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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-10-01 · 2 (10.1933) · p. Seite 66

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
12 (1933-1934)
Issue
2 (10.1933)
Date
1933-10-01
Page
Seite 66 (sequence 24)
Language
German
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Seite 66 Literarische Rundschau Ernst Marcus, Palästina — ein werdender Staat. (Frankfurter Abhandlungen zum modernen Völkerrecht, Heft 16.) Verlag Robert Noske, Leipzig 1929, XIX, 328 S., RM 12.— Alfred Bonne, Palästina, Land und Wirtschaft. Verlag Deutsche Wissenschaftliche Buchhandlung, Leipzig 1933, 2. Aufl., 312 S., RM 4.— Emil Lind, Arabismus, Zionismus. Verlag Jul. Kranzbünler, Speyer 1931, 256 S. Das völkerrechtliehe Mandat ist in seiner heutigen Form durch die Völkerbundssatzung geschaffen worden und bereits Gegenstand zahlreicher -wissenschaftlicher Untersuchungen. Das Palästina-Mandat im besonderen bildet den Anlaß einer immer noch nicht abebbenden Literatur. Innerhalb der deutschsprachigen Untersuchungen kommt der Arbeit von Marcus eine hervorragende Bedeutung zu, vor allem wegen der Vollständigkeit der behandelten Teilfragen. Wo die Meinungen streitig sind, wie z. B. in der Souveränitätsfrage, kann man dem Verfasser sorgfältige Begründung seines Standpunkts nachrühmen, wie überhaupt die Gründlichkeit der von dem Völkerrechtslehrer Karl Strupp geförderten Arbeit alles Lob verdient. Mit besonderem Nachdruck sind die mit der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk zusammenhängenden Fragen herausgearbeitet. Wer an der staatsrechtlichen Struktur Palästinas, ihrer Vorgeschichte und ihren Auswirkungen in der staatlichen und kommunalen Verwaltung des Landes interessiert ist, wird in der Arbeit von Marcus eine klare und instruktive Anleitung finden. — Auch das bereits in der zweiten Auflage vorliegende Buch von Bonne ist ein schönes Zeugnis sachlicher Wissenschaft, zugleich aber ein heute besonders wertvolles Handbuch aller mit der Wirtschaft Palästinas zusammenhängenden Fragen. Bevölkerungsbewegung, Finanzverwaltung, Landwirtschaft und Industrie, Gewerbe und Handel, Verkehrswesen und Berufsverbände sind die hauptsächlichen Gegenstände; sie alle sind auf Grund zuverlässiger, meist amtlicher Materialien nach dem Stand von Ende 1932 dargestellt. Eine Fülle wichtiger Informationen. — Die unübersehbare Reiseliteratur über das Heilige . Land ist durch das (Albert Schweitzer gewidmete) mit zahlreichen hübschen Aufnahmen versehene Buch des deutschen Pfarrers Emil Lind wesentlich bereichert worden. Der Verfasser wandert mit offenen Augen von Syrien nach Süden und beschreibt mit warmer Anteilnahme und anerkennenswerter Objektivität das alte und neue Palästina, wobei er sich nicht nur über das christliche und arabische Leben, sondern auch über die jüdisch zionistische Arbeit ausgezeichnet informiert zeigt und aus seiner Bewunderung für das hier von Juden Geleistete kein Hehl macht: „Die jüdischen Kulturpioniere tragen alles, Hunger und Wetter, Fieber , und Feindschaft, weil sie erfüllt sind von einem Idealismus ohnegleichen." Ein sehr lesenswertes Buch. Manfred Georg, Theodor Herzl, Ralph A. Höger- Verlag, Berlin-Wien 1932, 280 S., geb. RM 7.—. Eine umfassende Lebensbeschreibung Theodor Herzls war bisher nicht vorhanden; man war auf die Vorarbeiten von Adolf Friedemann, Leon Kellner und die autobiographische Skizze von Herzl selbst angewiesen. Auch die Arbeit Manfred Georgs kann nicht den Anspruch erheben, das Leben Herzls mit seiner eigentümlichen Mischung von Mittelmäßigkeit und revolutionärer Größe so erschöpfend darzustellen, wie dies etwa Hans Kohn für Buber geleistet hat. Legt man aber nicht diesen strengsten Maßstab an, so darf man das Buch (von einigen, besonders in den Anfangskäpiteln spürbaren Stilentgleisungen abgesehen) als einen das zugängliche Material geschickt verwertenden und mit unleugbarer Erzählerkunst verfaßten Lebensbericht bezeichnen, der sicherlich vielen auf eine spannende Weise das Verständnis für die Entstehung der zionistischen Bewegung erleichtern wird. Monatsschrift für Geschichte und Wissensciiaftdes Judentums. Das Augustheft bringt eine Reihe gediegener Aufsätze, u. a. von Max Grunwald über neuere Arbeiten auf sagenkundlichem Gebiete, von B. Weinryb über die Geschichte des jüdischen Buchdrucks in Polen. Der Morgen. Philo-Verlag, Berlin. Das August-Heft enthält Beiträge zu den Fragen der Zeit, darunter: H. Bach, Die neue Ordnung; H. Stern, Die inneren Voraussetzungen für Hilfe und Aufbau im deutschen Judentum; H. Kellermann, Ende der Emanzipation?; M. Dienemann, Berufsständischer Staatsbau; J. Bab, Das Kulturproblem der Juden im heutigen Deutschland; J. Galliner und J. Horovitz, die jüdische Schule; M. Schindler, Fragen neuen Lebensraums. im^r-y-gm* ... -----~ ~ STRÜMPFE —---~ BLEIDENSTRASSE 3—5 B L E1 D E N ST R A S S E 3—5 PH. WITTGES K. HANAUER NACH F. HERRENSCHNEIDER Direkter Import von Qualitätstuchen TELEFON 29289 GOETHE PLATZ 3 Neue Herbstware in bewährt gutem Geschmack. Im altbekannten Spezialgeschäft für Herren- und Damenwäsche. E 1 b e o - Strumpfwaren A. HENLEIN Gemeindemitglied ZEIL 63

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