Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1933-08-01 · 12 (8.1933) · p. Seite 325

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
12 (8.1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 325 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3094266-3094386-3094398--3683-3098462
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 325 Wer das einstige Rothschildsche Geschäftshaus in der Fahrgasse betritt,, das durch ihre Liberalität geschenkt und jüngst zum zweiten Male umgebaut, der Verwaltung der Israelitischen Gemeinde zur stattlichen Zentrale wurde, der weiß, worauf wir soeben anspielten. Ein anderes Wahrzeichen dieser ebenso vaterstädtischen wie jüdisch-familiären Gesinnung ist das von der „Baronin Edmund" als einziger überlebender Stifterin liebevoll weiter betreute Altersheim für jüdische Frauen, dank welchem die ehemalige Wohnstätte ihres Großoheims Anselm Mayer von Rothschild, der letzte Rest früherer baulich geschlossener Schönheit unserer Zeil, nunmehr auch schon fast anderthalb Jahrhunderte überdauert hat. Nur ganz wenigen der jetzt Lebenden jedoch wird die Verbindung des Namens Rothschild mit dem Anwesen an der nördlichen Taunustor- Ecke der Neuen Mainzer Straße bewußt sein, dessen prächtige Gärten, heute in die öffentlichen Anlagen einbezogen, zu deren schönsten Zierden gehören. Auf diesem später an den Steuerfiskus übergegangenen Grundstück aber, ihrem väterlichen oder vielmehr schon großväterlichen Besitztum, kam Adelheid von Rothschild selbst als zweite Tochter des Freiherrn Wilhelm Carl von Rothschild und seiner Gattin und Cousine zweiten Grades Hannah Mathilde am 19. August 1853 zur Welt. Hier wurde ihr gewissermaßen mit der ersten Hälfte des Vornamens der wenige Monate zuvor verstorbenen Großmutter väterlicherseits neben dem verbrieften Adel ihrer Geburt der im Hause Rothschild als weit älter und vornehmer geschätzte des Herzens und des Geistes in die Wiege gelegt. Möge sie mit diesem, verpflichtend namentlich für die Judenheit ihrer Vaterstadt, allen Jüngeren noch so manches Jahr leuchtendes Vorbild bleiben! M.W. 60. Geburtstag Lieber Herr Doktor Geiger, vor einiger Zeit haben Sie den Schriftleiter des Gemeindeblatts mit Recht für hinreichend verdächtig gehalten, an dieser Stelle Ihres 60. Geburtstags zu gedenken, und Sie haben gebeten, davon abzusehen: wenn es unbedingt sein müsse, könne man ja auch in einem Brief seinen Gefühlen Ausdruck geben. Dies soll hiermit geschehen, und wenn der Brief zugleich an die Oeffentlichkeit kommt, so werden Sie dieses Kompromiß so wenig ernstlich beanstanden, wie Sie, der theoretische Feind aller Kompromisse, es in der Gemeindearbeit tun. Vor Jahren äußerten Sie einmal, daß Sie nach dem Tod Ihres Onkels Ludwig Geiger der einzige überlebende liberale Jude seien. Schon in dieser Feststellung liegt ein Kompromiß begründet, denn wie wäre es anders denkbar, daß Sie ohne Gefolgschaft in unserer Gemeinde, der klassischen Einheitsgemeinde, und darüber hinaus im deutschen liberalen Judentum und an mancher anderen Stelle eine führende Stellung einnehmen könnten. In einem Artikel müßte nun eine Aufzählung Ihrer wichtigsten Lebensdaten folgen mit Erwähnung Ihrer alten und ruhmvollen Familie und Aufzählung der zahlreichen Ehrenämter, die Sie intra maros bekleiden und extra muros bis vor kurzem bekleidet haben. In einem Brief darf dafür das Persönliche um so stärker hervortreten. In den fast 15 Jahren gemeinsamer Arbeit haben wir oft die Klingen gekreuzt, über einzelne und über allgemeine Fragen. Was die letzteren betrifft, so könnte ich heute mit dem Mann in der Anekdote sagen: .,0 weh, ich hab gewonnen!" Aber unser beider Einvm SANONtCHLUf t-VEMTAUF Die günstigste Kaufgelegenheit des Sommers! leiWROMKER PH. WITTGES K. HANAUER NACHF. HERRENSCHNEIDER Direkter Import von Qualitätstuchen TELEFON 29289 GOETHEPLATZ 3 Etwas Besonderes biete ich Ihnen in meinem Saifonfcl)luß-<Verkauf Günstige Gelegenheit zur Anschaffung von Tisch-, Bett- und Leibwäsche Wäscheu. Spitzenhaus S. MARX "SPS H E N L E I N hat die schönsten Hemden! Seine Riesenauswahl ist stadtbekannt! Im SAISONSCHLUSSVERKAUF RESTPOSTEN weit unter Preis! Spezialität: Maßhemden seit 25 Jahren A. HENLEIN, Zeil 63.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.