Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 12 (8.1933)
- Date
- 1933-08-01
- Page
- Seite 326 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 326 Stellung verbietet solche Rechthaberei. Mehr als je müssen heute Gegensätze zurücktreten. Dies kann dann um so leichter geschehen, wenn gegenseitige Achtung den Weg ebnet. Gerade in einem solchen Rückblick tritt das Menschliche als das wahrhaft Wesentliche an die erste Stelle. Ihre lächelnde Skepsis kann Ihre tiefe Gläubigkeit nicht verheimlichen, so wenig wie Ihre zum Spott geneigte Polemik den Ernst verdeckt, mit dem Sie an Ihre Aufgaben herantreten, oder die Wärme, mit der Sie anderen Menschen begegnen. Es ist kein Geheimnis und darf daher auch an dieser Stelle ausgesprochen werden, daß .Sie zu den wegen ihrer menschlichen Eigenschaften beliebtesten und wegen ihrer auf das Sachliche gerichtete, aller Selbstgerechtigkeit abholden Arbeit verehrtesten Führern unserer Gemeinde mit Recht gehören. Wir müssen darauf vertrauen, daß Menschen Ihrer Art als Beispiel und in unserer Zeit auch als Gegenbeispiel wirken, und wir wollen hoffen, daß unsere ganze Gemeinde sich noch lange Ihrer hingebenden Arbeit erfreuen darf. Frankfurt a. M., den 25. Juli 1933. Schriftleitung des Gemeindeblatts 85. Geburtstag 19. August: Frau Jakobine G i a n i n i. geb. Hirschfeld. Waldschmidtstr. 9. 80. Geburtstag 12. August: Frau Klara B i k a r t geb. Kurz, Bergerstr. 40. 1. Juli: Herr Bernhard Firnberg, Böhmerstraße 6. 75. Geburtstag 13. Juli: Herr Siegmund Loewenherz, Leerbachstr. 50. 70. Geburtstag 10. Juli: Herr Julius Schopflo-cher, Mendelssohnstr. 43. 15. August: Herr Max S c h i m j a w i c z , Falltorstr. 10. 31. Juli: Frau MarthaSch 1 esinger geb. Breslauer, Wolf sgangstr. 104 Am 1. Juli beging der langjährige Synagogenwart der Westendsynagoge, Herr Moritz Löllbach, seinen 70. Geburtstag unter allgemeiner Anteilnahme. Der Jubilar erfreut sich in weiten Kreisen der Gemeinde wegen seiner Pflichttreue und seines zuvorkommenden Wesens großer Beliebtheit. Silberne Hochzeit IG. August: Herr Julius Erlanger und Frau Alice, geb. Dilsheimer, Kettenhofweg 59. 60. Geburtstag Am 4. August begeht Herr Saly Geis in Tel Awiw seinen 60. Geburtstag. Vielen Mitgliedern unserer Gemeinde ist er durch die Gründung und Redaktion des Frankfurter Israelitischen Familienblatts bekannt. Seine glühende Liebe zu Palästina führte den rührigen Misrachisten im Jahre 1925 dorthin, wo er neben der. Leitung eines Gemeindeblattes in verschiedenen Zeitschriften über das jüdische Leben im heiligen Lande schreibt und sich durch seinen eifrigen Kampf für den Sabbat viele Freunde erworben hat. Otto Bonwit geboren 18. November 1871 gestorben 24. Juli 1933 Ein schwerer Verlust für die Verwaltung unserer Gemeinde ist zu verzeichnen, zugleich ein Stück der Tragik des. deutschen Judentums von fast symbolischer Beispielhaftigkeit. Otto Bonwit, ein redlicher, gerader und arbeitsamer Mann, hart als Inhaber der Firma „Porzellanbär" seit 1909 im Geschäftsleben der Stadt Frankfurt a. M. eine erfolgreiche und angesehene Rolle gespielt. Im Gefühl der bürgerlichen Sicherheit veranlaßten ihn Pflichttreue und Gemeinsinn, sich öffentlichen Aufgaben zuzuwenden, wofür er Ansatzpunkte in seiner Treue zum Judentum wie in seinem Beruf fand. Nachdem er sich jahrelang im Vorstand der Westendsynagoge, an der er mit großer Liebe hing, bewährt hatte, wurde er 1922 in den Gemeindevorstand berufen. Hier übernahm er bereitwillig schwierige Arbeitsgebiete und führte wichtige Aufgaben mit kaufmännischer Sachlichkeit erfolgreich zum Ziel. Er war Referent für alle baulichen Angelegenheiten der Gemeinde und hat sich in dieser Eigenschaft vor allem beim Umbau des Gemeindehauses dauernde Verdienste erworben. Er war Mitglied der Finanzkommission, langjähriger Oekonom des Schulrat? des Philanthropins und längere Zeit Mitglied der Personalkommission. Daneben hat er als Vertreter des Frankfurter Einzelhandels, der ihn zu seinem zweiten Vorsitzenden gewählt hatte, eine große Zahl bürgerlicher Ehrenämter mit der gleichen Hingabe verwaltet: er war lange Jahre Handelsgerichtsrat bei den hiesigen Gerichten, Beisitzer beim Gewerbegericht, Arbeitgebervertreter beim Arbeitsamt und der Ortskrankenkasse, Sachverständiger der Handelskammer und. Mitglied des Prüfungsausschusses für Stenographie. Dies alles hatte nun plötzlich ein Ende. Ueberdies erfuhr Otto Bonwit sehr unmittelbar die Entrechtung und den Versuch zur Entwürdigung des deutschen Juden. Das hat ihn an Körper und Seele gebrochen, so daß er sich nicht mehr erholen konnte. Nachdem die Grundfesten seines Lebens so Mein Salsonscftlflss-YerM vom 31. 7. bis 12. 8. 33 bietet Ihnen aussergewöhnliche Vorteile bei dem Einkauf in Strümpfen, Unterkleidung, Wollwaren, Wäsche u. Kinderkleidung ^Bküfk Reinecksfr. 3 Hanauerlandstr. 87 Corsethaus 5^ GAZELLE größte Auswahl in Formen und Preislagen 7FII 104 Größte s Spezialhaus Norddeutschlands Z^L-IL» LA*-i Hamburg -Lübeck Hannover Telefon 27172 I Foto-Atelier „Wera" HEINRICH KALBFLEISCH 1/ S c h i I I e rstras sei/ Der gelbe Laden Jüdischer Inhaber Moderne Porträt-Fotografie I Aufnahmen von Industrie, Häuser u. Geschäften. Ihre Amateur- Arbelten werden sorgfältig und billigst ausgeführt. Verkauf von Filmen, Platten- und Fotobedarf.