Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-11-01 · 3 (11.1933) · p. Seite 115

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
3 (11.1933)
Date
1933-11-01
Page
Seite 115 (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3094266-3094399-3094402--3837-3098618
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

Seite 115 Unterrichtslokal Theobaldstraße 6. Der Unterricht wird von erprobten Lehrern nach modernen Methoden erteilt. Anmeldungen werden täglich entgegengenommen. Fortbildungsunterricht für junge Leute täglich ab 8 Uhr abends. Hechaluz. Anschrift und Anmeldung: Dr. Karl Guggenheim, Eschenheimer Anlage 30, Tel. 55921. Mittwoch, 1. November Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Freizeit muß Zeit des Dienstes an der jüdischen Gemeinschaft sein", von Fredy Hirsch, Jugendheim, 20.45 Uhr. Samstag, 4. November Jüdischer Jugendring. Vortrag über „Die Geschichte der zionistischen1 Bewegung bis zum Tode Herzls", Jugendheim, 20% Uhr. Montag, 6. November Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Rezitationsabend von Otto Bernstein (Vortrag aus Werken von Beer-Hofmann, Stefan Zweig, Else Lasker-Schüler, Max Brod), Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstr. 27, 20 Uhr. Mittwoch, 8. November Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Grundsätzliches zur Bildungsfrage" von Dr. Hans Epstein, Jugendheim, 20.45 Uhr. Samstag, 11. November Jüdischer Jugendring. Vortrag über „Die Geschichte der zionistischen Bewegung vom Tode Herzls bis zum Ende des Krieges", Jugendheim, 20% Uhr. Montag, 13. November Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Vortrag über „Der Dichter der tragischen Position (Franz Kafka)" von Dr. H. J. Schoeps, Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstraße 27, 20 Uhr. Mittwoch, 15. November Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Aufgaben jüdischer Kulturarbeit" von Kurt Bergel, Jugendheim, 20.45 Uhr. Samstag, 18. November Sonntag, 19. November Eröffnungsfeier des Jüdischen Lehrhauses, Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstraße 27, 17 Uhr. Jüdischer Jugendring. Vortrag über „Die Geschichte der zionistischen Bewegung in der Nachkriegszeit", Jugendheim, 20% Uhr. Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Bühnenabend jüdischer Autoren nach Werken von Perez, Meier A. Goldschmidt, Mosenthal und Salomon Cohn. Bearbeitung: Alfred Auerbach, Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstraße 27, 20 Uhr. Mittwoch, 22. November Verein Montefiore E. V. Schallplattenabeud von Siegbert Eick: „Jüdische Künstler als Mittler deutscher Meister", Jugendh., 20.45 Uhr. Samstag, 25. November Jüdischer Jugendring. Vortrag über „Die Organisation der Jewish Ageney und der zionistischen Bewegung", Jugendheim, 20% Uhr. Gesellschaft für jüdische Volksbildung. Konzert Ruth Kisch-Arndt, Heida Hermanns (Klavier). Gesänge von Beethoven, Schubert, Mussorgsky, und Klavierwerke von Händel, Bach, Chopin, Liszt. Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstraße 27, 20 Uhr. Mittwoch, 29. November Verein Montefiore E. V. Vortrag über „Berufsumsdiichtung, das Gebot der Stunde", von Dr. Max Seelig und Dr. Gustav Löffler, Jugendheim, 20.45 Uhr. Donnerstag, 30. November Ortsgruppe des. Jüdischen Frauenbundes. Arbeitssitzung, Hans- Handwerk-Straße 5, 10% Uhr. . Israelitische Religionsschule. Anmeldungen für das Wintersemester nimmt der Leiter der Anstalt, Herr Rabbiner Dr. Horovitz, am Mittwoch, den 1. November 1933, in. der Anstalt Hermesweg* von —1514 Uhr, in der Anstalt Unterlindau von 16—17 Uhr, sowie in seiner Wohnung Staufenstraße 30 von 15—16 Uhr bis 4. November entgegen. Hebräische Sprachkurse der Frankfurter Zionistischen Vereinigung I. Allfängerkurse: 1. Montag und Mittwoch von 19%—20J4 Uhr, 2. Dienstag und Donnerstag von 19%—20% Uhr, 3. Dienstag und Samstag von 20%^-21% Uhr, 4. Montag und Donnerstag von 2\%t—22% Uhr, 5. Montag und Donnerstag von 17%—18% Uhr, 6. Dienstag von 20—21 Uhr, Donnerstag von 21—22 Uhr, 7. Montag von 20—21 Uhr. Mittwoch von 20*4. bis 21% Uhr, 8. Montag und Mittwoch von 21%—22% Uhr. II. Kurse für Fortgeschrittene: 1. Sonntag von 18—20 Uhr, 2. Dienstag von 19—20 Uhr, Donnerstag von 20—21 Uhr, 3. Montag von 21—22% Uhr, 4. Mittwoch von 21%*—22% Uhr. III. Chug Iwri: Jeden Sonntag 20% Uhr. Sämtlidie Kurse, sowie der Chug Iwri finden im Jüdischen Jugendheim, Eschersheimer Landstraße 65, statt. Schulgeld: Erwachsene 3.50 Rm. monatlidi, Jugendliche 2.50 Rm. monatlich, Erwerbslose 1.25 monatlidi. Anmeldung: Sekretariat der Hebräischen Sprachgesellschaft, Eschersheimer Landstraße 65, Dienstag und Donnerstag von 19—20 Uhr. Als Lehrer sind die Herren Dr. K. Guggenheim, Ch. Harfenis, M. Kaczalski, M. Krynfiss und A. Twerski tätig. Nenhebräisdi für Anfänger. An einem hebräischen Anfänger-Kurs,-, geleitet von Herrn M. Kaszalski, der nachmittags im Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Jugend, Königswarterstraße 26, stattfindet, können sich einige männlidie erwerbslose Jugendliche kostenlos beteiligen. Meldungen bei dem Heimleiter, Herrn Phil. Rochwerg, im obigen Heim, täglich von 3—7 Uhr. Musikalisch-deklamatorischer Abend Durdi den berechtigten Erfolg des Ehrenreichschen Chorabends und - des Scheysdien Konzerts ermutigt, hat die Gesellschaft für jüdische Volksbildung in Erweiterung ihres Zwecks es unternommen, den drängenden Publikumsansprüdien nach künstlerischen Darbietungen zu entsprechen. Sie übertrug dem Regisseur Hermann Geiger die Leitung eines musikalisch-deklamatorischen Abends, der als Werbeveranstaltung für die Konzerte und dramatischen Aufführungen, die bis Weihnachten folgen sollen, gedacht war. Herr Geiger leitete den Abend mit Worten ein, die einen ermunternden Aufruf und ein klares Bekenntnis zu Leistungen enthielten, weldie — wenn auch aus verschiedenen künstlerischen Gebieten, der Musik, der Dichtung, dem Tanz stammend — dodi von einem „einheitlichen Stilwillen zusammengeschlossen und geformt" sein müßten. — Als oberstes Gesetz solchen Stilwillens gilt uns die Qualität. Nidit daß hier einem Starwesen das Wort gesprochen werden mödite, aber man ist berechtigt, von Darbietungen, die sich mit der Zielsetzung des Berliner Kulturbundes deutscher Juden verwandt erklären, ein ansprechendes künstlerisches Niveau zu verlangen. Man mag die Forderung nach jüdischer Programmgestaltung in einer Bühnenvorsdiau über die kommende Spielzeit unberechtigt finden; wenn aber schon der heitere Teil der Vortragsfolge an das Simchas-Thora-Fest sich knüpfen wollte, so muß darauf hingewiesen werden, daß unter den tänzerischen Darbietungen, Chansons, Volksliederduetten, und „sächsischen Miniaturen" heitere jüdische Stoffe nicht hätten mangeln dürfen. Deutlich zeigte sich wieder, wie erschwerend für Programmbildungen die Vermengung künstlerischer und sozialer Ansprüche ist. So akut und unbestritten die Forderung nadi Künstlerfürsorge ist — hier wurde aufs neue bestätigt, daß sie auf solchem Weg nicht geleistet werden kann. Wenn die Vorführungen, die fast drei Stunden dauerten, doch die freundliche Aufnahme eines restlos gefüllten Saales fanden, so ist das neben der zähen Arbeit Hermann Geigers an der Abfeilung des Ganzen, vor allem Hans Assenheim und Alfred Auerbach zu danken, deren Vorträge guten Geschmack, Können und persönliche Note bestätigten. Karl Gerdo-Grünebaum gestaltete mit mächtigem Stimmaterial eine schlichte Novelle von Perez fast ins Pathetische, wodurch das Stille und Innige der Dichtung nicht zum Klingen kam. In seinen Schauspielerka rikaturen zeigte er den großen Umfang seiner mimisdien Möglichkeiten. Herbert Fromm bewährte sich auch diesmal als Begleiter am Flügel, die Damen Sofie Seligmann, Senta Würzburger und Harriet Rothen waren wichtige Stützen des Programms. Außer ihnen wirkten noch die Damen Küthe Ettlinger, Anneliese Bender, Nanny Conley, Helene Morgenstern-Lorsch und Herr Rudolf Ganz mit. Man darf hoffen, daß der Abend den Veranstaltern die Möglichkeit bot, die Grenzen ihrer künstlerischen Absichten in ernster Prüfung abzustecken. Dabei bleibt es eine unverkennbare Schwierigkeit, den Widerspruch zwischen den künstlerischen Ansprüchen des Publikums und den begrenzten personellen und materiellen Gegebenheiten zu lösen und den besten „Stil** einer solchen Synthese zu finden. G. Abend der Spielschar des Philanthropins Am 21. und 22. Oktober fanden in der Aula des Philanthropins die ersten Aufführungen der neu ins Leben gerufenen Spielschar des Philanthropins statt. Herr Oberstudiendirektor Dr. D r i e s c n begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und wies auf die hohen pädagogischen Aufgaben hin, die gerade in der heutigen für unsere Gemeinschaft so schweren Notzeit von einer jüdischen Schule zu leisten sind. So bedeutet audi die Gründung dieser Spielschar, die unter der bewährten Führung von Herrn Studienassessor Dr. Hans Epstein organisch aus dem Unterricht herausgewadisen ist, einen wesentlichen Fortschritt in der Erfüllung dieser Aufgaben. Der Redner des Abends, Herr Dr. Epstein, ging sodann auf die Frage der Berechtigung eines jüdischen Schultheaters in unserer Zeit ein. Er dankte vor allem dem Direktor dafür, daß er ihn mit der Führung dieser Sache betraut hatte, sowie den an der Ausgestaltung des Abends beteiligten Kollegen, Studienrat Frank Rothschild, Dr. Weil und Maurer. Die Spielschar schreibt sich ihre Stücke selbst, die sie spielt. Ausgehend von der Lebenswirklichkeit und der Lebensalterssprache einer soldien „Dichtung" und von dem Denken und Fühlen der Kinder und Jugendlichen bei diesem „Dichten" und Spielen, umreißt der Redner die drei hauptsächlichsten Bildungsziele dieser Spielschar: 1. Durch eine scharfe S p räch- und zugleich Denkschulung wird saubere Arbeit geleistet. Jedes überflüssige Wort wird gestrichen, jedes unpassende Wort durch ein passenderes ersetzt, jede Szene, nachdem sie geschrieben, zunächst auf ihre akustischen und optischen Wirkungen geprüft. 2. Eine Bildung und Formung an jüdischen Gehalten wird erreicht. Die Spielschar nimmt ihren Stoff aus der jüdischen Vergangenheit, gestaltet sie aus ihrem jugendlichen Erleben heraus und holt sie somit in ihre eigene Gegenwart hinein. Das Vergangene wird nicht nur nacherlebt, sondern als Wert neu erlebt. Die Idee der Gerechtigkeit im Judentum, die die Grundlage beider selbstverfaßter Stücke ist, wird von den Jungen und Mädels nicht nur intellektuell verstanden, sondern, und das ist psychologisch so wertvoll, tief innerlich neu erlebt. 3. Neben der Sprachschulung und der Formung an jüdisdien Werten wird eine Ausdrucksschuiung erreidit, die im gewöhnlichen Unterricht nicht möglich sein dürfte. Wer schrieb nun diese Stücke? Das erste, ,,D ie Freude aller Freuden" (nach einer Novelle von Perez), wurde dramatisiert von Quartanern, das zweite, „N aboths Weinberg" (ein Spiel in 5 Bildern), von Quintanern. 10—13jährige jüdische junge Menschen erleben die jüdische Vergangenheit neu und schaffen in einer zähen und unbeirrbaren Kollektivarbeit, ja man könnte sagen, mit einem heiligen Eifer, diese Stücke, proben sie, statten sie aus und spielen sie mit einem Geschick und einer für diese jugendliche Altersstufe ungewohnten Vollendung. So bedeutet dieser Abend der Spielschar einen vollen Erfolg. Eine neue Möglichkeit der Freizeitgestaltung der jüdischen Jugend in einer jüdischen Schule ist gegeben: Eine Formung und Bildung der jüdisdien Jugend an jüdischen Werten, die ihren Niederschlag findet in einer so gelungenen Aufführung. Wir danken der jungen Schar, die uns an beiden Abenden einige Stunden Freude, und zwar eine Freude im vergeistigten Sinn gebracht hat, und wir wünschen dem jungen Werk und somit der ganzen Schule ein weiteres „Glück auf". Dr. Hermann Weil. Zur Beachtung: für Bühnenkünstler. Die Ccsellschnft für jüdische Volksbildung bittet alle liier wohnhaften stellungslosen Bühnenkünstler, Orcheslermusiker, Bühnenbildner und Maler, die noch nicht mil dem Vorstand in Verbindung' stehen, sich umgehend bei Herrn Oberregisseur H. Cei<"er, Reuterweg 86 bewerben zu wollen. Vereinsorchester. Herr A. Einzig, Bruder der bekannten Schauspielerin Mathilde Einzig, hat im Lauf der letzten Monate ein kleines Orchester zusammengestellt, das an dem Werbeabend der Gesellschaft für jüdische Volksbildung zum ersten Male in die Öffentlichkeit trat. Das Orchester, das nur Unterhaltungsmusik pflegt, steht für Veranstaltungen in Vereinen und Privaten gegen geringe Vergütung in jeder Besetzung zur Verfügung. (Anschrift: Gr. Kornmarkt 7.) Orchester- und Chor-Gründung. Die Zionistische Vereinigung beabsichtigt ein jüdisches Orchester sowie einen Chor zu gründen, deren Zweck es sein soll, jüdische und besonders hebräische Orchester- und Gesangsliteratur zu pflegen und der Oeffentlidikeit zu vermitteln. Interessenten (Musiker und Sänger) werden gebeten, sich baldigst bei Herrn S. Rothschild, im Jugendheim, Eschersheimer Landstraße 65, oder schriftlich bei Herrn R. Levitus, Mörfelder Landstraße 194b, zu melden. Bitte um Bücher. Der Bund gesetzestreuer Chaluzim (Brith Chaluzim Dathiim, Berlin N. 54, Rosenthalerstraße 55) bittet um Ueberlassung geeigneter Bücher und Zeitschriften, insbesondere von Bibeln. Jahrgängen des „Jeschurun" und des „Juden", sowie sonstige Literatur über die gesetzestreue und zionistische Bewegung. Zionistische Jagendbibliothek. Die zionistischen Jugendbünde Frankfurts beabsichtigen, eine Jugendbibliothek zusammenzustellen, die jedem Jugendlichen zugänglich sein soll. Es wird um Spenden von Büchern jüdischen und zionistischen Inhalts gebeten. Anschrift: Mosche Goldmann, Fichardstraße 43 bei Loeb.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.