Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 3 (11.1933)
- Date
- 1933-11-01
- Page
- Seite 123 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3094266-3094399-3094402--3845-3098626- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 123 sondern auch an die gesundheitlich richtige Ernährung. Bei der Beobachtung dieser drei Vorschriften ist es auch bei geringen Mitteln möglich, eine Kost herzustellen, die den Körper gesund und leistungsfähig erhält. Es ist notwendig, von gemischterKost zu leben. Diese setzt sich im üblichen Sinne zusammen aus Kartoffeln, Gemüse, Brot, Milch, Salaten, Fleisch, Fisch und frischem Obst. Der menschliche Körper ist häufig mit einer Maschine verglichen worden, dem Feuerungsmaterial zur Wärmebildung und Aufbaustoffe zum Ersatz der abgenutzten Teile der Maschine, das sind die Zellen im menschlichen Körper, zugeführt werden müssen. Diese Aufgaben erfüllen die Kohlenhydrate, das Fett, das Eiweiß, die Nährsalze und die Ergänz uingsstofYe (Vitamine). Alle diese Nährstoffe sind in unseren Nahrungsmitteln in verschiedenen Mengen enthalten, und müssen in entsprechender Verteilung dem menschlichen Körper .zxigeführt werden. Es ist daher notwendig zu wissen, welche Nährstoffträger unsere Hauptnahrungsmittel sind. Sie lassen sich folgendermaßen einteilen: K o h 1 e n h y d r a 11 r ä g e r: Zucker, Mehl, Brot, Kartoffeln. Fetträger: Alle Arten tierischen und pflanzlichen Fettes. Eiweißträger: Man unterscheidet pflanzliche und tierische Eiweißarten, die beide für den menschlichen Körper gleich bedeutungsvoll sind, und daher in der Nahrung richtig verteilt werden müssen. Tierische Eiweißträger: Milch, Eier, Fleisch und Fisch. Pflanzliche Eiweißträger sind vornehmlich unsere Hülsenfrüchte, in besonders hohem Maße die Sojabohne, die aus Ostasien eingeführt wird. Nährsalzträger (Vitamine): Frisches Obst und Gemüse, besonders Spinat, gelbe Rüben, Tomaten, grüner Salat. Sie begünstigen die Blutbildung und den Knochenaufbau. Anhanden dieser einfachen Kenntnisse kann die Hausfrau den Speisezettel so zusammensetzen, daß er stets das dem Körper günstigste Mengenverhältnis an Nährstoffen enthält. Sie ist dadurch auch in der Lage, beim Fehlen wichtiger Nahrungsmittel — sei es durch bestimmte Vorschriften oder Geldknappheit —diese durch andere, an Nährstoffen gleichwertige, zu ersetzen,. Diese Vorsorge dürfte jetzt besonders in rituellen Haushaltungen, deren Fleischverbrauch äußerst eingeschränkt ist, in Betracht kommen. Als praktische Ergänzung zu den vorstehenden Ausführungen lassen wir heute einige Vollmahlzeiten ohne Fleisch folgen, mit verschiedenen Gerichten, die vielleicht noch nicht allgemein bekannt sind, und als Anregung für die fleischlose Küche dienen können. Dreierlei Mittagessen: Tomatensuppe, Kartoffelsuppe mit Zwiebelsuppe, Sauerkrautauflauf Milch, Spinatpudding mit mit Kartoffelbrei, Pickelsteiner mit gebrat. Tomaten, 'Salzburger Makkaroni, Grießschmarren Nockerln geback. Pflaumen mit Kompott Dreierlei Aib endessen: Käserand mit Rote Rüben u. Sei- Nudelplatz Blumenkohl, lerie mit Salzkarmit Obst toffeln, Butterbrot Salat, und Gebäck und Käse Birnenkompott Kochrezepte Sanerkrautanflauf mit Kartoffelbrei. Zutaten: 1 Pfund Sauerkraut, 1—2 Eigelb, *4 Liter saurer Rahm oder Milch, Käse, Salz. Das zubereitete Sauerkraut wird abwechselnd mit ebensoviel Kartoffelbrei in die gefettete Auflaufform gelegt. Dann quirlt man Rahm und Eigelb, mischt mit geriebenem Käse, gießt diese Masse über das Kraut und läßt die Speise bei Oberhitze im Ofen backen. Nimmt man Milch statt Rahm, kommen Butterflöckchen obenauf. Statt Sauerkraut läßt sich auch jedes andere Gemüse verwenden. Salzburger Nockerln. Man rührt 70 Gramm Butter schaumig, 3 Eier, 3 Löffel Mehl dazu und zwar immer 1 Ei, 1 Löffel Mehl und ein wenig Milch. Der Teig wird etwas gesalzen, Zucker und Vanille daran gegeben. Man sticht Nockerln mit dem Löffel ab, und läßt sie in Ys Liter kochender gezuckerter Milch fertig kochen. Pickelsteiner mit Makkaroni. Man schneidet einige rohe geschälte Kartoffeln und etwas Petersilie und Selleriewurzeln in Würfel, Lauch, Weißkraut und Wirsing in Stückchen und dämpft alles mit etwas Butter und Salz % Stunde. Gekochte und mit Butter geschwenkte Makkaroni können nach Bedarf dazu gereicht werden. Gebackene Pflaumen. Zutaten: lA Liter Weiß- oder Aepfelwein, 2 Eier, etwas Zitronenschale, 30 Gramm zerlassene' Butter, etwas Salz, 1—2 Löffel Mehl. Man rührt aus diesen Zutaten einen glatten Teig wie Pfannkuchenteig, nimmt aus frischen oder getrockneten Pflaumen den Kern heraus, steckt statt des Kernes eine geschälte Mandel in die Frucht, befestigt jede einzelne Pflaume auf der Gabel, wendet sie in dem Teig, bäckt sie in heißem Fett und taucht sie vor dem Anrichten in geriebene Schokolade und Zucker oder nur in Zucker. Grießschmarren. Man kocht aus % Liter Milch, 150 Gramm Grieß mit etwas Butter und Rosinen einen steifen Brei, läßt ihn abkühlen, rührt nach Belieben 1—2 Eier darunter, gibt ihn in die mit Fett gestrichene Pfanne und bäckt ihn. Dann wird der Schmarren mit der Gabel in kleine Stücke zerrissen und unter beständigem Wenden gebacken, bis die einzelnen Teilchen ganz trocken und knusprig sind. Wird dick mit Zucker bestreut angerichtet. Käserand. Zutaten: 100 Gramm Schweizerkäse, 30 Gramm Butter, 25 Gramm Mehl, 2 Eier, Vs Liter Milch. Man läßt die Butter zergehen, rührt Mehl und den geriebenen Käse dazu und läßt die Masse aufkochen. Dann gibt man die kochende Milch hinein, nimmt den Topf vom Feuer, mischt die Masse mit den 2 Eigelb und den Schnee von 2 Eiweiß, füllt sie in die gut gefettete Form (Reisrand) und bäckt eine Stunde. Der Rand wird auf eine flache Platte gestürzt und das Innere mit Gemüse gefüllt. Nudelplatz. Zutaten: Vv—Vi Pfund Bandnudeln, Salz, geriebener Käse, gewiegte Petersilie, Semmelbrösel. Die Nudeln werden in Salzwasser gekocht, abgegossen und nach Belieben mit Käse und Petersilie vermischt. In einer flachen Bratpfanne läßt man ein Stück Butter oder Butterschmalz heiß werden, streut die Pfanne dick mit Bröseln aus, gibt die Nudeln 3—4 Zentimeter dick hinein und bäckt sie auf einer Seite; dann stürzt man den Kuchen auf einen Teller, gibt, wenn nötig, noch etwas Schmalz in die Pfanne, außerdem nur nochmal Semmelbrösel, läßt den Nudelplatz hineingleiten und bäckt ihn auf der anderen Seite fertig. Er wird nicht im Rohr, sondern wie Pfannkuchen oben auf der Herdplatte gebacken. St. F. Die sozialen Abgaben der Hausangestellten Da bei vielen Hausfrauen nicht genügende Klarheit über die Zahlung der sozialen Abgaben der Hausangestellten besteht, seien hier die wichtigsten Anhaltspunkte gegeben. Beiträge zur Inv alidenversicherung: Für alle flausangestellten, die einen Monatslohn 'bis zu M. 50.— erhalten, ist pro Woche eine Marke zu 60 Pfg. zu kleben, für Hausangestellte mit höherem Lohn eine Marke zu 90 Pfg. Für alle Putz- und Monatsfrauen ist bei einem Wochenverdienst bis M. 6.— eine Marke zu 30 Pfg., bei einem Wochenverdienst von M. 6.— bis M. 12.— eine Marke zu 60 Pfg. zu kleben. Beiträge zur Allgemeinen Ortskranke nr kasse: Die Ortskrankenkasse sendet allen Arbeitgebern zu Beginn jeden Monats schriftlich Nachricht wieviel für ihre Hausangestellten au monatlichen Beiträgen zu zahlen ist. Daher ist jede An- und Abmeldung der Hausangestellten mit genauer Angabe des Monatslohnes der Ortskrankenkasse jeweils sofort zu melden, um Unstimmigkeiten zu vermeiden. Die Zahlung der Abgaben verteilt sich wie folgt: Krankenkassenbeiträge: ein Drittel der Arbeitgeber, zwei Drittel der Arbeitnehmer, Invalidenversicherungsmarken: Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte. Die Bü r g e r s t eu e r ist von den Hausangestellten in voller Höhe allein zu tragen. Neueröffnet! Nab- und Zuscbneidekurs Nathan Bachrach Hermesweg 1611 Telefon 4t 127 Anfertigung eigener Garderobe Rülael lemeite Eitllnaer Heim, Hoibeim Taunus bleibt den ganzen Winter geöffnet. Aufnahme von Erwachsenen und Kindern. Auf Wunsch Schulunterricht. Liegekuren injsonnigen, geheizten Veranden. Medizinische Bäder. Höhensonne. Vorzügliche streng .rituelle Verpflegung, angenehmer Wochenendaufenthalt Anfragen erbeten F. Heller an die Leiterin Hofheim (Taunus) Kapellenstraße 12 X