Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 12 (8.1933)
- Date
- 1933-08-01
- Page
- Seite 327 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 327 erschüttert waren, bedurfte es nur noch eines erlegenden Anstoßes; ein Herzschlag hat dann das Ende gebracht. Die Familie, die Gemeinde und der große Kreis, dem seine Arbeit galt, verlieren viel an dem gütigen, opferbereiten und unermüdlichen Mann. Von der Trauer zeugte die starke Beteiligung aus den verschiedensten Kreisen bei seiner Beerdigung am 26. Juli. Herr Rabbiner Dr. Horovitz zeichnete in tiefempfundener Rede ein Bild des Heimgegangenen und Herr Dr. Baerwald würdigte in schlichter Weise seine Persönlichkeit und seine Verdienste namens des Gemeindevorstandes, der bereits in seiner Sitzung vom 24. Juli des verstorbenen Kollegen gedacht hatte.__ Am 24. Mai ist ein stiller Wohltäter, der namentlich in früheren Jahrzehnten vielen geholfen und mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat, Herr Adolf Ulimann, dahingegangen. Seine Freunde werden sein Gedächtnis in hohen Ehren halten. Anstalten und Vereine Reichsvertretung Die Reichsvertretung der jüdischen Landesverbände Deutschlands trat am 25. Juni in Berlin zu einer Sitzung zusammen. Der Vorsitzende, Kammergerichtsrat Wolff, gedachte des schweren Verlustes, den <las gesamte Judentum durch den Tod des Dr. Chaim Arlosoroff in Tel-Awiw und des Justizrats Dr. Elias Straus in München erlitten hat. — Die Reichsvertretung beschäftigte sich vor allem mit Schulu n d Erziehungsfragen. Es wurde die Begründung eines Erziehungsausschusses beschlossen, der als zentrale Stelle alle Erziehungsfragen des deutschen Judentums behandeln und den Landesverbänden und Gemeinden anregend und beratend zur Seite stehen soll. Zum Vorsitzenden wurde Herr Prof. Dr. Elbogen-Berlin bestellt. Alsdann erstattete das Generalsekretariat des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau ausführlich Bericht über die Arbeit des Ausschusses. Im Anschluß daran fand eine eingehende Aussprache über alle Fragen der wirtschaftlichen und sozialen Hilfsarbeit statt. Der eine der beiden Präsidenten der Reichsvertretung, Herr Rabbiner Dr. B a e c k, hat den Wunsch ausgesprochen, von der weiteren Führung des Mitvorsitzes in der Reichsvertretung und der Mitgliedschaft im Präsidium mit Rücksicht auf seine starke Ueberlastung mit anderweitiger im Interesse des deutschen Judentums zu leistenden Arbeit entbunden zu werden. Die Reichsvertretung hat von diesem Wunsch mit größtem Bedauern Kenntnis genommen und ihm Rechnunggetragen. Sie hat Herrn Dr. Baeck zum Ehrenvorsitzenden gewählt, in welcher Eigenschaft er an den Arbeiten des Präsidiums auch weiter teilnehmen wird. Abschied des Abwehrvereins Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus hat seine Auflösung beschlossen. Zuvor richtet er folgends ..Abschiedswort'* an seine Mitglieder: Nichts hat der Verein seit seiner vor 42 Jahren erfolgten Gründung sehnlicher erwünscht als die Möglichkeit seiner Auflösung wegen Erfüllung seiner Mission. Jetzt muß er sich, auflösen, weil die Weiterarbeit unmöglich geworden ist. Nach einem Sieg von ungewöhnlichem Ausmaß erhebt die Nationalsozialistische Partui als eigentliche Trägerin der nationalen Revolution den unbedingten TotalitütsaLspruch, der keine Partei oder Organisation des politischen oder kulturellen Lebens duldet, die nicht auf nationalsozialistischem Boden entstanden oder in das Cefüge des nationalsozialistischen Apparates einzugliedern ist. Diesem Totalitiitsanspruch haben sich selbst die Verbündeten der NSDAP, gebeugt, ihm gegenüber muß audi der Abwehrverein die einzig mögliche Konsequenz, nämlich die der Auflösung, ziehen. Dieser Entschluß kann uns freilich nicht leicht fallen. Er geschieht in nüchterner Abschätzung der tatsächlichen Lage, wie sie sich z. B. auch aus dem Schicksal mehrerer Ortsgruppen unseres Vereins ergibt. Jedenfalls aber geschieht die Auflösung nicht ans irgend einem Schuldbewußtsein heraus. Unsere Arbeit, begonnen unter der Regierung Kaiser Wilhelms If. und unter Bismarcks Kanzlerschaft, ist immer staatsbejahend gewesen und hatte in dem Bestreben, vermeidbare Härten und Spannungen auszugleichen, zugleich staatserhaltende Tendenz. Unsere überrrirrrrrr /x//. / säisonscbluss verkäüf sonders billige Preis für MODELL-ANZÜGE im A VV/WwCM^ EtWa 100 MUSto lallienden Saison _ rcin" MrcnMrHIlIW-VFRKMIF <™^2ä2E35IIäa »•»««k™«™^c^-ii«««.»» VjilllJUilVJUUliUJll ILUnilUl KaiSerStr. 7 Anfertigung Ihres Anzug«fürRM 55.- bereit. Erst recht leistungsfähig in Hemden und Kravatten. 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