung Israel s" die Trostworte aus dem Mittelteil des Jesaia-Buches. Dem hebräischen Text ist die Rosenzweig-Bubersche Uebersetzung gegenübergestellt. Aus der großen Publikation der Zionslieder des Jehuda Halevi, die wir Franz Rosenzweigs Uebersetzungskunst verdanken, sind mehr als zwanzig Gedichte im zweiten Bändchen vereinigt. Der dritte Band „Josef und seine Brüder" bringt die Verdeutschung dieses altjüdischen Romans durch Micha Josef bin Gorion. In dem. Augenblick, in dem Thomas Mann sich diesem Stoffe mit der Gabe seiner Gestaltungskraft zuwendet, ist die Vermittlung einer jüdischen Fassung des biblischen Vorwurfs besonders erfreulich. In einem weiteren Bande finden wir „H u n - dert Chassidische Geschichten" von Martin Buber; der gesteigerte Wert der Zusammenstellung beruht in ihrer oft unverkennbaren Sinngebung für unsere Gegenwart. Der letzte der bis jetzt erschienenen Bände enthält sechs Erzählungen von S. I. Agnon „In der Gemeinschaft der Frommen". N. N. Glatzer und Gerhard Scholem haben die Uebersetzungsarbeit mit feinem Gefühl für die sprachlichen Nuancen geleistet. Nicht unerwähnt sei die gefällige farbige Gewandung, in der die Bändchen sich bieten. Satzbild und Druck zeugen von geläutertem Geschmack des für das Typographische Verantwortlichen. Der geringe Preis der Bändchen (sie kosten nur Mk. 1.25) möge dazu beitragen, daß sie ihren Weg zu jedem Juden finden. Ghr. Droste-Bibliographie, bearbeitet von Eduard Arens und Karl Schulte Kemminghausen. Münster i. W. 1932. Von der fast beispiellosen Verbreitung der „Judenbuche" von Annette v. Droste-Hülshoff gibt diese sorgfältige Bibliographie in einem eigenen Abschnitt einen guten Begriff. Die Herausgeber kennen über achtzig Einzelausgaben des „Sittengemäldes aus -dem gebirgigten Westfalen", darunter solche mit fünf-, ja sechsstelliger Exemplarziffer. Wer wollte leugnen, daß dieser Erfolg nicht zuletzt auch dem packendgeheimnisvollen Titel mit seinem dumpfen Klang zu danken ist! Daneben spielt wohl doch auch eine gewisse Ueberschätzung der Novelle mit, von der nach Ansicht der Bearbeiter z. B. auch Friedrich Gundolf nicht frei war. Unter den Spezialabhandlungen zur Judenbuche stammt begreiflicherweise auch einiges von jüdischer Seite. Besonders hat man sich hier für die hebräische Inschrift interessiert, die die Glaubensgenossen des erschlagenen Aaron an dem verhängnisvollen Baum anbringen; man kam dabei zu dem überraschenden Resultat, daß sie vielleicht von der Dichterin erfunden und von einem sprachkundigen Bekannten für sie aus dem Deutschen ins Hebräische übersetzt worden ist. Zu den in der Bibliographie aufgeführten Autoren, die Gedichte auf die Droste veröffentlicht haben, ist der bekannte jüdische Schriftsteller Julius Bab nachzutragen, der sie in seinen Literarischen Porträten gefeiert hat. * M. Amtliche Anzeigen des Gemeindevorstands Veränderungen im Rabbinat. Am 31. Dezember 1933 schied Herr Rabbiner Dr. Max Vogel stein aus unserer \ Gemeinde, um sich anderorts einer neuen Tätigkeit zuzuwenden. Als das liberale Rabbinat während der Erkrankung und nach dem Hinscheiden unseres Gemeinderabbiners Dr. Arnold Lazarus s. A. einer Entlastung bedurfte, hat sich Herr Dr. Vogelstein bereitwillig zur Verfügung gestellt und mit seinen reichen Kenntnissen die Tätigkeit als Rabbiner und. Religionslehrer übernommen. Der Fürsorge für die heranwachsende Jugend galt sein besonderes Interesse. Nach eineinhalbjähriger, von hohem Pflichtgefühl durchdrungener Tätigkeit scheidet Herr Dr. Vogelstein aus seinem Arbeitskreis. Unsere Gemeinde dankt ihm für seine wertvolle und fruchtbare Arbeit. Vom 1. Januar 1934 ab ist Herr Rabbiner Ludwig M e h 1 e r auü Berlin von der Gemeinde zur Entlastung der Herren Rab-' biner Dr. Seligmann und Dr. Salzberger herangezogen worden. Redaktionelle Mitteilungen Herr Dr. Nahum N. Glatzer-Haifa kann zu unserem Bedauern infolge Arbeitsüberlastung „Das Schriftwort" für das Israelitische Gemeindeblatt nicht mehr verfassen. Die Schriftleitung sagt ihm auch an dieser Stelle für seine ausgezeichnete Mitarbeit herzlichen Dank und ist sicher, damit im Sinne der Leser zu sprechen. Die Schriftleitung hat Herrn Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach, gebeten, in Zukunft „Das Schriftwort" zu schreiben. Freundlicherweise hat Herr Rabbiner Dr. Dienemann sich dazu bereit erklärt. Tmmmdet Sddaganfalh _ c[e recht- ÄrtPrienVerkalkunfl « BgBrten, reinen »fflrv^^?^»^?* ^ÄVlÄ Zu haben in den Apotheken GEBR. RÖCHLING Kohlen m. b. H. Taunusstrasse 52/60 Tel.: 33044 KOHLEN KOKS BRIKETTS Spezialität: Koks für Zentralheizungen m Vervielfältigungen in Ma8Chinenschrift(ver8Chiedene Schriften) schwarz und farbig, auch mit Zeicnnungen. (bes. für Festgedichte und -Zeitungen) Lieferung von Dauerm atrizen und Zubehör Grete BrassE,chFÄdl73lI Dekatur-Anstalt für Herrenu. Damenstoffe KRAUSS Gegründet 1863 ZIEGELGASSE 22 (Laden) Tel. 29613 Wer überlässft moderne, gut erhaltene Nähmaschine evtl. gegen geringe Vergütung der Versorgungs-Änstolt für Israeliten Röderbergweg 77?

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