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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-10-01 · 2 (10.1933) · p. Seite 73

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
2 (10.1933)
Date
1933-10-01
Page
Seite 73 (sequence 31)
Language
German
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Seite 73 reiche bitten um Einlaß und müssen abwarten, bis die Möglichkeit einer Aufnahme durch Freiwerden von Plätzen gegeben ist. Angesichts des außerordentlichen Rückganges in den Beiträgen und Spenden, wie das aus der Not der Zeit zu erklären ist, sieht sich aber die Verwaltung vor der Frage, ob sie überhaupt noch weitere Aufnahmen vornehmen kann. Damit wäre das Geschick zahlreicher, Greise und Greisinnen ini ungünstigsten Sinne entschieden. Das Pflegamt wendet sich an alle, die irgend dazu in der Lage sind, der Anstalt außerordentliche Spenden und Beiträge zukommen zu lassen; für jede, auch kleine Summe ist die Verwaltung dankbar. Einzahlungen auf das Postscheckkonto des Pflegamts der Versorgungs-Anstalt für Israeliten Nr. 48174 Frankfurt a. M., oder an die Herren J. A. Schwarzschild Söhne, Bankgeschäft, Guiolettstraße 6, dahier, zugunsten des Kontos der Versorgungs-Anstalt. Verein zur Aussteuerung hiesiger israelitischer Bürgerstöchter e. V. Der im Jahre 1790 gegründete Verein hat in den langen Jahren seines Bestehens vielen weniger bemittelten Mädchen die Möglichkeit gegeben, sich zu verheiraten. Obgleich die Zahl der Mitglieder stark zurückgegangen ist, konnte der Verein doch noch anfangs dieses Jahres eine Aussteuer von 4000.— Rm. unter seinen Mitgliedern verlosen und außerdem an fünf unbemittelte Mädchen eine Aussteuer von je 400.— Rm. vergeben. Um die Gewinnaussichten für seine Mitglieder noch zu steigern, hat die Verwaltung beschlossen, anfangs des nächsten Jahres zwei Aussteuern von je 3000.— Rm. unter diesen zu verlosen. Da bei den jetzigen Zeitverhältnissen kaum zu erwarten ist, daß sich die Zahl der Mitglieder — in 1932 waren es 163 — wesentlich erhöhen wird, so bietet sich diesen eine außerordentliche Chance. Die Verlosung von zwei Aussteuern im Gesamtbetrage von 6000.— Rm. ist nur dadurch ermöglicht, daß der Verein dazu aus den Erträgnissen seines Vermögens bedeutend mehr, als die Mitgliederbeiträge ausmachen, beisteuert. Es kann daher jedem, der im Gewinnfalle die Aussteuer seiner eigenen Tochter oder einem anderen hiesigen, den Satzungen entsprechenden Mädchen, zuwenden möchte, sehr empfohlen werden, sich als Mitglied anzumelden. Am einfachsten geschieht dies durch Einzahlung des Jahresbeitrags von 9.— Rm. auf das Postscheckkonto des Vereins Nr. 50338. Die Satzungen des Vereins werden auf Ersuchen (Anschrift: Gervinusstraße 10) zugesandt. Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Jugend, Königswarterstr. 26 pt., täglich geöffnet von 2—M>8 Uhr. (Leitung: Phil. Rochwerg, Rückertstralie 59, Tel. 45434). Wochenprogramra: Sonntag, 3—6 Uhr: Schreiner-Lehrkurs: Theorie, Ltg. J. Sommer; Schreibmaschinen-Wettbewerb. — Montag: Schreiner-Anlcrnwerkstätte, Ltg. J. Sommer. — Dienstag: Schreiner-Anlernwerkstätte; 4—5 Uhr hebräischer Sprachkurs, Ltg. M. Kasczalski. — Mittwoch: Schreiner-Anlernwerkstätte. — Donnerstag: Schreiner-Anlernwerkstätte; %6—V<7 Uhr hebr. Sprachkurs. — Freitag, %3—5 Uhr: Tischtennisturnier. — Samstag: geschlossen. — Schreibmaschine zum Ueben steht dauernd zur Verfügung. Aussprachen. Zeitungen. Zeitschriften, Bücher. Brettspiele. Jeden Nachmittag kostenlose Verpflegung. — An einem Stenographic-Kurs für Fortgeschrittene, der unter Leitung der staatl. gepr. Stenographie-Lehrerin Frau Postawelski steht, können noch einige männliche Jugendliche kostenlos teilnehmen. Sofortige Meldungen an den Heimleiter, nachmittags von 3—7 Uhr im Heim, Königswarterstr. 26, erbeten. Ferienspiele 1933 Daß es auch heute möglich ist, soziale Einrichtungen sogar in vergrößertem Umfange zu erhalten, zeigen die diesjährigen Ferienspiele des Jüdischen Kinderhortes, Bleichstraße. Wo sich eine gute Tradition mit Energie zusammenfindet, können auch heute „kleine Wunder" geschehen. So konnte 220 Großstadtkindern die Möglichkeit gegeben werden, der häufig geradezu unglaublichen Enge und Dürftigkeit ihrer häuslichen Umgebung für vier lange Wochen zu entrinnen, Körper und Seele in Sonne, Wiese und Wasser wahrhaft zu baden. Was das für die Kinder bedeutet, die im Alter von 6—14 Jahren, also in der Zeit ihres stärksten Aufbaues stehen, kann gar nicht ermessen werden. Kommt doch heute zu materieller Not für das jüdische Kind allzu häufig die seelische Not hinzu. Daher war die Aufgabe der diesjährigen Ferienspiele, den Kindern nicht nur körperliche Erholung zu ermöglichen, sondern ihnen durch starken Halt an ihrer jüdischen Gruppengemeinschaft Selbstbewußtsein, Frohsinn Zu den Herbst-Feiertagen! Ein geschmackvoller Pullover ab 4,90 Ein Herrenhemd m. 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