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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-11-01 · 3 (11.1933) · p. Seite 114

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
3 (11.1933)
Date
1933-11-01
Page
Seite 114 (sequence 24)
Language
German
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Seite 114 meinideverfassung berief ihn die Gemeindevertretung in den Gemeindevorstand, dem er vom 1. Januar 1921 bis 31. Dezember 1922 angehörte. Besonders zwei wichtige Einrichtungen verlieren in dem Verstorbenen, ihren langjährigen Förderer und Vorsitzenden: das Israelitische Mädchenheim am Taunusplatz, zu dessen Entwicklung und Aufbau er in entscheidendem Maße beigetragen hat, und der Verein Gegenseitigkeit, in welchem er, der dem Priesterstand angehörte, auf seine Art das Gebot „Chesed schel Eniess" zu betätigen nicht müde wurde. Der Verstorbene wird insbesondere in den Kreisen der Synagoge am Börneplatz, in der er die „Krone des Priestertums" mit großer Würde getragen hat, ein gutes und ehrenvolles Andenken hinterlassen. Leopold Bester Die Vereinigung israelitischer Lehrer und Lehrerinnen hat während der Ferien einen schweren Verlust erlitten: Wir beklagen aufs schmerzlichste den Heimgang unseres lieben Amts» genossen Leopold Bester. Im blühenden Alter von 38 Jahren, in der Fülle der Jugendkraft, mitten im Schaffensdrang, ist er von uns geschieden. In den wenigen Jahren, in denen er uns angehörte, hat er sich als eine starke geistige Persönlichkeit, als ein überaus wertvoller Mensch erwiesen, der an den Arbeiten der Vereinigung in den Monatsversammlungen, in den Beratungen des Vorstandes und in der hebräischen Arbeitsgemeinschaft lebhaften und tätigen Anteil nahm. Sein lauterer Charakter, sein verbindliches, liebes Wesen, sein kollegiales Gemeinschaftsbewußtsein erwarben ihm viele Freunde; sein reiches Fachwissen, sein kluges Wort und seine gewandte Rede verschafften ihm besondere Beachtung. Ein geistig rühriger Mensch, immer bestrebt, mit dem Fortschritt der Zeit gleichen Schritt zu halten, hat er unermüdlich an seiner Fortbildung gearbeitet und hatte das innere Bedürfnis, seinen FaehgenosseD das zur Beurteilung zu unterbreiten, was er an neuen Erkennt nissen gewonnen. Man brauchte ihn darum nie zu bitten, ein Referat zu übernehmen, sondern er kam von selbst und erbot sich zu sprechen, sobald ihn ein neues Problem oder ein Werk beschäftigte. Sein vorzeitiger Tod hat all den schönen Hoffnungen, die -wir auf seine Zukunft gesetzt, ein jähes Ends bereitet. Uns bleibt nur der Dank für alle der Vereinigung geleisteten Dienste und für das Interesse, das er unserer engeren Gemeinschaft entgegengebracht. Wir werden sein Andenken fort und fort in Treue ehrenvoll wahren.. H. Erich Toeplitz Ein kleiner Kreis gab am 3. Oktober Erich Toeplitz das letzte Geleite. Am 29. März 1896 in Hamburg als Sproß einer angesehenen Familie geboren, hat er nur ein Alter von 37 Jahren erreicht, und doch muß dieser frühe Tod als eine Erlösung bezeichnet werden. Das Ende kam, wie Rabbiner Salzberger in seinem herzlichen Abschiedswort sagte, kurz nachdem das Jomkippur-Gebet vom Tag, der sich wendet, und vom Tor, das sich öffnet, verhallt war, und als schon die Friedenshütte' des Sükkosfestes bereitstand. Toeplitz war ein Mann von sehr großen Gaben und war auf dem besten Weg, auf dem besonderen Fachgebiet der jüdischen Kunstforschung sich einen führenden Namen zu erwerben, als das Geschick ihn aus der Bahn warf. Die Ergebnisse seiner Forschungen sind in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten niedergelegt, die in den Veröffentlichungen der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler und in verschiedenen Zeitschriften erschienen sind; besonders erwähnt seien seine Abhandlungen über die Menorah des Chanukkafestes, die Malerei in den Synagogen, jüdische Friedhofskunst und den jüdischen Kupferstecher Griselini. Auch unserem Gemeindeblatt war Toeplitz ein geschätzter Mitarbeiter; eine Würdigung des Malers Jacob Nußbaum im Dezember vorigen Jahres war sein letzter Beitrag. Besondere Verdienste hat er isich .um die bereits erwähnte Gesellschaft erworben, hier hatte er an der Seite des .unvergeßlichen Julius Goldschmidt das reiche Erbe Fraubergers zu verwalten und den Aufbau des Museums jüdischer Altertümer zu leiten. Besondere Erwähnung verdienen die von ihm 1927 durchgeführte eindrucksvolle Jubiläumsausstellung im Kunstverein und verschiedene Sonderausstellungen jüdischer Kunstdenkmäler und Kulturdokumente. Mit Recht hob Prof. Freimann an der Bahre hervor, daß die Gesellschaft. ihrem heimgegangenen früheren Kustos zu dauerndem Dank verpflichtet sei, und daß seine Leistungen sich in der Wissenschaft einen ehrenvollen Platz gesichert haben(. Toeplitz war vom Leben nicht verwöhnt, von früher Jugend an stand er in schwerem Schicksalskampf, im Krieg wurde er verschüttet, und später brach eine geistige Erkrankung über ihn herein, die unaufhaltsam zum Ende führte. Für alle, die ihm nahestanden, war es traurig anzusehen, Avie sich, an diesem liebenswürdigen und kenntnisreichen Menschen ein dunkles Verhängnis vollzog. Nun hat er die ewige Ruhe gefunden, sein Andenken und seine Verdienste bleiben in Ehren bestehen. Vereins^ und Versammlungskalender (Mitteilungen für die nädiste Nummer müssen spätestens am 20. November bei der Sdiriftleitung vorliegen.) Talmud Thora-Verein. Vereinslokal: Synagoge am Börneplatz; Büro: Theobaldstrafle 6. Jeden Freitag nadi dem Abendgottesdienst im Hörsaal der Synagoge am Börneplatz Vorträge. Die Redner werden jeweils in den Tageszeitungen und im Vorraum der Synagoge bekanntgegeben. Fortbildungsunterricht für Knaben und Mädchen, täglich ab 5 Uhr, Irmtraut Lewisohn Grüneburgweg 13 Damenhüte Umarbeitungen von Mk. 2.50 an Uhren - Goldwaren Goldmann Zeil 8, Telefon 22277 Werkstätte sämtlicher Reparaturen Unterricht in Gesichtspflege System M«>e. Le Brun, Paris, erteilt Marie Parmentier Dipl. Kosmetikerin W e s t e n d s t r. 58 Tel. 75110 IMMER-PREISWERT * IMMER PREISWERT ♦ IMMER PREISWERT IMMER PREISWERT ♦ IMMER PREISWERT ♦ IMMER PREISWERT, +

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