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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-08-01 · 12 (8.1933) · p. Seite 328

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
12 (8.1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 328 (sequence 22)
Language
German
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Seite 328 konfessionelle und überparteiliche Einstellung hatte uns auch nie zu einer einseitigen Interessenvertretung des Judentums oder zu einer Filiale der marxistischen Ideenwelt werden lassen; unter der jetzt beendeten demokratisch-republikanischen Aera hatten wir uns weder einer Vorzugsstellung noch einer staatlichen Förderung zu erfreuen. In solchem guten Gewissen, jederzeit in voller Unabhängigkeit staatserhaltend und staatsbejaheud im Dienste der Wahrheit und Gerechtigkeit gewirkt zu haben, rechneten wir auch nach Vollendung der nationalen Erhebung mit der Möglichkeit weiterer Wirksamkeit, da wir uns nicht zu den politischen Gruppen zu zählen brauchten, denen die neue Regierung in erster Linie den Kampf angesagt hatte. Nun aber glauben wir das Opfer der Selbstauflösung bringen zu müssen, um für uns als Organisation wie für unsere Mitglieder auch den Ansdiein zu vermeiden, als wollten wir den Anstrengungen der Regierung auf einheitlidie Zusammenfassung und planmäßige Befreiung und Hebung unseres Vaterlandes behindernd im Wege stehen. Wird nun auch unser Verein als Organisation zu bestehen aufhören, so glauben wir doch daran, daß die Ideale, die unserer Arbeit letztliche Triebkraft waren, ewig Bestand haben werden: Die Wahrheit, Gerechtigkeit und die religiös oder sozial verwurzelte Menschlichkeit. Auch die neue Führung Deutschlands bekennt sich zu diesen Maximen und wird sie auf die Dauer auch in der Behandlung der Judenfrage zur Geltung bringen. Wir verzeichnen mit einiger Hoffnung, dafl in der maßgeblichen völkischen Presse die Angriffe gegen das Judentum selten geworden sind, und wir erlebten in den Tagen des Boykotts der jüdischen Geschäfte und der Ausschließung jüdischer Beamter, "Anwälte, Aerzte, Künstler . usw. zahlreiche Beispiele menschlicher Anteilnahme und Hilfsbereitschaft von Nichtjuden, auch solchen, die die braune Uniform tragen. Solche Zeichen sind uns ein Beweis, daß unsere Arbeit doch nicht umsonst gewesen ist. Wo die Abwehr des Antisemitismus lauteren Motiven und ehrlicher Uebeizeugnug entspringt, da wird der einzelne sie auch in Zukunft üben können, ohne dabei mit dem Wollen der Regierung in Konflikt zu kommen. Ehrliche und aufrechte Bürger braucht auch das neue Deutschland! Wir hatten den Wunsch, in einer letzten Nummer unserer Zeitschrift ausführlich zu sagen, was uns in diesen Tagen rückblickend und vorsdiauend bewegt; er ist aus zwingenden Gründen nicht durchführbar. So bitten wir unsere Mitglieder um zahlreichen Besuch unserer Mitgliederversammlung am 7. Juli und wollen uns von jenen Freunden, die dorthin nidit kommen können, heute verabschieden, indem wir ihnen warmen Herzens danken für ihre treue Anhänglichkeit und opfervolle Mitarbeit. Verein zur Abwehr des Antisemitismus e. V. i. A.: Dr. Horlacher. Jüdische Kriegsopferversorgung Der Reidisbund jüdischer Frontsoldaten hat die aus den bisherigen Kriegsbeschädigten - Verbänden ausgegliederten jüdischen Kriegsopfer (Kriegsbeschädigte, Kriegerwitwen und Kriegerwaisen) auf Wunsch des Nationalsozialistischen Reichsverbandes Deutscher Kriegsopfer und die Wahrnehmung ihrer Rechte, vor allem ihrer Rechtsstellung in der künftigen Versorgungsgesetzgebung, übernommen. Um diese Aufgabe innerhalb einer straffen Organisation durchführen zu können, bittet der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten die jüdisdien Kriegsopfer usw., sich umgehend bei der ihrem Wohnsitz zunächst liegenden Ortsgruppe des Reidisbundes jüdischer Frontsoldaten E. V. zu melden, und sich dort den Fragebogen zur Ausfüllung aushändigen zu lassen. jüdische Beratungsstelle i'ür Wirtschaftshilfe Frankfurt a. M., Fahrgasse 146, III., Tel. 26976, Postscheckkonto: „Jüdische Nothilfe 1933" Frankfurt am Main 29990. Sprechstunden: für Juristen: Dienstag und Mittwoch von 15 bis 17 Uhr; für Lehrer: Montag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr; für Künstler: Montag bis Freitag von 12 bis 13 Uhr; für Aerzte: Montag und Donnerstag von IVA bis 13 Uhr; für Kaufleute und alle anderen Berufe: Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr. Jeschiwa Das Wintersemester an der unter Leitung des Herrn Gemeinderabbiner Dr. Jakob Hoffmann stehenden Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa" beginnt am 22. Oktober. Anmeldungen für Vorbereitungsklasse, Unter- und Oberstufe werden sdion jetzt entgegengenommen. Der Unterricht erstreckt sich auf Pentateudi mit Kommentaren, biblisches Schrifttum, hebr. Grammatik, Neuhebräisch, Misdina und Talmud mit Kommentaren und Dezisoren. Für den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse werden schulentlassene Knaben aufgenommen, die schon Vorkenntnisse in Mischna und Talmud besitzen. Anmeldungen mit Lebenslauf, Zeugnissen über "jüdisdie Vorbildung und religiöse Lebensführung,--Angaben des Betrags der für den Lebensunterhalt zur Verfügung steht, sind bis spätestens 26. September an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt, Frankfurt a. M., Theobaldstraße 6, zu richten, welches nähere Auskunft erteilt. Hebräische Sprachkurse 1. Anfänger-Schnellkurs : Montag und Mittwoch von 19U> bis 20^ Uhr. 2. Anfängerkurs: Dienstag und Donnerstag von 20—21 Uhr. 3. Anfängerkurs: Sonntag von 20—21% Uhr. 4. Anfängerkurs: Donnerstag von 18^4—19% Uhr. 5. Anfängerkurs: Donnerstag von 20—22% Uhr. 6. Anfängerkurs: Montag und Mittwoch von 20%—21% Uhr. 7. Anfängerkurs: Montag und Mittwoch von 2\%—22% Uhr. 8. Anfängerkurs: Montag und Mittwoch von V)%—20% Uhr. 9. Anfängerkurs: Dienstag und Freitag von 17—18 Uhr. 10. Mittlere Stufe I: Donnerstag von 20%—22%, Uhr. 11. Mittlere Stufe I: Sonntag von 18—20 Uhr. 12. Mittlere Stufe H: Dienstag von i.9%—20% Uhr und Donnerstag von 19%—20% Uhr. 13. Mittlere Stufe II: Montag von 21—22% Uhr. 14. Mittlere-Stufe H: Mittwoch von 21—22% Uhr. 15. Fortgeschrittene: beginnt demnächst. Es fehlen noch einige Teilnehmer. Sämtliche Kurse finden im Jüd. Jugendheim statt. Schulgeld: Erwachsene RM. 3.50 monatl., Jugendliche RM. 2.50 monatl., Erwerbslose RM. 1.25 monatl. 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