Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 12 (1933-1934)
- Issue
- 2 (10.1933)
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 64 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3094266-3094399-3094401--3781-3098561- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 64 Graf Moritz war ebenso wie sein Bruder Johann Joseph ein bekannter Kunstfreund in Wien. Einer jüdischen Patrizierfamilie in der Schweiz entstammend, war der Vater unter Joseph II. in den Reichsgrafenstand erhoben worden. Moritz von Fries war es. den Franz Lerse, Goethes Bekannter, in den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts aüf seinen Universitätsreisen begleitete und als eine Art Hofmeister lenkte. Er heiratete später in Wien eine Prinzessin von Hohenlohe-Schillingsfürst, und ihr Haus fiel durch das wahre Kunstverständnis auf. Joh. Friedrich Reichardt, der bekannte Musikchronist seiner Zeit, rühmte in seinen Wiener Briefen die Schlichtheit und das Fehlen jeder Protzerei. Goethe traf den Grafen später in Italien, wo sich beide in ihren Interessen für die bildenden Künste fanden. Fries ließ sich dann in Paris von der Vigee Lebrun und von Gerard malen. Vorwiegend galt die Kunstliebe des Grafen der Musik. In seinem von dem Architekten Hohenberg erbauten Palais fanden Theater- und Konzert-Aufführungen statt. Beethoven war bald in diesem Hause heimisch, besonders angezogen von dem ruhigen und friedliehen Ton des dortigen Familienlebens. Hier wurde zum ersten Male sein B-dur-Trio op. 11 gespielt, worüber Ferd. Ries berichtet. Hier hatte Beethoven auch eines seiner berühmten Rencontres mit dem Virtuosen Steibelt, dessen Violoncellstimmen aus einem eben aufgeführten Quintett er in einer Fantasie derart verulkte, daß Steibelt gekränkt die Gesellschaft verließ. Beethoven erhielt vom Grafen Fries eine regelmäßige Unterstützung, ähnlich wie von dem Grafen Esterhazy und dem Fürsten Lobkowitz. In dem Bankrott des letzteren wurde auch das Bankgeschäft Fries & Co. hereingezogen, so daß es um das Jahr 1822 zusammenbrach. Wie stark sich Beethoven dem Grafen verpflichtet fühlte, sieht man aus den Widmungen von vier wichtigen Werken an den Mäzen. Die Violinsonaten op. 23 und 24 (die sogenannte Frühlingssonate), das Streichquintett op. 29, vor allem aber die siebente Symphonie sind dem Grafen gewidmet. Beethoven nahm ihn hierdurch — um ein schönes Wort Paul Bekkers zu benutzen — mit in die Unsterblichkeit. Die jüdischen Hausangestellten Die letzten Monate haben in Auswirkung der jüdischen Arbeitsmarktlage auch eine stärkere Inanspruchnahme des Arbeitsnachweises der Weiblichen Fürsorge gebracht, erfreulicherweise nicht nur durch Arbeitnehmer, sondern auch durch Arbeitgeber. Während in allen anderen Berufszweigen -die Zunahme der Arbeitsuchenden wesentlich das vermehrte Angebot an iStellen übersteigt, ist bei den Hausangestellten (Stützen, Hausmädchen und Köchinnen) die Nachfrage nach geeigneten Kräften größer als. das Angebot. 1932 1933 April Mai Juni April Mai Juni Stellenangebote insges. 38 29 36 66 86 106 Stellengesuche insges. 28 46 45 38 50 37 Rituelle St.-Angebote 36 28 35 40 55 72 Rituelle St.-Gesuche 25 44 42 28 40 27 Andere St.-Angebote 2 1 1 26 31 34 Andere St.-Gesuche 3 2 3 10 10 10 Bei starker Erhöhung der Nachfrage ist also das Angebot an II auspersonal gleichgeblieben. Das liegt daran, daß der Beruf der Hausangestellten 'bisher vom Abbau verhältnismäßig am wenigsten betroffen wurde, und daß es seit Jahren an richtigem Nachwuchs fehlt, weil die wenigen Mädchen, die sich dem hauswirtschaftlichen Beruf zuwenden wollten, keine Lehrstellen fanden. Nur ein ganz geringer Teil, der in den letzten fünf Jahren schulentlassenen Mädchen konnten im Haushalt untergebracht werden. Selbst in Haushaltungssehulen vorgebildete Mädchen konnten oft keine Praktikantinnen-' Eine Klasse für sich sind unsere billigen süddeutschen Qualitätsmöbel Herrenzimmer, Speisezimmer, Schlafzimmer, Küchen in allen Preislagen TßmfitJfam {WKfMSJ-.Vii - HB rMFjjufiMriisiB jpa ■IIHHHHIBIH Einhorn-ApomeKe Inn. Julius Rubensohn Frankfurt-M., Horst Wesselpl.1. m Spezialabteilung für Diabetiker g Gebäcke aller Art. Laboratorium £ für Harnuntersuchungen. £ ■MIMIIWMHBIWW Gemeindemitglieder! Berücksichtigt unsere Inserenten! Jos. Strauss'sche Buchhandlg. Inh. Leopold Lichtenstern Biebergasse 13, Telef. 26313 Die geschmackvollste Leibwäsche, Taschentücher, Spitzen u. Kragen E. GRÖNING Tel. 26935 KATHARINEN-PFORTE 6 Spezial jjg DamßH-Frisier-sölon weinoftriner Baumweg 64 .Erstklass. Bedienung Billige Preise Uhren - Goldwaren Goldmann Zeil 8, Telefon 22277 Werkstätte sämtlicher Reparaturen